Fußball: Dritte Liga

Relegations-Erinnerungen: Wo die Ex-Kickers heute spielen

Große Emotionen: Daniel Nagy bejubelt sein Tor zum 2:0 im Relegations-Hinspiel gegen Duisburg. Foto: Frank Scheuring, foto2press

MSV Duisburg? Da war doch einmal was! Am Samstag (14 Uhr) erwarten die Würzburger Kickers den Ruhrpott-Klub am Dallenberg. Ein Duell ohne große Tradition, aber eines mit einer besonderen Geschichte. Das letzte Aufeinandertreffen beider Klubs gab es in der Zweitliga-Relegation vor mehr als drei Jahren. Aus Kickers-Sicht waren das Spiele für die Ewigkeit. Mit 2:0 setzten sich die Rothosen im Hinspiel am Dallenberg durch, nach dem 2:1-Sieg im Rückspiel feierten die Kickers und ihr Anhang in Duisburg nach 38 Jahren die Rückkehr in die zweite Liga. Aus dem Team, das unter Trainer Bernd Hollerbach, inzwischen beim belgischen Erstligisten Royal Exel Mouscron unter Vertrag, am 20. Mai 2016 in der Flyeralarm Arena aufs Feld schickte, ist nur noch einer für die Kickers tätig. Was die Kickers-Akteure von damals heute machen:

Robert Wulnikowski: Der Torwart ist der Einzige, der noch an Bord ist. Die Familie wohnt noch immer in der Nähe von Offenbach. Doch Wulnikowski ist längst eine Institution bei den Kickers. Riss sich in der Zweitliga-Rückrunde 2017 das Kreuzband und musste seine Karriere beenden. Seither Torwarttrainer beim Klub vom Dallenberg.

Richard Weil: Brachte den FWK mit seinem Elfmeter zum 1:0 im Hinspiel auf Zweitliga-Kurs. Sein Gastspiel am Dallenberg endete im Januar 2017. Der Verteidiger wechselte nach Magdeburg, wo er ein zweites Mal einen Zweitliga-Aufstieg feiern konnte. Im vergangenen Sommer ging es für den 31-Jährigen nach Offenbach zum Regionalligisten. Derzeit fehlt er aber wegen eines Kreuzbandrisses.

Das 1:0: Richard Weil trifft per Elfmeter zur frühen Führung für die Rothosen. Foto: Frank Scheuring, foto2press

Clemens Schoppenhauer: Blieb bis zum Zweitliga-Abstieg 2017 ein Liebling der Würzburger Zuschauer. Sein anschließendes Gastspiel beim FC St. Pauli blieb glücklos. In Aalen in der vergangenen Rückrunde ein Leistungsträger. Konnte den Drittliga-Abstieg aber auch nicht verhindern. Kämpft nun in Chemnitz um seinen Platz im Team. Zuletzt war sein Stammplatz auf der Bank. 

Royal-Dominique Fennell: Im Relegationsspiel von Hollerbach in die Innenverteidigung versetzt.  Wurde von der TSG Hoffenheim verpflichtet, um als erfahrener Mann die junge zweite Mannschaft in der Regionalliga anzuführen. War, nachdem er zu Beginn der Zweitliga-Saison in Würzburg aussortiert wurde, in Halle und in Aalen in der Dritten Liga Stammspieler.

Peter Kurzweg: Holte im Hinspiel den Elfmeter heraus, den Weil verwandelte. Zog sich beim Foul eine blutende Platzwunde am Kopf zu. Nach seinem zweiten Kickers-Engagement in der vergangenen Saison inzwischen beim Liga-Rivalen FC Ingolstadt gelandet.

Schmerzhafter Erfolg: Peter Kurzweg mit der blutenden Platzwunde nach dem Foul, das zum Elfmeter führte. Foto: Frank Scheuring

Emanuel Taffertshofer: Der Abräumer im Mittelfeld blieb noch zwei Jahre in Würzburg, ehe er zum Zweitligisten SV Sandhausen wechselte. Dort pendelt der inzwischen 24-Jährige nach schwerem Start zwischen Spielfeld und Bank hin und her. Mit drei Einsätzen in dieser Saison.

