HANDBALL. 2. BUNDESLIGA

Saisonstart für die Wölfe: Der Druck lastet auf Lübbecke

Beim Debüt von Ceven Klatt als DJK-Trainer in der zweiten Liga hat Gastgeber TuS N-Lübbecke einiges gutzumachen. Und daran sind die Rimparer nicht unschuldig.
In der vergangenen Saison bejubelten die Rimparer Wölfe um Julian Sauer zwei Siege über den TuS N-Lübbecke.  Foto: Heiko Becker

2. Bundesliga, Männer
TuS N-Lübbecke - DJK Rimpar Wölfe
(Samstag, 19 Uhr, Merkur Arena)

Seine Spieler sind heiß auf den Saisonstart, Ceven Klatt immerhin verspürt "langsam ein Kribbeln". "Ich bin positiv gestimmt", sagt der 36-Jährige vor seinem Debüt als Trainer von Handball-Zweitligist DJK Rimpar Wölfe beim TuS Nettelstedt-Lübbecke. Auch, was den Ausgang der Partie angeht? Klatts Antwort: erst ein Lachen, dann eine Pause, dann die Aussage "am ersten Spieltag ist alles möglich".

Fehlstart und vorzeitige Trennung von Aron Ziercke

Zumal dann, wenn der Druck beim Gegner deutlich größer sein dürfte. Aus drei Gründen. Erstens hat die Mannschaft sportlich einiges gutzumachen. Vor einem Jahr war der Erstliga-Absteiger mit seinen namhaften Profis nicht nur auf dem Papier als Kandidat für den direkten Wiederaufstieg angetreten. Auch die Verantwortlichen hatten vollmundig ihre Ambitionen kundgetan. Statt Erfolgen jedoch Ernüchterung und Enttäuschung: ein Fehlstart von 4:6 Punkten, eine vorzeitige Trennung von Trainer Aaron Ziercke, am Ende nur Rang sieben. "Als sie kein Ziel mehr hatten, sind sie auseinandergefallen", meint Klatt. 

Zweitens hat die Mannschaft wohl auch menschlich manches gutzumachen. Von ihren Anhängern wurden die Lübbecker mitunter nach Spielen ausgebuht, in den Sozialen Netzwerken teils harsch kritisiert, teils auch wüst beschimpft und beleidigt. Lust- und Leidenschaftslosigkeit war noch der harmloseste Vorwurf.   

Zwei Siege für Rimpar in der Vorsaison 

Drittens hat die Mannschaft gerade gegen Rimpar etwas gutzumachen. In der vergangenen Saison verloren die Ostwestfalen beide Spiele gegen die Unterfranken: 28:29 auswärts, 20:27 daheim. Nach dem Fiasko in eigener Halle hatte sich Interimscoach Heidmar Felixson öffentlich bei den Fans entschuldigt: „Es tut mir leid, dass Sie sich dies angucken mussten.“

"Zuschauer zurückgewinnen" formulierte TuS-Geschäftsführer Torsten Appel gegenüber der "Handballwoche" sodenn als Wunsch für die neue Spielzeit. Und als Ziel "oben mitspielen". Aus Schaden scheint man klug geworden beim früheren Verein von DJK-Spielmacher Benjamin Herth

Die Wölfe wären klug, wenn sie sich auf einen anderen Gegner als in den letzten beiden Duellen einstellen. Ebenfalls aus drei Gründen: wegen der erwähnten Wiedergutmachung, wegen des neuen Trainers und wegen der starken Vorbereitung des TuS.

Starke Vorbereitung unter Emir Kurtagic 

Emir Kurtagic, der vom TV Hüttenberg kam und davor sechs Jahre lang beim VfL Gummersbach unter Vertrag stand, trägt seit Sommer die sportliche Verantwortung. "Emir hat ein hohes Maß an Disziplin", sagt Klatt über seinen Kollegen. "Er ist der Richtige, um die individuell starken Charaktere zu der Leistungsfähigkeit zu bringen, die man ihnen zutraut." Das hätten die Vorbereitung und der Auftritt im DHB-Pokalwettbewerb bereits eindrucksvoll gezeigt. So gewann der TuS das Turnier um den Spielo-Cup, nachdem er erst Bundesligist Leipzig (21:19) und im Finale Ligakonkurrent Coburg (25:24) bezwungen hatte. In der zweiten Pokalrunde am vergangenen Wochenende unterlag er im Endspiel nur knapp Erstligist Füchse Berlin (21:23).

Roman Becvar neuer Spielmacher 

Im Kader haben der tschechische Nationalspieler Roman Becvar (HC Elbflorenz) und Dominik Ebner (TVB Lemgo) im Rückraum Kenji Hövels (Karriereende) und Dener Jaanimaa (HC Motor Zaporozhye) ersetzt. "Allein physisch hat das Team Erstliga-Qualität, die Spieler sind fast alle zwei Meter groß und breit", sagt Klatt, dem sein kompletter Kader zur Verfügung steht. 

Athletisch haben auch die Rimparer in der Vorbereitung "zugelegt", berichtet Kapitän Patrick Schmidt. "Ab jetzt wird sich zeigen, ob uns das auch in Endphasen von Spielen hilft und wir auch in den Köpfen länger frisch bleiben als früher." Erst mal sind die Wölfe vor allem eines: heiß. 

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