Fußball: Landesliga

Philipp Günder als Torwart: Und plötzlich wurde es ernst

Für Kleinrinderfeld steht das letzte Spiel 2019 an. Warum Verteidiger Günder vergangene Woche zwischen die Pfosten rückte, dort diesmal aber wohl nicht stehen wird.
Kann es auch mit der Hand: Kleinrinderfeld Innenverteidiger Philipp Günder vor dem Heimspiel gegen Euerbach/Kützberg. Foto: Jörg Rieger

TSV Kleinrinderfeld – SV Euerbach/Kützberg
(Sonntag, 14 Uhr)

Am Torwart-Dasein geschnuppert hat Philipp Günder schon öfters, bis zum vergangenen Sonntag allerdings nur ganz unregelmäßig während des Trainings. Im Landkreis-Duell beim ASV Rimpar wurde es für den Kleinrinderfelder Innenverteidiger nun ernst. "Mir war plötzlich sehr mulmig zumute", gesteht Günder beim Gespräch in einem Würzburger Café.

Was war passiert? TSV-Schlussmann Julian Schneider verletzte sich nach einer guten Stunde beim Abschlag an einem Muskel – und konnte nicht mehr weiterspielen. Einen Ersatzkeeper hat Kleinrinderfeld schon länger nicht mehr auf der Bank sitzen. "Trotzdem haben wir uns nie Gedanken gemacht, dass Julian etwas passieren könnte", erklärt Günder vor dem Heimspiel seines TSV (13./26) gegen den SV Euerbach/Kützberg (9./28).

Mustte für seinen verletzten Torwart Julian Schneider (rechts) einspringen: Kleinrinderfelds Innenverteidiger Philipp Günder (im blauen Trikot). Foto: Volker Danzer, HMB Media

Für seinen Trainer Tobias Jäger war sofort klar, dass der 28-Jährige zwischen die Pfosten rücken muss. "Wenn beim Training mal Not am Mann ist, gehe ich gerne ins Tor, weil es mir Spaß macht", sagt Günder. Der Ernstfall war für ihn weniger lustig. "Ich hatte große Probleme mich zu orientieren, weil ich als Abwehrspieler immer mit verschiebe und in Richtung Ball gehe." Zum Glück habe er einen komfortablen Puffer gehabt, so der gebürtige Eisinger. Die Kleinrinderfelder führten zu diesem Zeitpunkt bereits mit 3:0.

Dennoch galt es immerhin eine halbe Stunde zu überbrücken. "Den ersten Schuss habe ich übers Tor gelenkt. Im Training hätte ich ihn vermutlich gefangen", bemerkt Günder schmunzelnd. Kurz darauf muss er hinter sich greifen. "Julian hätte die Situation vermutlich vorher geklärt gehabt." Nach dem 1:3 brauchte der Firmenkundenberater einer Bank "nur" noch als Passstation eingreifen. "Meine Vorderleute haben das super verteidigt."

Seine Stärke ist das Kopfballspiel

Das ist normalerweise auch der Job des 1,92 Meter großen Abwehrrecken, dessen Stärke unter anderem sein Kopfballspiel ist. Vor ein paar Wochen sicherte Günder seiner Mannschaft damit drei Punkte. Im Stadt-Land-Duell gegen den TSV Lengfeld köpfte er bereits nach sechs Minuten den goldenen Treffer beim 1:0-Heimerfolg. Allen voran das Familiäre lässt den Vater einer zweijährigen Tochter nun schon in der sechsten Saison für Kleinrinderfeld auflaufen.

Seine fußballerischen Sternstunden erlebte Günder indessen beim Würzburger FV. Unter Michael Hochrein feierte er an der Mainaustraße im März 2012 als 21-Jähriger sein Debüt in der damals noch eingleisigen Bayernliga. "Das war ein Flutlichtspiel vor großer Kulisse beim FC Schweinfurt 05. Nach einer Flanke von Peter Deißenberger habe ich das 1:0 gemacht", erinnert sich Günder. Die wilde Partie sei 3:3 ausgegangen. Oder das Pokal-Stadtderby im darauffolgenden Oktober gegen die Kickers. Vor 3000 Zuschauern auf der Sepp-Endres-Sportanlage setzten sich die Blauen im Achtelfinale mit 5:4 nach Elfmeterschießen durch.

Eine durchwachsene Saison

Mit Kleinrinderfeld erlebt Günder eine sehr wechselhafte Saison. Bis Ende September hatte der TSV erst drei Siege auf dem Konto. Danach gewannen die Blau-Weißen viermal in Serie – und kassierten dabei nur einen Gegentreffer. "Das Potenzial ist auf jeden Fall vorhanden. Das haben wir in dieser Phase gezeigt", sagt Günder, der sich am ersten Adventssonntag natürlich mit einem weiteren Erfolgserlebnis gegen Euerbach/Kützberg in die Winterpause verabschieden will.

Kleinrinderfelds eigentlich pausierender Keeper Cosmin Andrei ließ sich zu einer Rückkehr ins Tor überreden. Foto: Heiko Becker

Zwischen den Pfosten wird er aber nicht mehr stehen, auch wenn Schneider weiterhin passen muss. Der TSV konnte seinen zuletzt pausierenden Schlussmann Cosmin Andrei reaktivieren. Ganz aus dem Schneider ist Günder damit nicht. Schließlich kann auch während der kommenden 90 Minuten wieder viel passieren. So sah Andrei im dritten Saisonspiel die Rote Karte, wodurch Schneider unverhofft zu seinem ersten Landesliga-Einsatz für Kleinrinderfeld kam.

Die restlichen Spiele im Überblick
DJK Schwebenried/Schwemmelsbach (11./26) – TG Höchberg (12./26)
TSV Unterpleichfeld (6./33) – SV Friesen (7./32)
( beide Samstag, 14 Uhr)
TSV Lengfeld (14./26) – SV Memmelsdorf (4./33)
TuS Röllbach (18./17) – ASV Rimpar (16./19)
(Sonntag, 14 Uhr)

Schlagworte

  • Kleinrinderfeld
  • Jörg Rieger
  • ASV Rimpar 1894 e. V.
  • FC Schweinfurt
  • Fußball
  • SV Friesen
  • TG Höchberg
  • TSV Kleinrinderfeld
  • Tobias Jäger
  • Würzburger FV
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!