FUßBALL: BAYERNLIGA

Roland Metz lässt den WFV nicht hängen

Ein Ur-Zellerauer mit Herz für den WFV: Roland Metz. Foto: Carolin Münzel

Wie oft er gesagt hat, dass er kein Ehrenamt mehr übernehmen will, daran kann sich Roland Metz schon gar nicht mehr erinnern. Das letzte Mal versuchte er 2017 sich aus dem Geschehen beim Würzburger Fußballverein zurückzuziehen, als er nach abgelaufener Amtszeit nicht mehr als „Vorstand Finanzen“ kandidierte. Doch dann drohte Ende vergangenen Jahres die Insolvenz des Klubs und der aus der Zellerau stammende Metz, der nach seinem Rückzug aus dem Vorstandsgremium noch Mitglied im Wirtschafts- und Verwaltungsrat war, sah es als seine Pflicht an, seinen Beitrag zur Rettung des Vereins zu leisten.

Umlage beschlossen

Nun ist es Februar und bei einem Treffen auf der Alten Mainbrücke in Würzburg ruft ihm ein vorbeikommender ehemaliger Schiedsrichter zu: „Ah, Herr Präsident.“ Metz winkt lachend ab: „Präsidenten gibt es bei uns nicht.“ Seit Donnerstag ist er allerdings Vorsitzender des WFV, gewählt in einer Mitgliederversammlung vom Großteil der 114 Anwesenden. Die Begegnung auf Würzburgs Touristenattraktion zeigt: Metz ist bekannt wie der gern zitierte „bunte Hund“. Über die Hälfte seines Leben hat er beim WFV verbracht, in den er 1984 eingetreten ist. Dort spielte er Fußball, trainierte Jugendmannschaften und hatte vom Schriftführer bis zum „3. Vorstand“ zahlreiche Positionen inne. Nur Vorsitzender war der nun 48-Jährige noch nie.

Sparen, Spenden sammeln, Sponsoren suchen

„Ich wollte wirklich nichts mehr machen, aber ich fühle mich verantwortlich. Ich will den Verein nicht im Stich lassen, vor allem nicht in einer Zeit, die so hart ist“, sagt Metz. Und tatsächlich ist es – auch wenn die Insolvenz abgewendet worden ist – um die Finanzen des WFV nicht gut bestellt: „Es gelten nach wie vor die drei ,S': sparen, Spenden sammeln und Sponsoren suchen.“

Umlage beschlossen

Um die Lage zu entspannen, wurde bei der Versammlung am Donnerstag eine Umlage beschlossen. Jedes volljährige Mitglied wird einmalig 120 Euro zahlen – rund 34 000 Euro sollen dadurch zusammenkommen. „Wir haben keine andere Möglichkeit, die Saison zu Ende zu bringen“, sagt Metz, der im neuen Vorstand mit Oliver Heilmann (Jugend), Jürgen Roos (Aktivitäten), Peter Büttner (Finanzen), Gerald Rudolph (Marketing) und Uwe Lehmann (Liegenschaften) zusammenarbeiten wird.

Personaletat überschritten

„Wenn mir die anderen nicht ihre Unterstützung zugesagt hätten, hätte ich nicht darüber nachgedacht, zu kandidieren“, sagt der neue Vorsitzende. Auch seine Frau musste von den Mitstreitern ihres Mannes erst überzeugt werden. Leicht ist die Aufgabe, den Verein zu konsolidieren, jedenfalls auch dann nicht, wenn alle an einem Strang ziehen.

Eines der großen Probleme sind die hohen Personalkosten. Der Etat für die erste und zweite Mannschaft sei massiv überschritten worden, sagt Metz, der keine genauen Zahlen und auch keine Schuldigen benennen wollte. Fakt sei aber, dass man die Kosten deutlich unter 120 000 Euro pro Saison senken müsse.

Kein Antrag für die Regionalliga

Da ist es nur folgerichtig, dass sich die Verantwortlichen von Aufstiegsambitionen verabschiedet haben. Einen Antrag für die Regionalliga werden sie in dieser Saison nicht stellen, auch wenn der WFV als Vierter der Bayernliga Nord durchaus noch Chancen hat, oben mitzuspielen. „Wir haben das Geld nicht, um die vom Verband vorgegebenen Auflagen zu erfüllen“, sagt Metz und bekennt sich klar zum Status Quo: „Unser Anspruch ist es, in der Bayernliga gut dazustehen. Das ist die Liga, die zu uns passt und zu der wir passen.“

Vorstand entlastet

Das klingt anders als die markigen Worte seiner Vorgänger, die am Donnerstagabend nachträglich für ihre Amtszeit entlastet worden sind, weil sich die Wirren um den Vertrag mit einem neuen Ausrüster aufklären ließen. 18 000 Euro waren neben dem ursprünglich vereinbarten Jahres-Betrag gezahlt worden, und keiner wusste warum. Jetzt stellte sich laut Metz heraus, dass den Großteil der Kosten die durch den Ausrüsterwechsel nötig gewordenen Bedruckung der vom WFV verwendeten Sportartikel verursacht habe. Im Lauf des vier Jahre gültigen Vertrages mit dem Ausrüster würden sich diese Ausgaben aber amortisieren und dem WFV sogar einen finanziellen Vorteil bringen.

Der Wirtschafts- und Verwaltungsrat

Acht Mitglieder hatte der Wirtschafts- und Verwaltungsrat nach der letzten Wahl im Oktober 2017. Im November 2018 verließ Cristof Hille aus gesundheitlichen Gründen das Gremium, Michael Freudenberger trat vor rund einer Woche aus persönlichen Gründen zurück. Von den verbleibenden sechs Mitgliedern wechselten Roland Metz, Gerald Rudolph und Uwe Lehmann in den Vorstand, so dass das Gremium – für das in der Satzung eine Größe von fünf bis neun Personen vorgesehen ist – nur noch aus drei Mann bestanden hätte.

So wurden am Donnerstag sechs neue Mitglieder nachgewählt: Christian Götz, Harald Breunig (der aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr für das Amt des „Vorstand Liegenschaften“ kandidiert hatte), Armin Holzhäuser, Stefan Riepel, Norbert Hölter und Uwe Röhrig. Ihre Amtszeit in dem mit den verbleibenden Mitgliedern Peter Lurz, Johann Schuster und Frank Krämer nun neunköpfigen Gremium läuft bis Oktober. (cam)

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