HANDBALL: 2. BUNDESLIGA

Rimpar hat in Eisenach nichts zu verlieren

Zwei Männer stehen für den Erfolg beim heimstarken Aufsteiger: der älteste Trainer der Handball-Bundesliga und ein alter Freund des Wölfe-Coachs. Der bangt um Spieler.
Er wird sich was einfallen lassen müssen, damit seine Mannschaft beim heimstarken ThSV Eisenach bestehen kann: Ceven Klatt, Trainer der DJK Rimpar Wölfe Foto: Meike Scheuring/foto2press

2. Bundesliga, Männer
ThSV Eisenach - DJK Rimpar Wölfe
(Samstag, 19.30 Uhr, Werner-Assmann-Halle)

Vor dem Duell der Tabellennachbarn in der zweiten Handball-Bundesliga zwischen dem ThSV Eisenach (6./13:7) und der DJK Rimpar Wölfe (7./13:9) stellen sich aus Sicht der Gäste zwei Fragen: Wer kann spielen? Und wie wollen die, die spielen können, beim starken Aufsteiger was abstauben? Immerhin hat der Klub aus der Wartburgstadt in seiner sportlichen Festung Werner-Assmann-Halle in dieser Saison noch kein Heimspiel verloren – und dort in Serie die Topteams Hamm-Westfalen (29:24), Essen (30:26), Lübeck-Schwartau (26:23) und Hamburg (34:29) bezwungen. DJK-Coach Ceven Klatt beantwortet die erste Frage so: "Sicher nicht dabei sein werden Philipp Meyer (Fußverletzung, Anm. d. Red.) und Lukas Siegler (Muskelzerrung im Hintern). Unsicher sind die Einsätze von Patrick Gempp (Wade) und Steffen Kaufmann (Erkältung). Und außerdem angeschlagen ist Benny Herth, er wird aber wohl auflaufen können." Auf die zweite Frage antwortet Klatt mit einem Lachen. Dann sagt er: "Wir müssen versuchen, uns kleine Zwischenziele im Spiel zu setzen und diese zu erreichen." Gelingt das, heißt das große Ziel: "eine Überraschung schaffen und gewinnen. Zu verlieren haben wir nichts."  

Über die Gastgeber gäbe es viele Geschichten zu erzählen. Hier drei davon: 

Kompagnon wird Konkurrent

Förderer, Kompagnon und Kollege: "Uns verbindet eine langjährige Freundschaft. Er war auch mein Trauzeuge", sagt Ceven Klatt über Eisenachs Manager René Witte. Am Samstag sind die beiden vorübergehend Konkurrenten. Nach der Partie wird Klatt mit seiner Familie das Wochenende noch bei den Wittes verbringen. Die Wege der beiden kreuzten sich zum ersten Mal in Haan, als Witte als Coach den damals 17-jährigen Kreisläufer in die Regionalliga-Mannschaft holte. Beim zweiten Mal trafen sie sich in Wermelskirchen. Beim dritten Mal beerbte Spieler Klatt dann Witte als Trainer beim Neusser HV, der dort und beim Folgeklub Rhein Vikings den Posten des Managers übernahm.  Als solcher ist er seit Sommer 2018 beim Thüringer Sportverein mitverantwortlich dafür, dass der Betriebsunfall Dritte Liga behoben wurde. Trotz negativen Eigenkapitals im hohen sechsstelligen Bereich ist es den Verantwortlichen gelungen, die sechs Abgänge – darunter die langjährigen Leistungsträger Marcel Schliedermann (TV Emsdetten) und Daniel Luther (Karriereende) – durch sieben Neuzugänge zu ersetzen und einen im Schnitt 24,5 Jahre jungen, schlagkräftigen Kader zusammenzustellen, dessen Stärken eine körperlich robuste und aggressive Abwehr sowie ein schnelles Umschaltspiel sind. 

Der Trainer-Oldie

Mit Witte wurde auch ein neuer Trainer engagiert, Marke "alter Haudegen": Sead Hasanefendic ist mit seinen 71 Jahren der Oldie in der  Bundesliga. Der kroatische Weltenbummler, für den Eisenach bereits sein 17. Verein als Chefcoach ist, feierte mit Klubs in Frankreich und Slowenien mehrere Meistertitel und Pokalsiege. In Deutschland erlebte er seine größten Erfolge früher mit dem VfL Gummersbach, wo er insgesamt dreimal angestellt war und von wo er zum ThSV kam. Witte beschrieb ihn gegenüber der Deutschen Presse-Agentur so: "Er ist unglaublich akribisch und im positiven Sinne fast schon pedantisch. Er schaut in die Seele der Spieler, nimmt sich viel Zeit und er ist nicht der typische Trainer aus Ex-Jugoslawien, der den ganzen Tag nur herumschreit." Hasanefendic habe sportlich "alles umgekrempelt" und verhalf dem Klub zum direkten Wiederaufstieg. "Die Arbeit als Trainer macht mir einfach noch sehr viel Freude“, sagte Hasanefendic selbst der dpa. „Und ich bin immer mit jungen Leuten zusammen, das tut mir auch sehr gut.“ 

