HANDBALL: 2. BUNDESLIGA

Rimparer Wölfe setzen sich mit drittem Sieg in Serie oben fest

Gegen den HC Elbflorenz hätten Rimpars Zweitliga-Handballer richtig einen raushauen können. Fühlten sie sich nach einer Neun-Tore-Führung zu früh zu sicher?
Rimpars Zweitliga-Handballer feiern ihren Sieg über den HC Elbflorenz. Foto: Meike Scheuring

2. Bundesliga, Männer
DJK Rimpar Wölfe - HC Elbflorenz 25:22 (15:8)

Dritter Sieg in Serie für die Zweitliga-Handballer der DJK Rimpar Wölfe: Sie gewannen am Samstagabend ihr zweites Saisonheimspiel gegen den HC Elbflorenz aus Dresden mit 25:22 (15:8) und setzen sich damit in der Tabelle nach dem sechsten Spieltag auf Rang drei fest - punktgleich mit dem Zweiten ASV Hamm-Westfalen, der überraschend beim ThSV Eisenach verlor (24:29), aber 26 Tore mehr auf dem Konto hat als Rimpar.

Klatt kann sich nicht gleich freuen

"Ich bin zufrieden mit der ersten Halbzeit, aber unzufrieden mit der zweiten", sagte DJK-Coach Ceven Klatt auf der Pressekonferenz mit heiserer Stimme. "Wir führen 19:10, dann verlieren wir den Faden und die Konsequenz im Abschluss und lassen klarste Chancen liegen. Insofern brauche ich noch ein bisschen, um mich über den Sieg zu freuen." Sein Kollege Rico Göde gab zu Protokoll: "Ich war bis zum 8:7 voll zufrieden. Die Phase bis zur Pause war dann der Genickbruch." Durch einen 6:0-Lauf nach ausgeglichenem Anfang war Rimpar von 9:8 (21.) auf 15:8 davongezogen. 

Bei den Gastgebern, die unter der Woche von einer Erkältungswelle geplagt worden waren, kam Kreisläufer Patrick Gempp (Schulter) erneut nicht zum Einsatz, dessen Positionskollege Michael Schulz ging geschwächt ins Duell. "Dafür ging's überraschend gut", sagte er danach. "Wir haben auch lange super gespielt. Dass wir's immer spannend machen, ist irgendwie unser Ding." Die Gäste mussten auf ihre beiden torgefährlichen Rückraum-Linken Nils Holger Kretschmer und Marc Pechstein sowie auf den -Rechten Gabor Pulay (beide Trainingsunfälle) verzichten.

Traumhafter Rückhand-Assist von Steffen Kaufmann

Den ersten Treffer für die Unterfranken erzielte Benedikt Brielmeier, es war sein 500. Tor im DJK-Trikot. Den zweiten markierte Schulz; er wäre nicht weiter erwähnenswert, hätte nicht Steffen Kaufmann einen traumhaften verdeckten Pass hinter seinem Rücken an den Kreis abgelegt, mit dem kein Abwehrspieler rechnen kann. Den dritten markierte Kaufmann auf seinem Weg zum 1000. Tor für die Wölfe selbst. An diesem Abend reichte es nur zum 999. "Ich bin über den Sieg glücklicher", meinte er lakonisch.

Weil Elbflorenz aber auch zu erfolgreichen Abschlüssen kam, zunächst vor allem über seinen erstligaerfahrenen Neuzugang Jonas Thümmler (HC Erlangen) am Kreis, stand es nach 13 Minuten 5:5. Erstmals in Führung gingen die Rimparer in Überzahl durch einen Heber von  Dominik Schömig (7:6, 18.). 

