Fußball: Dritte Liga

Sind die Kickers nur durch Fouls zu stoppen?

Keiner im Kickers-Team dribbelt so oft wie Fabio Kaufmann (rechts), den hier der Duisburger Florian Brügemann mit einer Grätsche stoppen will. Foto: Frank Scheuring

Der Fußball ist längst ein Zahlenspiel geworden. Jeder Schritt, jeder Ballkontakt wird erfasst und archiviert - auch in der Dritten Liga. Und so lässt sich zweifelsfrei nachweisen, wer bei den Würzburger Kickers - Stand jetzt, vor dem Auswärtsspiel beim Chemnitzer FC am Sonntag (14 Uhr, Liveticker auf mainpost.de) - der Flankengott, der Dribbelkönig und der Spieler mit den meisten Fouls ist. Beim Durchforsten der Daten des kostenpflichtigen Portals "Wyscout" stößt man auf manch unerwartete Erkenntnis.

Nur ein Team wird öfter gefoult

Die Rahmendaten sind bekannt: Tabellenplatz 13, sechs Siege, ein Remis, sieben Niederlagen. Doch was steckt dahinter? Betrachtet man beispielsweise die Foulstatistik, sieht man die Kickers weit hinten in der Tabelle. Die Rothosen sind nämlich eines der fairsten Drittliga-Teams. Nur 161 Fouls haben sich die Rothosen geleistet. Lediglich Tabellenführer Duisburg foult noch seltener (159). Warum die Kickers die fünftmeisten Gelben Karten (34) kassiert haben, darüber kann man trefflich spekulieren.

Auf der anderen Seite scheinen viele Teams die Kickers nur mit unlauteren Mitteln stoppen zu können. 199 Mal wurden die Würzburger gefoult. Lediglich die Spieler der SpVgg Unterhaching wurden öfter von Gegenspielern gestoppt (205). Interessant ist auch, welcher Kickerrs-Akteur am häufigsten gefoult wird. Es ist Dave Gnaase (29). Den hätte man wohl eher als größtes Raubein im Kader auf der Rechnung gehabt. Schließlich kassierte Gnaase schon sechs Gelbe Karten in dieser Saison. Mehr als alle anderen Kickers-Spieler. Die meisten Fouls aber beging Patrick Sontheimer  (16).

In Sachen Ballbesitz liegen die Kickers indes im Mittelfeld. Die Ballbesitzquote der Rothosen liegt bei 49,9 Prozent (elfter Platz). Am häufigsten von allen Drittligisten am Ball ist überraschenderweise Viktoria Köln (58,7 Prozent).

Dauerbrenner Hägele

Kein Kickers-Spieler spielt so viele Pässe wie er: Daniel Hägele Foto: Silvia Gralla

Wenn es darum geht, den Ball in den eigenen Reihen zu behalten, ist die Kugel bei den Kickers bei Simon Rhein am besten aufgehoben. 90,07 Prozent der Pässe des Leihspielers vom 1. FC Nürnberg kommen an. Am häufigsten am Ball ist bei den Kickers übrigens Daniel Hägele. Der Abwehrroutinier spielte in dieser Saison schon 673 Pässe (45,17 pro Spiel). Mehr als jeder andere Kickers-Akteur. Dazu passt auch die Statistik, dass Hägele als einzige Rothose in dieser Saison bei allen Partien über die volle Distanz auf dem Feld stand.

Schuppans Kopfballstärke

Kopfballspezialist: Kickers-Kapitän Sebastian Schuppan (gelbes Trikot). Foto: Frank Scheuring

Ein Spiel Gelb-gesperrt aussetzen musste zuletzt beim 3:2 in Kaiserslautern Kapitän Sebastian Schuppan. Der ist speziell in der Luft eine große Nummer in der Liga. Schuppan gewinnt im eigenen Strafraum 63 Prozent aller Kopfball-Duelle. Das ist der Top-Wert in der Liga. Mit zehn Kopfbällen in Richtung des gegnerischen Tores liegt Schuppan auch in dieser Wertung in den Top-Zehn, nämlich auf Platz sieben. Magdeburgs Goalgetter Christian Beck köpfte 19 Mal auf das Tor. Und in noch einer Kategorie liegt Schuppan in der Ligaspitze: 121 lange Bälle sind der dritthöchste Wert aller Drittligaspieler. 57,9 Prozent dieser langen Pässe fanden auch einen Mitspieler. 

Herrmann ist Top-Vorbereiter

Tor-Vorbereiter: Robert Herrmann (Mitte, beim Jubel mit Albion Vrenezi und Sebastian Schuppan) bereitete schon drei Tref... Foto: foto2press/Frank Scheuring

Wenn es darum geht, wer überhaupt die meisten Torabschlüsse im Kickers-Team hat, dann liegen zwei Akteure gleichauf: Fabio Kaufmann und Luca Pfeiffer, mit jeweils 28. Mit fünf (Pfeiffer) und vier (Kaufmann) Treffern sind die Kickers-Offensivkräfte dabei noch vergleichsweise effizient. Zum Vergleich: Meppens Angreifer Deniz Undav schoss in dieser Saison schon 54 Mal auf das Tor und traf sieben Mal. Erster in der Torschützenliste ist derzeit Moritz Stoppelkamp (MSV Duisburg) mit elf Toren. Die meisten Treffer vorbereitet hat bei den Würzburgern Neuzugang Robert Herrmann. Der Linksverteidiger bediente dreimal den Torschützen.

Weit hinten liegen die Kickers-Spieler in der Kategorie Fernschüsse. Am häufigsten schoss noch Luke Hemmerich von außerhalb des Strafraums, nämlich 13 Mal - und erzielte dabei zwei Treffer. Alleine MSV-Goalgetter Moritz Stoppelkamp probierte es 30 Mal aus der Distanz.

Dribbelkünstler Kaufmann

Würzburgs Flankengott ist Fabio Kaufmann mit 65 Hereingaben, von denen 23,08 Prozent beim Mitspieler ankamen. Nur zwei Spieler in der Liga flanken häufiger. Die meisten Hereingaben schlug übrigens Ex-Kickers-Akteur Patrick Göbel, inzwischen beim Halleschen FC aktiv. Der Flügelflitzer gab 94 Hereingaben, 31,91 davon kamen an. Und auch Würzburgs Dribbelkönig ist Kaufmann: 85 Mal versuchte er einen Gegenspieler auszutanzen. Dass 56,47 Prozent der Dribblings erfolgreich waren ist ein deutlich überdurchschnittlicher Wert.

Video

Kickers TV: Der Vorbericht zum Spiel gegen den Chemnitzer FC

Bleibt noch ein Blick ins Tor. Da steht Jenas Joe Coppens mit 3,95 Paraden pro Spiel an der Spitze der Statistik. Die beiden Kickers-Keeper kommen an einen solchen Wert bei Weitem nicht ran. Eric Verstappen wehrte bei seinen Einsätzen 2,42 Bälle pro Spiel ab. Vincent Müller bringt es auf durchschnittlich 2,89 Paraden.

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