Der ThSV Eisenach ist für den 71 Jahre alten Kroaten Sead Hasanefendic schon seine 17. Station als Cheftrainer.  Foto: Robert Michael

Die Kroatien-Connection

Hasanefendic ist einer von acht Kroaten beim ThSV. Neben den sieben kroatischen Spielern – von denen im Sommer Rechtsaußen Ante Tokic vom slowenischen Champions-League-Teilnehmer Metalurg Skopje geholt wurde, der auch Toptorschütze im Team ist – stehen aus dem Ausland noch drei Slowenen und ein Israeli im Kader. Der dürfte gegen Rimpar – anders als zuletzt bei der Derby-Niederlage in Aue (26:28) – wieder (fast) komplett sein.

Rückblick

  1. Ein neuer Kreisläufer für die Wölfe
  2. Völkerverständigung: Rimparer Wölfe testen gegen Sizilianer
  3. Rimparer Wölfe: Vom Trainingslager zum Benefizspiel
  4. Sergej Gorpishin: Früher Rimpar, heute Königsklasse
  5. Rimparer Wölfe: Neuer Trainer, alte Stärken und Schwächen
  6. Leidenschaftliche Wölfe feiern ein Handballfest
  7. Rimparer Wölfe gewinnen zum Vorrundenabschluss
  8. Patrick Schmidt: "Ich war als Kind ein Hosenscheißer"
  9. Höchste Derbyniederlage für Rimpar in Coburg
  10. Zu wenig Emotion: Rimpar verliert Derby in Coburg erneut
  11. Gelingt Rimpar in Coburg die überraschende Revanche?
  12. Tobias Büttner: Früher Handballer, heute Held
  13. Wölfe erkämpfen sich Sieg in letzter Minute
  14. Rimparer Wölfe: Haue für Aue - oder Haue von Aue?
  15. Rimparer Wölfe: Gerechtes Remis nach großem Gewürge
  16. Rimparer Wölfe: Mit blauem Auge in den Kampf
  17. Die Wölfe zeigen in Hamburg ein harmloses Gesicht
  18. Wölfe nehmen langen Anlauf für Sieg in Hamburg
  19. DJK Rimpar Wölfe: Julian Sauer hängt ein weiteres Jahr dran
  20. DJK Rimpar Wölfe: Max Brustmann beendet seine Karriere
  21. Fehler und Fehlwürfe bringen Rimpar in Eisenach um Erfolg
  22. Rimparer Wölfe besiegen sich auch selbst
  23. Rimpar hat in Eisenach nichts zu verlieren
  24. Rimparer Wölfe: Glück im Unglück für Patrick Gempp
  25. Schwarzer Sonntag für die Wölfe
  26. Ceven Klatt kostet Rimpars Sieg aus
  27. Rimparer erwarten nach Sieg über Konstanz den TuSEM Essen
  28. Rimpar empfängt kampfstarke Konstanzer und konstante Essener
  29. Rimparer Rumpfkader gewinnt nur Respekt in Hamm
  30. Rimparer Wölfe vor schwerer Aufgabe
  31. Vorerst Entwarnung für Rimparer Philipp Meyer
  32. Siegesserie der Wölfe reißt vor großer Kulisse
  33. Das neue Selbstbewusstsein der Rimparer Wölfe
  34. Wölfe klettern nach Nervenkitzel auf einen Aufstiegsplatz
  35. Rimparer Wölfe erobern Platz zwei nach Schlussminuten-Krimi
  36. Geht die Serie der Wölfe im heimstarken Handkäsedorf weiter?
  37. Warum sich die Wölfe nicht ungetrübt über ihren Sieg freuen
  38. Rimparer Wölfe setzen sich mit drittem Sieg in Serie oben fest
  39. Zwei Wölfe vor der Tür zum Torschützenklub der 1000er
  40. Wie die Rimparer Wölfe den Kampf gegen Krebs unterstützen
  41. Rimparer Wölfe klettern auf Tabellenplatz drei
  42. Rimparer Wölfe springen nach Auswärtssieg auf Platz drei
  43. Ceven Klatt kehrt an alte Wirkungsstätte zurück
  44. Sechs Tore für den verstorbenen Opa beim Heimstart der Wölfe
  45. Gelingt Rimpar bei der Heimpremiere eine Wiedergutmachung?
  46. Roland Sauer: "Ein ungeduldiger Visionär"
  47. Infosim bleibt drei weitere Jahre Hauptsponsor der Wölfe
  48. Rimpar kassiert in Gummersbach seine erste Niederlage
  49. Rimpars erstes Gastspiel in Gummersbach
  50. Rimparer Wölfe behalten in Krefeld die Nerven

Schlagworte

  • Rimpar
  • Natalie Greß
  • Bundesligen
  • DJK Rimpar Wölfe
  • Deutsche Presseagentur
  • Erfolge
  • Handball-Bundesliga
  • Personen aus Israel
  • Philipp Meyer
  • Sportvereine
  • ThSV Eisenach
  • VfL Gummersbach
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!