Rimparer 6:0-Lauf vor der Pause 

Diese bauten der Linksaußen, der drei weitere Treffer folgen ließ, zwei per Konter, und seine Kollegen durch besagten 6:0-Lauf bis zur Halbzeit auf sieben Tore aus. Den Dresdenern, die durch den Druck der DJK-Deckung mehr und mehr Fehler produzierten und Bälle verloren, gelang in den neun Minten vor der Pause kein einziger Treffer mehr. Beim Gang in die Kabine klatschten sich die Unterfranken ab.

Als Brielmeier in der 38. Minute mit dem fünften verwandelten Tempogegenstoß zum 19:10 für seine Farben erhöhte und HCE-Trainer Göde seine Mannschaft zur Auszeit bat, rissen die Rimparer bereits die Arme in die Höhe. Fühlten sie sich des Sieges zu früh zu sicher? "Siegessicher waren wir nicht, aber unser Selbstvertrauen war da schon enorm. Und dann haben wir wieder, wie schon in Krefeld, zu schnell Abschlüsse genommen und unnötige Zeitstrafen bekommen. Das müssen wir abgeklärter runterspielen", monierte Schulz.

Fehlende Konsequenz im Abschluss von außen

Die nun offensiver - 4:2 und 5:1 versetzt - verteidigenden Sachsen jedenfalls, die in der 44. Minute ihren Abwehrchef Henning Quade wegen eines Gesichtsfouls an Schulz mit Rot verloren, verkürzten in der nun zerfahrener werdenden Partie bis auf 17:20 (48.). Ein ums andere Mal traf Nils Gugisch von Rechtsaußen. Die Unterfranken selbst brachten sie durch mangelnde Durchschlagskraft im Angriff und fehlende Konsequenz im Abschluss zurück ins Spiel, sie blieben nach der Auszeit acht Minuten lang ohne Tor. "Wir haben allein fünf Freie von Außen verschenkt, die müssen wir einfach reinmachen", forderte Klatt und nahm dabei auch frisch hereingekommene und noch nicht erschöpfte Spieler wie Fin Backs und Felix Karle in die Pflicht. "Da fehlt mir der letzte Wille."

Autogrammstunde am Sonntag auf der Mainfrankenmesse

Statt richtig einen rauszuhauen, wurde die Schlussphase so noch mal unerwartet - und unnötig - spannend. "Meine Mannschaft hat Moral gezeigt", lobte Gäste-Coach Göde, doch angesichts des großen Vorsprungs der Gastgeber sei es zu schwer gewesen, "noch mal zurückzukommen". 

Am Sonntag (12 Uhr) geben die Wölfe auf der Mainfrankemesse eine Autogrammstunde und unterstützen damit die Typisierungsaktion des "Netzwerk Hoffnung" im Kampf gegen Krebs. Am nächsten Samstag gastieren sie dann beim TV Hüttenberg. Als ein Topteam der Tabelle. 

Die Statistik des Spiels

Rimpar: Brustmann (1.- 49.), Wieser (50.- 60.) - Schömig 5/1, Böhm 2, Karle, Gempp (n.e.), Schmidt 5/1, Kaufmann 4, Siegler 2, Meyer, Schulz 2, Backs, Brielmeier 4, Herth, Sauer.
Elbflorenz: Huhnstock (1.-23., 31.-60.), Göres (24.- 30. und bei einem Siebenmeter) - Dierberg 1, Gugisch 7/1, Buschmann 2, Dumcius 3, Jungeman, Hoffman, Greß 1, Vanco 3, Quade, Kasal 1, Thümmler 4.
Spielfilm: 2:2 (7.), 5:5 (13.), 7:6 (18.), 9:8 (21.), 15:8 (Halbzeit), 19:10 (38.), 19:14 (45.), 20:17 (48.), 22:19 (55.), 25:2 (Endstand).
Siebenmeter: 2/3 : 1/2.
Zeitstrafen: 5:4.
Rot: Quade (Elbflorenz, 44., grobes Foul).
Schiedsrichter: Lucas Hellbusch/Darnel Jansen (Darmstadt).
Zuschauer: 1496.
 

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