HANDBALL: 2. BUNDESLIGA

Rimparer Wölfe suchen Retter: Crowdfunding wegen Corona

Angeln mit Trainer Klatt, Essen mit Kapitän Schmidt oder "Schlag den Wolf": Mit originellen Aktionen und anderen Angeboten werben die Handballer um Unterstützung.
Ein toller Hecht: Ceven Klatt, Trainer des Handball-Zweitligisten DJK Rimpar Wölfe, ist passionierter Angler. Im Rahmen einer Crowdfunding-Aktion des Klubs in der Corona-Krise kann ein Fan für 250 Euro mit Klatt angeln gehen.
Ein toller Hecht: Ceven Klatt, Trainer des Handball-Zweitligisten DJK Rimpar Wölfe, ist passionierter Angler. Im Rahmen einer Crowdfunding-Aktion des Klubs in der Corona-Krise kann ein Fan für 250 Euro mit Klatt angeln gehen. Foto: Klatt

Sie wollten schon immer mal ein Käpt'ns Dinner erleben? Einen tollen Hecht fangen? Oder einen Wolf bezwingen? Die Zweitliga-Handballer der DJK Rimpar Wölfe machen's unter Umständen möglich. Nicht auf dem "Traumschiff" freilich und natürlich auch nicht uneigennützig. Sondern, um damit Geld zu sammeln.

Aufgrund der Corona-Krise und der damit verbundenen wirtschaftlichen Nöte bitten in verschiedenen Sportarten viele deutsche Vereine ihre Fans derzeit um Solidarität und Spenden. Als erster Klub in der Handball-Bundesliga haben die Rimparer eine Crowdfunding-Aktion unter dem Titel "Willst du auch ein #Wölferetter sein" ins Leben gerufen. Ihr Ziel: Bis 8. Mai insgesamt 30 000 Euro erlösen, "um den Spielbetrieb 2020/21 trotz erhaltener Lizenz über die komplette Saison sichern zu können". Als Gegenleistungen bieten sie unter anderem eine Auswahl an durchaus originellen Bespaßungen an. 

"Die Idee dazu hatte Roland Sauer", berichtet Trainer Ceven Klatt am Freitag. Er und Geschäftsstellenleiter Christian Graber hätten dann in anderen Sportarten "quergeguckt" und Kapitän Patrick Schmidt dazugenommen, der die Spieler befragt habe, mit welchen Aktionen sie das Crowdfunding unterstützen könnten. "Wir wollten die freie Zeit nutzen, um was zu machen", sagt Klatt. "Uns hilft jeder Euro."  

Zwei Profis fürs Jugendtraining

Die Mannschaft verzichtet mit ihrer Zustimmung zur Kurzarbeit also nicht nur auf einen Teil des Gehalts, sondern stellt sich auch für sportliche und andere Zwecke zur Verfügung. So haben etwa Jugendteams, die von Profis lernen wollen, die Möglichkeit, zwei Rimparer Spieler für 100 Euro ins Training zu holen. Genauso viel kostet ein Personal Training mit Klatt im Fitnessstudio.  

Für 150 Euro gibt's ein Tennis-Match gegen Julian Sauer, eine Partie Backgammon samt Kaffeeklatsch mit Philipp Meyer und Patrick Gempp oder eine Runde FIFA20-Zocken an der Konsole gegen Lukas Siegler und Steffen Kaufmann im "deutschen Clásico" Borussia Dortmund gegen Bayern München.   

Schlag den Wolf

Unter dem Motto "Schlag den Wolf" kann sich ein Fan mit einer Begleitung für 200 Euro zu einem "Sondertraining" einladen und sich in verschiedenen Wettkämpfen mit Spielern messen - zum Beispiel im Sprint mit dem schnellen Linksaußen Dominik Schömig, beim Siebenmeterwurf mit Torwart Max Brustmann oder im Zweikampf am Kreis mit dem 107-Kilo-Koloss Patrick Gempp - viel Spaß. Schmerzensgeld müsste individuell ausgehandelt werden.

