Schutzengel fährt bei Ruderern mit

Würzburg Mit guten Ergebnissen warteten Würzburgs Top-Ruderer bei der internationalen Regatta in Duisburg auf. Doch viel wichtiger als der sportliche Erfolg war, dass ein schwerer Unfall des Mannschafts-Busses für die Mitglieder des ARC Würzburg ohne Verletzungen verlief.
Die Weltmeisterschaft der Altersklasse unter 23 Jahren (U 23) Anfang August in Poznan/Polen ist das Ziel von Würzburgs besten Ruderern - und es sieht gut aus, dass die meisten von ihnen es auch erreichen werden. Keinerlei Probleme sollte es für Laura Tasch (ARC Würzburg) geben. Obwohl die 19-Jährige wegen der Abitur-Prüfungen in den letzten Wochen fast nicht trainiert hatte, wusste sie auf der Wedau zu überzeugen. Die Leichtgewichts-Skullerin gewann mit Katharina Fricke (Heidelberg) im Doppelzweier und landete im Einer (hier in der Eliteklasse) wie im Doppelvierer auf Rang zwei. "Das hat gepasst", freute sich Trainer Philipp Tibitanzl mit der Vize-Weltmeisterin des Vorjahres. Immerhin hatten Tasch und Co im Vierer-Finale sogar A-WM-Teilnehmer Großbritannien in die Schranken verwiesen.

Mit Tasch im Doppelvierer saß auch Claudia Schad (Würzburger RVB). Im Doppelzweier war sie mit ihrer Berliner Partnerin Nicola Petri auf Rang drei gerudert und am Tag zuvor - bei allerdings nicht komplett angetretener Konkurrenz - sogar auf Platz zwei. Und dies, obwohl die 19-Jährige bislang nur ein Trainingswochenende mit Nicola Petri hatte.

Auch für Claudia Schads Bruder Stephan (WRVB) verlief die Duisburger Regatta erfolgreich. Am ersten Regattatag schlug der 21-Jährige schon im Vorlauf mit seinem neuen Partner Peter Krüger (Brandenburg) die gesamte deutsche Konkurrenz im U-23-Leichtgewichts-Doppelzweier. Im Endlauf schaffte er dies auch, musste sich allerdings den Franzosen und Griechen geschlagen geben. Tags darauf war Premiere für den Doppelvierer von Schad, für den er erst seit kurzem gemeinsam mit Krüger und zwei Berlinern trainiert. Das Quartett startete nicht bei U 23, sondern in der Eliteklasse A - und brachte das erheblich erfahrenere Favoritenboot des Deutschen Ruder-Verbandes auf das Ticket zur A-Weltmeisterschaft gehörig ins Schwitzen.

Auch Nora Wehrhahn (ARCW) darf mit ihrem Abschneiden in Duisburg zufrieden sein. Zusammen mit Christian Mahler (Bremen) zeigte sie im Zweier im Vorlauf eine tolle Leistung, besiegte sogar U-23-Weltmeister Rumänien. Im Finale lief es nicht mehr ganz so gut, am Ende stand Rang drei. Die WM-Teilnahme ist für die 22-Jährige aber so gut wie sicher. Weil das Team des Frauen-Achters nach der Saison nahezu komplett die Karriere beendet, wird der Verband in diesem Jahr eine zehnköpfige Auswahl bilden, die mit zwei Booten (Zweier und Vierer) bei der U-23-WM sowie dem Vierer bei der WM der nichtolympischen Klassen an den Start geht. Und einen dieser zehn Plätze sollte sich Nora Wehrhahn in jedem Fall sichern können. Weniger erfreulich verlief die Regatta für Florian Schercher (WRVB). Im Vierer ohne Steuermann schied der 21-Jährige im Vorlauf aus, und auch mit Platz vier im U-23-Achter blieb er hinter seinen Erwartungen zurück.

Glück im Unglück hatte schließlich das Team des ARC Würzburg auf der Heimfahrt. In der Nähe des Offenbacher Kreuzes raste ein angetrunkener Pkw-Fahrer seitlich in den Mannschafts-Bus des ARCW. Der kam mitsamt Bootsanhänger heftig ins Schlingern und wäre ums Haar die Böschung hinabgestürzt. Zum Glück aber blieben Laura Tasch, die von einer Junioren-Regatta in Köln hinzugestoßenen Philipp Weidinger und Johannes Schmidt sowie die Trainer Philipp Tibitanzl und Lorenz Aßländer unverletzt. "Wir waren mit vielen Schutzengeln unterwegs", sagte Tibitanzl. Bus samt Anhänger weisen aber einen Totalschaden auf. Weil sie nur noch einen geringen Zeitwert haben, wird es von der Versicherung keinen gleichwertigen Ersatz geben. Nun sucht der ARCW nach Spendern, damit der Ruderbetrieb optimal weitergehen kann.

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