Fußball: Bayernliga

Sieben! WFV-Kantersieg gegen Viktoria Kahl

Würzburgs Fabio Bozesan (Mitte) schiebt den Ball durch die Beine von Keeper Patrick Kasiow ins Tor zum 3:0. Lucas Gora (links) schaut hilflos zu. Foto: Heiko Becker

Sieben! So viele Tore für die eigene Bayernliga-Mannschaft hat es an der Mainaustraße seit Jahren nicht gegeben. In entsprechend zufriedene Gesichter schaute man nach dem Abpfiff bei den Zellerauern, die mit diesem Ergebnis in der Tabelle von Rang elf auf Platz acht springen und ihre Tordifferenz vom Negativen ins Positive kehren. Seelenbalsam für den WFV? "Absolut", freute sich Trainer Berthold Göbel und erklärte: "Seit Wochen sind wir mit der Tordifferenz im Minusbereich, immer kurz davor, ins Plus zu springen, haben es aber nicht geschafft. Jetzt haben wir uns sogar ein Polster geschaffen." 

WFV-Torschütze Steffen Barthel (Nummer 9) bejubelt seinen Treffer zum 4:0 mit Kollege Patrick Hofmann. Foto: Heiko Becker

Des einen Freud ist bekanntlich des anderen Leid. Und nicht nur das. Für den Tabellenletzten aus Kahl erwies sich der 19. Oktober 2019 als absoluter Horrortag. Nicht nur aufgrund der Niederlage, sondern auch, weil Abwehrspieler Moritz Allig mit einer schweren Verletzung - wahrscheinlich einem Schien- und Wadenbeinbruch - ins Krankenhaus gebracht werden musste. Unglücklich war er nach einem Zweikampf mit Würzburgs Jason Tuda von seinem eigenen Mitspieler Mike Kirchner zu Fall gebracht worden (27.). Seine Schmerzensschrei ließen gleich Schlimmes vermuten.

Gut 15 Minuten Spielunterbrechung

Gut 15 Minuten war das Spiel unterbrochen, bevor der 25-Jährige unter großen Schmerzen von den herbeigerufenen Sanitätern mit einer Liege vom Platz gerollt und in den Krankenwagen verfrachtet werden konnte. Dieser konnte das Gelände des WFV jedoch erst verlassen, nachdem der mit einem Hubschrauber eilig herbeigebrachte Notarzt den Verletzten mit schmerzstillenden Medikamenten behandelt hatte.

Mit dem Rettungshubschrauber Christoph 18 wurde der Notarzt an die Mainaustraße gebracht. Foto: Heiko Becker

Zwar ist zu vermuten, dass der FC, der bereits vor der Verletzungsunterbrechung nach einem Tor von Dennie Michel (12.) mit 0:1 zurücklag, dieses Spiel ohnehin nicht gewonnen hätte, doch war den Gästen vom Untermain der Schock deutlich anzumerken. Fahrig spielten sie die erste Halbzeit zu Ende, in der Tim Lorenz nach einem Eckball von Moritz Lotzen per Kopf noch auf 2:0 erhöhte (43.). "Die Verletzung hat uns etwas aus dem Tritt gebracht, aber wir haben schon schlecht angefangen", sagte Kahls Trainer Niels Noe, der die schwere Verletzung von Moritz Allig nicht als Ausrede gelten lassen wollte: "Wir haben das komplette Spiel sehr, sehr schwach gespielt. Die Mannschaft hat vor allem vom Herzen her und vom Kampf komplett enttäuscht."

WFV zeigt sein Kombinationsgeschick

Tatsächlich zerfiel der Aufsteiger nach der Pause zerfiel vollends. Setzten die Blauen - die ohne die Routiniers Cristian Alexandru Dan (Leistenprobleme) und Benjamin Schömig (unter der Woche krank) angetreten waren - in der ersten Halbzeit noch auf lange Bälle und die Reaktionsschnelligkeit ihrer Offensive, zeigten sie in den zweiten 45 Minuten ihr Kombinationsgeschick.

Besonders auffällig wirbelte Fabio Bozesan im offensiven Mittelfeld. Durch die Beine von Keeper Patrick Kasiow erzielte er das 3:0 und verwandelte eine schöne Flanke des eingewechselten Felix Eberhardt zum 6:0. Zuvor hatten Steffen Barthel (4:0, 54.) und Patrick Hofmann (5:0, 59.) nach einer sehenswerten Flanke von Paul Obrusnik, der aus dem Mittelfeld von Calvin Gehret bedient worden war, ihre Saisontreffer zwei und vier beigesteuert. Eine schöne Hereingabe von Tuda leitete das 7:0 ein. Kevin Röckert nahm den Ball direkt an und beförderte das Spielgerät mit einem Aufsetzter ins Tor (82.). Eine fragwürdige Abseitsentscheidung vereitelte das 8:0. "Es hat dann vielleicht auch gereicht", meinte Kapitän Lorenz achselzuckend. Grund zu Feiern gab es für die Zellerauer an diesem Samstag allemal.

Die Statistik des Spiels
Fußball: Bayernliga Nord
Würzburger FV - FC Viktoria Kahl 7:0 (2:0)
Würzburg: Dietz - Lorenz, Lotzen (63. Eberhardt), Drösler - Obrusnik (63. Röckert), Gehret, Barthel, Tuda - Hofmann (63. Schnell-Kretschmer), Bozesan, Michel.
Kahl: Kasiow -Allig (41. Reinhart), Akman, Gora, Kutzop (63. Stoll) - Rachor, Komiya - Kirchner, Farbmacher, Heßler, Wissel (67. Kresovic).
Schiedsrichter: Maximilian Alkofer (Regensburg).
Zuschauer: 335.
Tore:  1:0 Dennie Michel (12.), 2:0 Tim Lorenz (43.), 3:0 Fabio Bozesan (52.), 4:0 Steffen Barthel (54.), 5:0 Patrick Hofmann (59.), 6:0 Fabio Bozesan (75.), 7:0 Kevin Röckert (82.).
Gelb-Rot: Johannes Rachor (72., Kahl, wiederholtes Foulspiel).

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