Für 300 Euro kann man mit Rimpars Kapitän Patrick Schmidt im Restaurant zu Abend essen und über Handball plaudern.
Für 300 Euro kann man mit Rimpars Kapitän Patrick Schmidt im Restaurant zu Abend essen und über Handball plaudern. Foto: Natalie Gress

Wer's mit Sport nicht so hat, der kann für 250 Euro auch den passionierten Angler Klatt begleiten und sich mit ihm über sein Hobby austauschen - "das ist nämlich gar nicht langweilig, wie alle glauben". Oder eben über Handball. Für 300 Euro geht das auch bei einem Abendessen im Restaurant mit Kapitän Schmidt. 

Ein Spieler als Praktikant

Teuerster Spaß im Angebot der Wölfe ist die Übernahme einer Spielerpatenschaft für 4000 Euro. Es richtet sich ebenso an Unternehmen wie beispielsweise das Firmentraining (2500 Euro) oder die Möglichkeit, sich einen Handballer einen Tag lang als Praktikanten ins Haus zu holen (2000 Euro).

Aber auch Kleinspender können die Rimparer unterstützen und etwa das unter dem Namen "Wolfsmilch" selbstgebraute Bier (2,50 Euro/Flasche), ein virtuelles Ticket fürs Derby gegen Coburg (5 Euro) oder ein sogenanntes "Matchworn" Trikot - also ein getragenes, aber mutmaßlich gewaschenes - Leibchen (100 Euro) sowie andere Fanartikel erwerben.

Sollte die Summe von 30 000 Euro innerhalb des nächsten Monats zusammenkommen, wird jeder Unterstützer auf der Startseite der Vereinshomepage an einer Art "Retterwand" namentlich verewigt.  Wenn nicht, erhalten alle Spender ihr Geld zurück.

HBL setzt Spielbetrieb bis 16. Mai aus - Vereinbarungen haben Auswirkungen auf unterfränkische Vereine
Die Handball-Bundesliga (HBL) hat die Aussetzung des Spielbetriebs in der ersten und zweiten Liga nach einem Beschluss des Präsidiums verlängert. Das gab sie am Freitagabend (3. April) auf ihrer Internetseite bekannt. Bisher sollte die Saison bis zum 23. April ruhen, jetzt wird die Unterbrechung bis 16. Mai datiert. Spätestens dann soll wieder gespielt werden. Auch dieser Termin sei letztlich aber abhängig von der weiteren Dynamik der Corona-Pandemie und den daraus resultierenden behördlichen Anordnungen, heißt es. Die HBL orientiert sich unter anderem auch an der Aussage der Bundesregierung, dass es am 20. April eine neue Bewertung der bis dato geltenden Auflagen geben könnte.
Die HBL, der Deutsche Handballbund (DHB), unter dessen Dach die Dritte Liga mit ihren vier Staffeln beheimatet ist, und die Handballl Bundesliga Frauen haben sich bereits darauf verständigt, dass es im Falle von Saisonabbrüchen keine Absteiger (mit der Ausnahme von bereits zurückgezogenen Mannschaften bzw. sogenannter wirtschaftlicher Absteiger), sondern lediglich Aufsteiger in die Saison 2020/21 geben soll. Welcher Zeitpunkt in der Runde dann gewertet werden würde - die Halbsaison oder der jetzige Tabellenstand nach zwei Dritteln der Runde - blieb vorerst offen. Aus der zweiten Liga würde nur der abgeschlagene Letzte HSG Krefeld absteigen, der keinen fristgerechten Lizenzantrag gestellt hat.
Gäbe es dafür nur drei Aufsteiger aus der Dritten Liga, um das Unterhaus bei 18 Mannschaften zu halten? Wenn ja, dann hätte die Regelung auch Auswirkungen auf zwei unterfränkische Drittligisten. Der HSC Bad  Neustadt, Schlusslicht der Mitte-Staffel, würde dann nicht absteigen. Der TV Großwallstadt, Spitzenreiter in dieser Staffel, aber im Vergleich mit den Tabellenführern aus Nord-Ost, Nord-West und Süd der mit den derzeit meisten Minuspunkten, würde aber wohl nur dann aufsteigen, wenn einer der drei anderen Erstplatzierten keine Zweitliga-Lizenz beantragt hätte.
Würde die Regelung auch in die unteren Ligen ausstrahlen, so würde es Bayernligist SG DJK Rimpar II vor dem Abstieg retten. Als Drittletzter dürfte der Perspektivkader der Wölfe dann wohl in der Klasse bleiben. 

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