Handball: Zweite Bundesliga

Rimpar empfängt kampfstarke Konstanzer und konstante Essener

Nur drei Tage nach dem Heimspiel am Abend vor Allerheiligen kommt der Spitzenreiter nach Würzburg. Warum die gegnerischen Trainer derzeit für Aufsehen sorgen.
Hoffen auf mindestens einen Sieg am Doppelspieltag: Benedikt Brielmeier und seine DJK Rimpar Wölfe. Foto: Frank Scheuring, foto2press

DJK Rimpar Wölfe – HSG Konstanz
(Donnerstag, 20 Uhr)

DJK Rimpar Wölfe – TuSEM Essen
(Sonntag, 17 Uhr, beide s.Oliver Arena)

Es gibt vermutlich keinen Klub im deutschen Profihandball, in dem die Trainer zuletzt für solch ein Aufsehen gesorgt haben wie bei der HSG Konstanz (16./5:13) und dem TuSEM Essen (1./14:4), den beiden Gegnern der Rimparer Wölfe (7./11:7) bei ihrem anstehenden Doppelspieltag in heimischer Halle. Am Dienstag dieser Woche wurde bekannt, dass der erst 25-jährige TuSEM-Coach Jaron Siewert zur neuen Saison der Cheftrainer des Bundesligisten Füchse Berlin wird.

Die Hauptstädter sind sein Heimatverein – und es war ausgemacht, dass er eines Tages in dieser Rolle dorthin zurückkehren wird. Trotzdem hätten wohl die wenigsten erwartet, dass Siewert Velimir Petkovic schon so schnell beerbt. Doch er hat seit seinem Amtsantritt in Essen 2017 offenbar überzeugende Arbeit geleistet, ist mit Essen auch aktueller Zweitliga-Spitzenreiter. "Der Sprung in die Bundesliga ist für Jaron wirklich eine tolle Sache", sagt Rimpars Trainer Ceven Klatt.

Der verantwortliche Mann der HSG Konstanz, dem ersten Wölfe-Gegner am Abend vor Allerheiligen, heißt Daniel Eblen – und das schon seit Anfang 2004. Er ist damit der dienstälteste Trainer im deutschen Profi-Handball – und kann auch in der Saison nach dem Wiederaufstieg beachtliche Ergebnisse aufweisen, obwohl die Bodenseer aktuell mit nur zwei Siegen auf einem Abstiegsrang stehen. "Die Konstanzer haben drei Spiele mit nur einem Tor Differenz verloren. Hätten sie diese gewonnen, wären sie mit uns punktgleich", macht Klatt deutlich.

Gefährlicher Individualist: Paul Kaletsch

Auch dass der Liganeuling dem ASV Hamm-Westfalen zu Hause ein Remis abgetrotzt hat und den VfL Lübeck-Schwartau sogar bezwingen konnte, ringt Klatt viel Respekt ab. "Die Konstanzer haben mit ihrer Art und Weise, Handball zu spielen Erfolg", unterstreicht der DJK-Coach: "Sie sind leidenschaftlich, kampfstark und mannschaftlich geschlossen." Im Angriffsspiel hätten sie zudem ein, zwei Individualisten, die richtig gefährlich werden könnten. Definitiv damit gemeint ist Paul Kaletsch. Der 27-Jährige ist der Kopf der HSG-Sieben und führt die interne Torschützenliste auch in dieser Saison mit durchschnittlich mehr als sechs erzielten Treffern an.

"Wir müssen versuchen, Konstanz mit unserer Abwehr vor größere Probleme zu stellen", sagt Klatt. Dabei wird ihm wieder Mittelblocker Patrick Gempp zur Verfügung stehen. Auch Kapitän Patrick Schmidt ist nach überstandener Wadenzerrung mit von der Partie. "Dadurch haben wir wieder mehr Alternativen, was ganz wichtig ist", bemerkt Klatt, der dagegen weiter auf seinen Abwehrrecken Philipp Meyer verzichten muss.

Nur drei Tage nach dem Konstanz-Spiel kommt Spitzenreiter TuSEM Essen mit Siewert nach Würzburg. "Mit dieser Partie beschäftigen wir uns erst ab Freitag", betont Klatt, der den Kontrahenten gut kennt. "Die Essener sind eine vollkommen eingespielte Mannschaft, die ein enormes Tempo gehen kann." Davon zeugen auch die meisten bislang erzielten Tore unter allen Zweitliga-Klubs.

Während die Wölfe an diesem verlängerten Wochenende zweimal ranmüssen, kann sich der Klub aus dem Ruhrgebiet gezielt auf das sonntägliche Match vorbereiten. Klatt ist vor allem wichtig, dass sein Team bei beiden Heimauftritten gute Leistungen abruft. "Dann werden wir auf jeden Fall etwas Zählbares mitnehmen." Ob die Vorbereitung aufs zweite Spiel bei einem Sieg über Konstanz leichter fällt? "Das sagt man immer, aber die Abläufe sind so oder so genau die gleichen", bekräftigt Klatt: "Nur die Stimmung wäre bei einem Auftaktsieg natürlich besser."

Typisierungsaktion im Heimspiel gegen Essen
Im Rahmen des sonntäglichen Essen-Heimspiels gibt es die Gelegenheit, den eigenen Stammzellentypen bestimmen und sich in die Stammzellenspenderdatei eintragen zu lassen. Voraussetzungen sind ein Alter von 18 bis 45 Jahren sowie ein Mindestgewicht von 50 Kilo. Es wird eine Speichelprobe entnommen, die später im Labor analysiert wird. Die Typisierung ist kostenlos, wird durch private Spenden finanziert und kann etwa Leukämie-Patienten das Leben retten. Die Typisierungsaktion findet vor und während des Spiels ab 15.30 Uhr im unteren Foyer der s. Oliver Arena statt.

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