Fussball: Dritte Liga

Spitze gegen Magath: Schiele hat die Kickers-Fans hinter sich

Luca Pfeiffer sichert den Würzburger Kickers in der Nachspielzeit den 2:1-Sieg beim FSV Zwickau. Die Anhänger sprechen sich mit einem Banner für den FWK-Trainer aus.
Die Fans der Würzburger Kickers bezogen in Zwickau klar Position. Für den Rothosen-Anhang steht fest: 'Lieber Liga 3 mit Micha, als Champions League mit Felix!'
Die Fans der Würzburger Kickers bezogen in Zwickau klar Position. Für den Rothosen-Anhang steht fest: "Lieber Liga 3 mit Micha, als Champions League mit Felix!" Foto: foto2press/Frank Scheuring

Ziemlich flott waren die Ränge des Zwickauer Stadions leer. Wer konnte es den FSV-Anhängern auch verdenken: Die selbsternannten Schwäne hatten soeben wichtige Punkte im Abstiegskampf hergeschenkt. Joker Luca Pfeiffer köpfte die Westsachsen mit seinem späten Tor zum 2:1-Auswärtssieg der Kickers in der Nachspielzeit hinein in die untere Tabellenregion der Dritten Liga. Viele Heimfans warteten den Schlusspfiff gar nicht mehr ab.

Bekenntnis zum Trainer - Spitze gegen Magath

Der Rothosen-Anhang indes feierte den überraschend geglückten Dreier auf den Stufen der GGZ-Arena, noch einige Minuten nach dem Abpfiff waren Sprechchöre zu hören. Als wollten sie sichergehen, dass ihre Botschaft ankommt. Das tat sie. "Micha Schiele, du bist der beste Mann!" Egal, ob im, hinter oder neben dem offen gebauten Stadion: Das Lob der FWK-Fans war nicht zu überhören.

Schreit seine Freude über den Auswärtserfolg in letzter Minute heraus: Kickers-Trainer Michael Schiele.
Schreit seine Freude über den Auswärtserfolg in letzter Minute heraus: Kickers-Trainer Michael Schiele. Foto: foto2press/Frank Scheuring

Zu übersehen war deren Position auch nicht. Während des Spiels präsentierten die mitgereisten Anhänger ein Banner: "Lieber Liga 3 mit Micha als Champions League mit Felix!" Gemeint war Felix Magath, der kürzlich in einem Interview gesagt hatte, sich nicht mit der zweiten Liga zufriedengeben zu wollen. Eine Spitze gegen den Fußball-Chef des Sponsors Flyeralarm, ein klares Bekenntnis zum Trainer.

Mehr Rückenwind - also sprichwörtlicher - geht nicht. Auf dem Rasen war es nach dem Seitenwechsel der wortwörtliche, der den Kickers bei der Mission Auswärtssieg half. Zuvor, in den ersten 45 Minuten, hatte sich so mancher Zuschauer, der es mit den Würzburgern hält, verwundert die Augen gerieben. Im Gegensatz zu den zuletzt starken Leistungen zeigten die Rothosen einen äußerst schwachen Auftritt.

Frühes Gegentor für erschreckend schwache Würzburger

Schiele vertraute in Zwickau derselben Elf wie beim 3:1-Heimsieg gegen Eintracht Braunschweig, deren Auftreten war jedoch ein komplett anderes. Die Kickers kamen stets einen Schritt zu spät, waren nicht nah genug an ihren Gegnern dran, machten den Schwänen das Leben mit etlichen Fehlpässen leicht. Ronny König sorgte mit seinem frühen Kopfballtreffer für einen Bilderbuchstart der Gastgeber (5.). "Der Gegner ist top ins Spiel gekommen, war in der ersten Hälfte immer präsenter als wir", konstatierte Schiele.

Dass die Kickers zur Halbzeitpause überhaupt noch im Spiel gewesen waren, hatte zwei Gründe. Zum einen den glänzend aufgelegten Keeper Vincent Müller, der zwei Zwickauer Großchancen hervorragend vereitelte. Zum anderen das Unvermögen der Hausherren, weitere Tore - der Schuss von Nils Miatke klatschte gegen die Latte - nachzulegen. "Da haben wir es einfach versäumt, die Führung auszubauen", sagte FSV-Coach Joe Enochs.

Baumann belohnt die kämpfenden Kickers

Nach dem Seitenwechsel verlagerten sich die Kräfteverhältnisse mehr und mehr. Mit dem Wind im Rücken gewannen die Würzburger die Kontrolle über das Spiel. "Wir hatten mehr Ballbesitz,  waren präsenter in den Zweikämpfen, besser in den zweiten Bällen, hatten mehr spielerische Lösungen", sagte Schiele. Der Ausgleich sei nur noch eine Frage der Zeit gewesen.

Er kam. Dominic Baumann, ansehnlich bedient vom eingewechselten Luca Pfeiffer, platzierte den Ball von der Strafraumkante aus unhaltbar im linken unteren Eck (85.). Davon angestachelt, legten die Kickers nach. Nach einer maßgeschneiderten Hereingabe von Fabio Kaufmann war Vorbereiter Pfeiffer zur Stelle, köpfte die Rothosen zum glücklichen 2:1-Auswärtssieg (90.+1). Müller machte es danach noch einmal stark, als er kurz vor dem Schlusspfiff einen gefährlichen Ball der Zwickauer über den Querbalken lenkte.

Rothosen empfangen Waldhof Mannheim zum Spitzenspiel

Nach den letzten "unglücklichen Niederlagen gegen Zwickau, nehmen wir die Punkte heute gerne mit. Wir haben gezeigt, dass wir nicht nur gut kicken, sondern auch dreckig und kaltschnäuzig sein können", bilanzierte Schiele. Dank der drei Punkte wartet am kommenden Samstag (14 Uhr) nun ein Spitzenspiel am heimischen Dallenberg auf die Kickers. Dann ist der Tabellendritte Waldhof Mannheim zu Gast, in der Tabelle nur noch drei Zähler vor dem FWK.

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