HANDBALL

Rimpars Handballer rocken das Rheinland

Eine konzentrierte Vorstellung in der Defensive beschert Ceven Klatts Team den ersten Zweitliga-Auswärtssieg seit über vier Monaten.
Läuft doch: Ceven Klatts Rimparer setzten sich in Dormagen durch.
Läuft doch: Ceven Klatts Rimparer setzten sich in Dormagen durch. Foto: foto2press/Frank Scheuring

Rimpars Zweitliga-Handballer haben mal wieder in der Fremde zugeschlagen. Am Samstagabend gewannen sie beim Tabellennachbarn TSV Bayer Dormagen ihr erstes Auswärtsspiel seit dem 5. Oktober 2019. Beim 21:20-Sieg bewiesen die Unterfranken Abwehrstärke und hielten den Werksklub vor 1034 Zuschauern an der kurzen Leine.

Ceven Klatt stammt aus Brandenburg. Doch der Rimparer Trainer hat im Rheinland Wurzeln geschlagen. Bis zum letzten Sommer war er mit seiner Familie in Neuss zu Hause. Dort fungierte er als Übungsleiter des städtischen Handballklubs, der 2017 mit ART Düsseldorf zum HC Rhein Vikings umbenannt worden ist. Das Experiment ist hochgradig gescheitert. Der Fusionsklub hat im Januar als Drittligist Insolvenz anmelden müssen.

Gute Verbindungen

Klatts Verbindungen ins Rheinland haben dagegen eine längere Halbwertszeit – auch die ins nahe bei Neuss gelegene Dormagen. Mit dem derzeit verletzten TSV-Spieler Heider Thomas stand er noch selbst auf der Platte, Jugend-Nationalspieler Julian Köster hat Klatt bei den Vikings trainiert. Nun ist dem 36-Jährigen mit seinen Rimparern unweit der vormaligen Wirkungsstätte ein Auswärtscoup gelungen. "Unsere Taktik ist voll aufgegangen", frohlockte Klatt nach dem knappen, aber verdienten Erfolg.

Bis dato hatten die Dormagener erst zwei Heimniederlagen gegen die Spitzenklubs aus Gummersbach und Coburg kassiert – und in knapp der Hälfte ihrer Rundenspiele mindestens 30 Treffer geschafft. Die Rimparer hielten den zweitbesten Angriff der Liga diesmal bei lediglich 20 Toren, die schwächste Ausbeute der selbsternannten Wiesel in dieser Saison. "Wir haben super Kooperationen in der Abwehr hinbekommen. Auch Max Brustmann hat wieder viele wichtige Paraden gezeigt", sagte Klatt.

Dabei hatte es gar nicht gut für die Gäste begonnen. Der erste eigene Treffer gelang Rechtsaußen Julian Sauer erst in der elften Minute. Da stand es bereits 0:4. Der DJK-Trainer dürfte sich an sein Gastspiel als Kiebitz im Mai letzten Jahres erinnert gefühlt haben, als die Grün-Weißen mit 16:28 baden gegangen waren. "Die Anfangsphase war schwierig, weil wir viele freie Bälle vergeben haben. Doch wir haben es geschafft, ruhig zu bleiben", befand Klatt. Schon die verbleibende Zeit bis zur Pause habe man mit 7:5 für sich entschieden.

Die Wölfe zogen sich schneller zurück, als die Wiesel vorpreschten. Rimpar regulierte seine Offensive hingegen clever. "Wir mussten mit unseren Kräften gut haushalten, weil einige Spieler unter der Woche wegen grippaler Infekte nicht trainieren konnten", erklärte Klatt. Steffen Kaufmann und Lukas Siegler gehörten dazu. Hinzu kam, dass Mittelblocker Michael Schulz frühzeitig zwei Zeitstrafen hinnehmen musste.

Verschlepptes Tempo

"Wir haben das Tempo geschickt verschleppt", so der DJK-Coach. Immer dann, wenn die Gäste merkten, dass sie nicht per Konter oder zweiter Welle zum Torerfolg kommen würden, gingen sie es gemächlich an. Das sollte sich zunehmend auszahlen. Kurz nach dem Seitenwechsel glich Rimpar erstmals aus. Im Rückraum fanden immer wieder die umsichtigen Benjamin Herth und Benedikt Brielmeier die Lücken und bedienten auf Außen Julian Sauer, der mit sechs Treffern erfolgreichster Schütze auf dem Feld war. In Unterzahl und in den Phasen, als es Dormagen mit dem siebten Feldspieler probierte, ließen sich die Rimparer ebenfalls nicht aus der Ruhe bringen.

"Wir haben das wirklich gut gelöst", lobte Klatt. Auch moralisch und kämpferisch habe man eine starke Leistung gezeigt. Der Lohn ist der siebte Platz in der Tabelle bei nur fünf Punkten Rückstand zum zweiten Aufstiegsplatz. Am kommenden Samstag geht es für Klatt übrigens weiter mit einer gedanklichen Reise in die Vergangenheit. Am Faschingssamstag (19.30 Uhr, s.Oliver Arena) kommt der TuS Ferndorf nach Würzburg. Die Siegerländer waren Klatts erfolgreichste Station als Spieler.

Die Statistik des Spiels
Handball, Zweite Bundesliga
TSV Bayer Dormagen – DJK Rimpar Wölfe 20:21 (9:7)
Dormagen: Bartmann (1. - 60.), Boieck (n. e.) – Reuland 2/1, Köster, Görgen, Richter 6/3, Löfström 2, Huter 4, Hüter, Braun, Maldonado, Sterba 1, Grbavac 5.
Rimpar: Brustmann (1. - 60.), Wieser (1 Siebenmeter) – Schömig 1, Böhm, Karle (n.e.), Gempp 1, Schmidt, Kaufmann 2, Siegler 2, Schulz, Backs (n.e.), Brielmeier 5, Herth 4/1, Sauer 6.
Spielfilm: 2:0 (6.), 5:1 (11.), 5:3 (17.), 7:3 (19.), 8:5 (23.), 9:7 (Halbzeit), 9:9 (33.), 11:10 (36.), 12:13 (39.), 15:14 (42.), 15:17 47.), 17:17 (50.), 18:20 (53.), 19:21 (55.), 20:21 (Endstand).
Zeitstrafen: 4/6. Siebenmeter: 5/4 : 3/1. Schiedsrichter: Tobias Schmack/Philipp Dinges (Stutensee/Linkenheim-Hochstetten). Zuschauer: 1034.

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