Der WFV bleibt ungeschlagen

Wer Spielfreude erleben will, der ist dieser Tage als Zuschauer beim Würzburger Fußballverein gut aufgehoben. Mit 3:1(2:0) besiegte das Team von Marc Reitmaier am Samstagnachmittag die SpVgg Forchheim und bleibt damit als einziges Team der Bayernliga Nord ungeschlagen. "Die Spielfreude kommt über die Kreativität. Da sind wir sicherlich weiter gekommen. Das ist schön, wenn die harte Trainingsarbeit fruchtet", sagte ein zufriedener WFV-Übungsleiter. "Wir schwimmen auf einer geilen Welle", freute sich Linksverteidiger Andreas Ganzinger: "Das macht einfach Riesenspaß zur Zeit."

Kurze Abtastphase

Nach einer kurzen Abtastphase waren es die Hausherren, die durch Adrian Istrefi zur ersten guten Gelegenheit kamen. Etwa 20 Meter vor dem Tor zog der 25-Jährige ab, doch Forchheims Torwart Christian Bergmann bekam gerade noch die Finger an den Ball und lenkte das Spielgerät über die Latte. Die Forchheimer, die keine ihrer letzten vier Partien gewonnen hatten und als Tabellenvierzehnter angereist waren, stellten sich gegen die favorisierten Zellerauer nicht etwa hinten hinein, sondern spielten munter mit. 

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Würzburger FV - SpVgg Jahn Forchheim

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Initialzündung für die Blauen

Meist kamen sie allerdings nur bis zum Strafraum, wo die Würzburger Abwehr mit Ben Müller und Marc Hänschke in der Innenverteidigung einen guten Job verrichtete. Und dann war da noch die, nennen wir es Heldentat, von Ganzinger, der in der 28. Minute einen scharfen Ball von Jens Wartenfelser von der Linie köpfte. "Das ist mein Job, dass ich beim Eckball am ersten Pfosten stehe", sagte Ganzinger, bekannte aber auch: "Mir hat mein Kopf hinterher ganz schön weh getan. Aber es hat sich gelohnt." Der Nachschuss des ehemaligen Regionalligaspielers Tom Jäckel landete sicher in den Armen von WFV-Keeper André Koob. Es war die bis dahin gefährlichste Szene des Spiels, die zur Initialzündung für die Blauen werden sollte. "Wäre das ein Tor geworden, hätte das die Partie drehen können", resümierte Reitmaier nach dem Spiel. Doch fünf Minuten nach dem Schreckmoment spielte Stürmer Cristian Alexandru Dan einen wunderbaren Pass auf Istrefi, der nur noch den Fuß hinhalten und zum 1:0 einschieben musste.

Forchheim unter Druck

Die Forchheimer, die nun unter Druck standen, ließen es vermehrt zu, dass die Zellerauer ihr Spiel nach vorne aufziehen konnten. Stark der Auftritt von Innenverteidiger Hänschke, der sich im Mittelfeld durchsetzte, und aus rund 30 Metern abzog. Forchheims Torwart bekam den Ball nicht richtig zu fassen. Das Spielgerät sprang Dan vor die Füße, der auf 2:0 erhöhte. Direkt vor der Pause hatte der gebürtige Rumäne gar das 3:0 auf dem Fuß, setzte den Ball aber an den Pfosten. "Mit dem 2:0 vor der Halbzeitpause waren wir super im Spiel", sagte Reitmaier, der sich dennoch eine bessere Chancenverwertung gewünscht hätte. "Da müssen wir dran arbeiten in der Trainingswoche."

Hofmann vergibt Riesenchance

Eine Gelegenheit der Kategorie „die muss er machen“ vergab Würzburgs Patrick Hofmann direkt nach dem Seitenwechsel. Alleine vor Torwart Bergmann schoss er den Ball über dessen Kasten. Ansonsten waren die Blauen das dominante Team und drückten die Gäste in die eigene Hälfte. Aus der Umklammerung befreite sich die Sportvereinigung nur punktuell. Der WFV hingegen spielte weiter freudig auf und Kapitän Sebastian Fries war es, der beinahe schon lässig auf 3:0 erhöhte (57.).

Da brauchten die Gäste schon einen Elfmeter (Hänschke hatte im Strafraum Jäckel gefoult), um zu einem Treffer zu kommen (60.). Der schien gut für die Moral gewesen zu sein, denn die Oberfranken waren von da an wesentlich aktiver. Sie kamen rund drei Minuten vor Abpfiff noch einmal gefährlich vors Tor, doch Keeper Koob war zur Stelle. Ansonsten war die zweite Hälfte weniger von Spielfluss als vor allem von vielen Nickeligkeiten geprägt. "Das ist zwar Nörgeln auf hohem Niveau, aber da muss man einfach schauen, dass man mehr Balance im Spiel behält, dass man weiter seine Aktionen Vollgas durchspielt", sagte Reitmaier. Das sollte der Freude der Zellerauer nach dem Abpfiff jedoch keinen Abbruch tun. 

Die Statistik des Spiels

Würzburg: Koob – Ganzinger, Hänschke, Müller, Schömig – Istrefi (73. Barthel), Droszcz (88. Obrusnik) – Michel (85. Röckert), Fries, Hofmann – Dan.

Forchheim: Bergmann – Städtler (46. Petschner), Mai, Jerundow, Güngör – Noppenberger, Goldammer – Nagengast (55. Misic), Hagen, Wartenfelser – Jäckel.

Schiedsrichter: André Denzlein (Hochstadt am Main).

Zuschauer: 370.

Tore: 1:0 Adrian Istrefi (33.), 2:0 Cristian Alexandru Dan (42.), 3:0 Sebastian Fries (57.), 3:1 Tom Jäckel (60., Foulelfmeter).

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