Würzburg

Serie hält: Kickers holen einen Punkt gegen Waldhof Mannheim

Der FWK liefert sich mit der Spitzenmannschaft aus Mannheim einen hochklassigen Schlagabtausch auf Augenhöhe. Das torlose Unentschieden geht für beide Trainer in Ordnung.
Umkämpfte Partie zweier spielstarker Mannschaften: Kickers-Kapitän Sebastian Schuppan beobachtet das Kopfballduell zwischen Saliou Sané und Kevin Conrad (von links).
Umkämpfte Partie zweier spielstarker Mannschaften: Kickers-Kapitän Sebastian Schuppan beobachtet das Kopfballduell zwischen Saliou Sané und Kevin Conrad (von links). Foto: foto2press/Frank Scheuring

Es war eines der besseren torlosen Unentschieden, das sich die Würzburger Kickers mit dem SV Waldhof Mannheim lieferten. 7012 Zuschauer sahen am Dallenberg eine ansehnliche und umkämpfte Drittligapartie zweier spielstarker Mannschaften, die sich nach den 90 Minuten lediglich einen Vorwurf gefallen lassen müssen: mangelnde Chancenverwertung. Die Kickers bauen mit diesem Remis ihre Erfolgsserie aus - die Rothosen sind seit inzwischen sechs Partien ungeschlagen.

Cheftrainer Michael Schiele vertraute zum dritten Mal in Folge demselben Personal. Gegen Mannheim startete dieselbe Elf wie beim 3:1 gegen Braunschweig und beim 2:1 in Zwickau. Vor Torwart Vincent Müller beorderte der Kickers-Coach Frank Ronstadt, Jonas David, Sebastian Schuppan und Luke Hemmerich. Im zentralen Mittelfeld sollten Patrick Sontheimer und Simon Rhein die Fäden ziehen, Fabio Kaufmann und Albion Vrenezi auf den Außenbahnen Dampf machen. Dominic Baumann und Saliou Sané übernahmen die Abteilung Attacke.

Schmähgesänge gegen den DFB

Die Kickers-Fans äußern Kritik und zeigen das DFB-Logo im Fadenkreuz: 'Euer Verständnis von Demokratie kotzt uns an! Kollektivstrafen abschaffen!'
Die Kickers-Fans äußern Kritik und zeigen das DFB-Logo im Fadenkreuz: "Euer Verständnis von Demokratie kotzt uns an! Kollektivstrafen abschaffen!" Foto: foto2press/Frank Scheuring

Beide Mannschaften zeigten gleich zu Beginn gute Ansätze. Doch während die Würzburger Angriffe im gegnerischen Abwehrverbund hängen blieben, präsentierten sich die Gäste zu ungenau im Abschluss. Diese Phase ohne Großchancen nutzten Teile beider Fanlager für ihren Auftritt. Im Wechselgesang zwischen dem Würzburger und Mannheimer Block schallte es "Scheiß DFB" über den Dallenberg, in der FWK-Kurve hing eine Fahne mit dem Verbandslogo im Fadenkreuz. Zu einer Spielunterbrechung durch Schiedsrichter Parick Schwengers kam es nicht.

In der 15. Minute ging's weiter mit Fußball - und mit einer guten Gelegenheit für die Schiele-Elf. Sanés Flugkopfball streifte aber nur das Außennetz, die präzise geschlagene Flanke kam von Hemmerich auf der rechten Außenbahn. Ähnlich - aber weit weniger gefährlich - die Mannheimer auf der Gegenseite. Hier war es Valmir Sulejmanis Kopfball, der die Maschen des Würzburger Tors auf der für die Waldhof-Akteure falschen Seite touchierte.

Rhein scheitert aus der Distanz

Mittelfeldmotor Simon Rhein setzte nach einer knappen halben Stunde das nächste Ausrufzeichen. Die Rothosen setzten das Trares-Team früh und weit in dessen Hälfte unter Druck - und wurde mit einer guten Schussmöglichkeit aus der zweiten Reihe belohnt. Waldhof-Keeper Timo Königsmann musste sich mächtig strecken, um Rheins Schuss noch über die Latte zu lenken.

Rhein war es auch, der bei einem Freistoß aus dem Halbfeld schnell schaltete und Nebenmann Sontheimer auf die Reise schickte. Der wählte trotz freier Schussbahn aber die flache Hereingabe - die falsche Entscheidung, Waldhof klärte. Direkt im Gegenzug ließ Mannheim eine noch größere Chance ungenutzt liegen: Rothosen-Schlussmann Müller wehrte einen Sulejmani-Schuss zur Seite ab, dem freistehenden Gouaida rutschte der Ball aber über den Spann, die Kugel segelte über die Latte (38.).

Waldhof kommt besser aus der Kabine

Den besseren Start in die zweiten 45 Minuten erwischten die Gäste. Mit mehr Ballbesitz und meist über die Vrenezi-Ronstadt-Außenbahn kommend, arbeitete sich der SVW immer näher ans Würzburger Tor heran: Müller klärte aber den gefährlichen Schuss von Marcel Hofrath (50.).

Zehn Minuten dauerte es, bis sich auch die Kickers zurückmeldeten. Sané verpasste mit seinem Kopfball die Würzburger Führung nur knapp (56.). Die noch bessere Möglichkeit vergab jedoch Kaufmann: Nach feinem Außenristpass von Baumann stand der FWK-Flügelspieler völlig alleine vor dem Waldhof-Keeper, brachte den Ball aber nicht an jenem vorbei (62.).

Kickers machen Druck

Die Hausherren hatten das Spiel nun unter ihrer Fuchtel, schnürten Mannheim immer wieder in deren Defensive ein. Einzig beim Abschluss ließen die Rothosen Konsequenz und Zielgenauigkeit vermissen. So auch Vrenezi, dessen Schlenzer nach bärenstarker Vorarbeit von Kaufmann knapp über den Winkel strich (74.).

Schiele brachte in der 79. Minute Luca Pfeiffer für Baumann, und beinahe hätte der Joker des Trainers gestochen. Pfeiffer verpasste die Führung mit seinem Kopfball nur wenige Sekunden nach seiner Einwechslung knapp. In den letzten Minuten setzten die Gäste noch einmal zum Schlusssprint an, ernteten in der nun ruppiger werdenden Partie aber nichts Zählbares.

Fast ein Eigentor kurz vor dem Abpfiff

Es lief bereits die Schlussminute, als Waldhofs Marcel Seegert für Raunen beim FWK-Anhang sorgte - allerdings in seiner eigenen Hälfte: Ein verunglückter Klärungsversuch Seegerts rauschte direkt auf das eigene Tordreieck zu (Schiele: "Das war Slapstick") und zwang Königsmann zu einer Glanzparade. Die folgende Ecke brachte nichts ein, danach war Schluss am Dallenberg.

Es sei ein "komisches, aber spielerisch hochinteressantes" und letztlich "gerechtes" Unentschieden gewesen, resümierte Trares. Für Schiele, dessen Vertragsverlängerung die Fans per Banner forderten, hatte die Partie "alle Elemente eines Spitzenspiels". An diesem Samstag könne niemand aus dem Stadion gehen und sich über das Spiel beschweren. Schiele selbst sicher auch nicht: Die Kickers sind seit nun sechs Spielen ungeschlagen und halten durch das Remis den Kontakt zur Spitze. 

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