BASKETBALL: BUNDESLIGA

Nächster Neuzugang im Baskets-Lazarett

Jetzt hat sich auch noch Joshua Obiesie (hier im Zweikampf mit dem Bayreuther Lucky Jones) verletzt und wird einige Wochen ausfallen. Foto: Heiko Becker

Basketball wird ja gerne als Spiel der Läufe bezeichnet. Und so langsam entwickelt es sich zu einem richtigen Lauf. Auf den würden sie freilich sehr gerne verzichten. Aber in dieser Woche hat es nun auch noch Joshua Obiesie erwischt. Im Training. "Blöd gelandet", sagt der 19-Jährige, als er im Foyer des Trainingszentrums ein bisschen Kraftübungen macht und anschließend seinen Fuß kühlt, während die Kollegen in der Halle Spielzüge üben und Würfe. Doppelter Bänderriss  im Sprunggelenk. "Passiert halt, gehört dazu", meint  Obiesie und schmunzelt lakonisch. In drei Wochen will er möglichst wieder mitmischen - sein Trainer Denis Wucherer ist da etwas pessimistischer: Denis Wucherer rechnet mit vier bis sechs Wochen Zwangspause für den Youngster.

Der neueste Zugang im Baskets-Lazarett ist bereits der siebte Spieler, der sich verletzt hat, seit der Basketball-Bundesligist in die Vorbereitung auf die Saison startete: Lis Shoshi, Center der kosovarischen Nationalmannschaft, hatte sich so schwer an der Schulter verletzt, dass seine geplante Verpflichtung erst gar nicht zustande kam (für ihn holten die Baskets Luke Fischer, der sich zu einem wirklichen Glücksgriff entwickeln könnte). William Sheehey musste an der Leiste operiert werden, sein als Ersatz verpflichteter US-Landsmann Noah Allen verletzte sich ebenfalls, beide sind inzwischen bereits wieder in den USA, da ihre Verträge nicht verlängert wurden. Florian Koch kämpfte sich inzwischen zurück, nachdem er sich bei einem Vorbereitungsturnier ebenfalls zwei Bänder im Knöchel gerissen hatte. Auch Nils Haßfurther musste zwischenzeitlich mal aussetzen.

Brekkott Chapman, hier beim Saisonauftakt in Oldenburg (links Braydon Hobbs, rechts Philipp Schwethelm, wird den Baskets monatelang fehlen.  Foto: Heiko Becker

Brekkott Chapman, der ein Schlüsselspieler hätte werden sollen, steht am Donnerstag mit seinen zwei Krücken im Foyer und plaudert ein wenig. Er hatte sich den Meniskus angerissen und fällt monatelang aus. Wenigstens muss er derzeit keine Schmerzmittel nehmen, sagt er. Sein Ziel ist es, vielleicht bis Ende Februar zurückzukehren, um in der Endphase der Hauptrunde vielleicht noch mithelfen zu können. Zu viel erwarten sollte man dann freilich nicht von dem Talent, das über Weihnachten erst mal in die Heimat reist, um Weihnachten zu feiern und seine Verlobte zu heiraten. Um dann die Rekonvaleszenz wieder in Würzburg fortzusetzen.

Bei ihren Bemühungen um einen Ersatz für Chapman befinden sich die Baskets offenbar auf der Zielgeraden, auch wenn die Verpflichtung noch nicht in trockenen Tüchern sei. Wucherer sagt, dass sie einen Wunschkandidaten gefunden hätten und hofft auf baldmögliche Vollzugsmeldung. Dass der Neue dann bereits am Sonntag (15 Uhr, s.Oliver Arena) gegen Titelverteidiger Bayern München wird mittun können, erscheint derzeit freilich unwahrscheinlich.

Positiv stimmt den 46-jährigen Cheftrainer immerhin die langsame körperliche Steigerung von Neuzugang und Sheehey-und-Allen-Ersatz Victor Rudd, der sicher auch gegen München wieder ausreichend Zeit auf dem Parkett verbringen wird, um seine fitnesstechnischen Defizite weiter aufzuholen. Was Mut machen könnte vor dem befürchteten etwas ungleichen Duell mit München? Da macht Wucherer eine ziemlich lange Pause und beginnt nach einer gefühlten Ewigkeit das Grinsen. "Wir werden alles daran setzen, dass sich Leistung und Ergebnis vom Spiel gegen Alba nicht wiederholen", sagt er schließlich. Um hinterherzuschieben: "Kann sich das wiederholen? Ja."

Nach der Niederlage im Pokal blieben die Baskets auch in der Liga gegen Alba Berlin sieglos: 82:110 endete die Heimpartie für die Würzburger (Mitte Neuzugang Victor Rudd). Foto: Silvia Gralla

Sollte sich aber tunlichst nicht. Die Niederlage gegen Alba Berlin am Sonntag mit 28 Punkten Differenz und der Klassen-Unterschied der beiden Teams war letztlich größer als das Ergebnis (82:110) es vermuten lässt. "Wir sind motiviert", sagt Wucherer, der gleichwohl weiß und warnt: "Die Bayern spielen noch physischer als Alba. Gegen Berlin kannst du, wenn du den Rhythmus findest, vielleicht ein bisschen mitspielen, dass es Spaß macht. Gegen München muss es nicht immer Spaß machen."

Eine Kostprobe seiner Klasse hat der Euroleague-Teilnehmer, der am Donnerstagabend gegen Khimki Moskau eine herbe 74:87-Niederlage einstecken musste, am vergangenen Sonntag gegeben, als die Bayern in Oldenburg einen zwischenzeitlichen 21-Punkte-Rückstand in eine zwischenzeitliche 13-Zähler Führung drehten und mit 90:83 gewannen.

Viel Hoffnung, den übermächtig erscheinenden Gegner auf dem falschen Fuß zu erwischen, wie es Bonn im Pokal-Achtelfinale gelang, als die Nordrhein-Westfalen bei den Oberbayern 85:84 gewannen, hat  Wucherer auch nicht: "Sie haben ihren Ausrutscher bereits hinter sich gebracht und werden bestimmt nicht mehr so auftreten."

Restkarten waren am Freitag noch zu haben. 

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