BASKETBALL: BUNDESLIGA

Noch ein Neuer für die Baskets

Basketball Porto vs Oliveirense Porto 04 04 2019 FC Porto received this evening at Dragão Caixa
Verstärkt in der kommenden Saison Basketball-Bundesligist s.Oliver Würzburg: US-Amerikaner William Sheehey (links) von Portugals Pokalsieger FC Porto. Unser Bild zeigt ihn im Duell mit Marko Loncovic von Portos Lokalrivalen Oliveirense. Foto: Globallmagens, Imago

Während die aktuelle Saison der Basketball-Bundesliga (BBL) noch läuft und in der Final-Serie zwischen dem FC Bayern München und Alba Berlin der deutsche Meister gesucht wird, basteln die Korbjäger von s.Oliver Würzburg zügig wie kein anderer Erstligist bereits an der Mannschaft für die kommende Spielzeit. Mit der am Dienstag bekannt gegebenen Verpflichtung des US-Amerikaners William „Will“ Sheehey hat der Klub bereits fünf der sechs Import-Positionen im Kader besetzt. Der 27-Jährige wechselt auf Empfehlung von Jordan Hulls zu den Baskets, mit dem er von 2010 bis 2013 drei Jahre lang an der „Indiana University“ zusammengespielt hatte und der auch privat einer der engsten Freunde des Drei-Punkte-Spezialisten ist.

„Jordan hat uns den Tipp gegeben, dass Will mit seiner Spielweise und dem, was wir vorhaben, gut zu uns passen könnte. Als wir ihn dann gesehen haben, ging der Daumen schnell nach oben. Er ist ein agiler, schneller Typ, der auch abseits des Balls das Spiel versteht“, charakterisiert Baskets-Cheftrainer Denis Wucherer den Flügelspieler, der in der Domstadt einen Ein-Jahres-Vertrag unterschrieben hat.

Sheehey wechselt vom FC Porto nach Würzburg, für den portugiesischen Klub war er er die vergangenen beiden Jahre auf Korbjagd. Mit dem portugiesischen Spitzenklub erreichte der 2,01-Meter-Mann letzte Saison das Meisterschafts-Finale und wurde dieses Jahr Pokalsieger. Durchschnittlich 19,4 Punkte (43,2 Prozent Dreier-Quote), 5,0 Rebounds und 3,2 Korbvorlagen legte er für in der ersten Liga Portugals LPB auf. „Sein Wechsel in die BBL bedeutet für ihn den nächsten Schritt in seiner Karriere und auch eine große Chance. Entsprechend hungrig wird er im August bei uns auftauchen. Er weiß, dass die Fußstapfen nicht klein sind, die Xavier Cooks und Devin Oliver auf dieser Position hinterlassen haben“, so Wucherer.

Denn mit der Verpflichtung Sheeheys ist der Abschied des Forward-Duos aus der Vorsaison so gut wie beschlossene Sache. Nur allzu gerne hätten die Baskets den Australier Cooks und den US-Amerikaner Oliver in ihren Reihen behalten, „und wir haben für unsere Verhältnisse sehr gute Angebote gemacht und uns finanziell gestreckt, aber beide haben ihren Marktwert hier deutlich erhöht. Bei Xavier geht der Trend Richtung NBA, und von Devins Agent haben wir das Signal bekommen, dass das, was wir bieten, weit entfernt ist von dem, was für ihn möglich ist“, sagt Wucherer, der dennoch – anders als beim Center-Duo Mike Morrison und Gabriel Olaseni – beide noch nicht als offizielle Abgänge führen möchte: „Wir schließen die Türe nicht ganz zu. Man weiß nie, ob sich nicht plötzlich doch eine Option eröffnet. Aber ich habe ehrlich gesagt keine Lust, noch bis vielleicht Anfang August zu warten, und wenn sich die Hoffnungen dann doch auch nicht erfüllt haben, wir uns dann auf die Suche machen müssen.“

NBA-Draft mit Joshua Obiesie an diesem Donnerstag

Für die noch vakante Ausländer-Position ist der 45-Jährige auf der Suche nach einem großen Flügelspieler, auch hier ist die Kandidaten-Auswahl bereits weit fortgeschritten. „Wir haben einige Offerten gemacht und warten auf eine Antwort“, sagt Wucherer, dessen Hauptaugenmerk nun auf der Suche nach einer Verstärkung auf den deutschen Positionen liegt. Die Verpflichtung einheimischer – und bezahlbarer – Qualitätsspieler gestaltet sich aufgrund der von der Liga vorgeschriebenen „Deutschen-Quote“ (sechs Spieler in einem Zwölfer-Kader müssen über einen deutschen Pass verfügen) allerdings nicht ganz einfach. Offen ist zudem noch, auf welcher Position die Baskets überhaupt tätig werden wollen, was nicht zuletzt davon abhängt, ob Joshua Obiesie am Donnerstag beim NBA-Draft tatsächlich von einem Klub der nordamerikanischen Profiliga gezogen wird. Der Münchner hatte erst Ende November letzten Jahres bei den Baskets seine Profikarriere gestartet und einen langfristigen Vertrag bis 2022 geschlossen – allerdings mit der Möglichkeit, gegen eine festgeschriebene Summe in die NBA wechseln zu dürfen. Der Traum des 19-Jährigen könnte sich, nach allem was man hört, tatsächlich bereits jetzt schon erfüllen.

Der Kader von s.Oliver Würzburg für die Bundesligasaison 2019/2020: Jordan Hulls, Skyler Bowlin, Cameron Wells, William Sheehey (alle USA), Lis Shoshi (Kosovo), Badu Buck Joshua Obiesie, Philipp Hadenfeldt, Johannes Richter, Fynn Fischer, Julian Albus, Florian Koch, Felix Hoffmann, Brad Lösing (alle Deutschland). Zugänge: Lis Shoshi (Maccabi Ashdod/Israel), William Sheehey (FC Porto/Portugal). Abgänge: Krešimir Loncar (Deutschalnd/Karriereende), Gabriel Olaseni (Großbritannien), Mike Morrison (USA).

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