Rico Benatelli: Im Rückspiel in Duisburg sorgte er mit dem 2:1 für den Schlusspunkt der Relegation und gab damit den Statschuss für die Feierlichkeiten. Wechselte 2017 zunächst nach Dresden. Inzwischen beim FC St. Pauli unter Vertrag. Trainer Jos Luhukay war an seiner Verpflichtung aber noch nicht beteiligt. Benatelli passt nicht so recht ins Konzept des Trainers und hat in dieser Saison noch keine einzige Pflichtspielminute absolviert.

Dennis Russ: Ihn hätte wohl mancher vergessen, wenn er die Rothosen-Elf in den Relegationssspielen hätte aufzählen soll. Der damals 23-Jährige, der ein Jahr zuvor vom SC Freiburg gekommen war, spielte auf der rechten Außenbahn. Ein halbes Jahr nach dem Zweitliga-Aufstieg wechselte Russ zum damaligen Drittligisten FSV Frankfurt und musste nach nur sieben Spielen für die Hessen seine Karriere nach einer Knieverletzung beenden.

In der Relegation gesetzt: Dennis Russ spielte in beiden Relegationsspielen von Anfang an. Inzwischen musste er seine Karriere beenden. Foto: Frank Scheuring

Ioannis Karsanidis: Er hatte schon bei den Kickers gespielt, bevor das Profitum Einzug hielt. Trotzdem hielt Trainer Hollerbach, hielt zunächst große Stücke auf Karsanidis, ließ ihn gegen Duisburg in zentraler Rolle im Mittelfeld agieren. In der folgenden Zweitliga-Saison nicht mehr oft berücksichtigt und schließlich bei den Kickers auf dem Abstellgleis. Stieg mit dem Chemnitzer FC in der vergangenen Saison in die Dritte Liga auf. Fehlt derzeit aber wegen eines Kreuzbandrisses.

Nejmeddin Daghfous: Gab im Hinspiel gegen Duisburg die Vorlage zum 2:0, im Rückspiel erkrankt und außen vor. Wechselte nach dem Zweitliga-Abstieg 2017 nach Sandhausen. Dort immer wieder von Verletzungen geplagt. Seit Sommer mit Ex-Kickers-Kollegen Weil bei Regionalligist Offenbacher Kickers wiedervereint.

Elia Soriano: Der Erfolgsgarant in Würzburgs Aufstiegssaison. Der Angreifer erzielte im Rückspiel das wichtige 1:1. Sein Wechsel zum polnischen Erstligisten Korona Kielce im Jahr 2017 beschäftigt tatsächlich noch immer die Gerichtsbarkeit der Fifa. Dabei ist der inzwischen 30-Jährige längst weiter gezogen. Soriano hat in dieser Saison für den VVV Venlo in der niederländischen Eredivisie in zehn Spielen einmal getroffen.

Erfolgsgaranten: Richard Weil (links) und Elia Soriano beim Torjubel. Foto: Frank Scheuring, foto2press

Marco Haller: Im Hinspiel eingewechselt, im Rückspiel in der Startelf. Entschied sich danach, ein Vertragsangebot für die Zweite Liga nicht anzunehmen und wechselte zum FC Schweinfurt 05 in die Regionalliga. Inzwischen bei seinem Heimatklub TSV Nördlingen (Bayernliga Süd) aktiv. 

Daniel Nagy: Er machte als Joker mit seinem Treffer zum 2:0 im Hinspiel das Tor zur zweiten Bundesliga ganz weit auf. Der Ungar spielt derzeit beim Mezokövesd Zsóry FC. Der Klubname ist zwar ein echter Zungenbrecher, aber der Verein liegt immerhin auf Rang drei in der ersten Liga in Ungarn.

Amir Shapourzadeh: Das wird im Rückblick manche überraschen: Der Kapitän kam in der Relegation nur im Hinspiel zu einem Kurzeinsatz. Shapourzadeh ist inzwischen bereits seit beinahe drei Jahren Manager beim österreichischen Erstligisten FC Flyeralarm Admira Wacker. 

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