Würzburg

Starting5: Fünf Fakten zu den Basketball-Löwen Braunschweig

Der Klub
Ein Bild aus der Vorsaison: Der Würzburger Cameron Wells (Mitte) im Duell mit dem Braunschweiger Scott Eatherton (rechts). Foto: Heiko Becker

Der Klub

Erstmals nach sieben Jahren zog Braunschweig vergangene Saison wieder in die Play-offs der Basketball-Bundesliga (BBL) ein – dank des gewonnenen direkten Vergleichs mit den punktgleichen Korbjägern von s.Oliver Würzburg. "Wir sind natürlich sehr zufrieden mit der vergangenen Saison. Der Erfolg und die Spielart haben einen Enthusiasmus und eine Euphorie entfacht, die wir unbedingt mitnehmen und aufrechterhalten wollen", resümierte Geschäftsführer Sebastian Schmidt. Auch in dieser Spielzeit peilen die Niedersachsen einen Platz unter den besten Acht an. Nach vielversprechendem Saisonstart mit vier Siegen in den ersten fünf Partien rutschten die Löwen nach sechs Niederlagen aus den folgenden sieben Begegnungen auf Rang zehn ab. Tiefpunkt war die 71:93-Heimklatsche gegen Oldenburg am Tag vor Silvester, die die Löwen-Fans mit Pfiffen quittierten. "Ich bin schockiert und richtig zerstört", gestand Kapitän Thomas Klepeisz nach der schwachen Vorstellung mit insgesamt 26 Ballverlusten.

                                                                                              

Der Trainer

Wie schon der jüngste Baskets-Kontrahent Bonn mit Thomas Päch setzen auch die Braunschweiger mit Peter Strobl auf einen Rookie als Cheftrainer, nachdem Vorgänger Franz Menz trotz dreier erfolgreicher Jahre den Klub verließ und bei ProA-Zweitligist Science City Jena anheuerte. Der 42-Jährige mit österreichischer und US-amerikanischer Staatsbürgerschaft war von 2016 bis Sommer 2019 drei Jahre lang Co-Trainer an der Seite von Thorsten Leibenath bei ratiopharm Ulm und unterschrieb in Braunschweig einen Zwei-Jahres-Vertrag mit Option auf eine dritte Spielzeit: "Ich fühle mich geehrt und freue mich sehr. Der Klub hat ein klares Profil, ist auf dem Vormarsch und wir passen hervorragend zusammen", sagte der 2,06 Meter große Ex-Profi bei seiner Vorstellung.

 

Der Schlüsselspieler

Die Zuverlässigkeit in Person ist auch in seinem dritten Jahr im Löwen-Dress US-Center Scott Eatherton (28). Der 2,06-Meter-Mann legt im Schnitt beeindruckende 16,4 Punkte, 8,3 Rebounds, 1,8 Ballgewinne und 1,5 Korbvorlagen pro Partie auf und ist mit einem Wert von 20,75 der aktuell effektivste Spieler der Liga. Unterstützung erhält er vor allem von Landsmann Trevor Releford (28). Der vom MBC in die Löwenstadt gewechselte Spielmacher ist mit durchschnittlich 5,7 Assists einer der besten Passgeber der Liga. Mit der Verpflichtung des 115-fachen Ex-Nationalspielers Lucca Staiger vor gut drei Wochen hat der Klub zudem auf die sportliche Schwächephase reagiert und einen der besten Distanzwerfer der vergangenen Jahre bis Saisonende unter Vertrag genommen.

 

Die Bilanz

Ausgeglichen mit je sieben Siege in 14 Aufeinandertreffen ist die Statsitik zwischen s.Oliver Würzburg und den Basketball Löwen Braunschweig, die Heimbilanz für die Baskets mit fünf Siegen in sieben Vergleichen positiv. Vergangene Saison jedoch gewannen die Norddeutschen beide Partien. Das Hinspiel am 10. November 2018 in der s.Oliver Arena endete mit 71:78 (43:40) aus Sicht der Gastgeber. Das Rückspiel in der Volkswagenhalle am 2. März 2019 gewannen die Braunschweiger dank eines 35:19-Schlussabschnitts mit 87:78.

 

Das Besondere

Bundesweit für Schlagzeilen sorgten die Braunschweiger im Sommer, als der Klub Liviu Calin kündigte, der unter anderem als Entdecker und maßgeblicher Förderer von NBA-Profi Dennis Schröder gilt. "Wer Liviu nicht respektiert, respektiert auch mich nicht", sagte der gebürtige Braunschweiger Schröder während der laufenden WM in China, und legte wenig später nach: "Es ist eine Schande, was in Braunschweig bei den Löwen los ist. Er hat 25 Jahre für Braunschweig gekämpft, selbst Geld investiert. Schämt euch!" Pikant an der Geschichte: Schröder ist Mehrheitsgesellschafter der "Basketball Löwen Braunschweig GmbH", dem wirtschaftlichen Träger des Klubs, und damit quasi Eigentümer. Es folgte eine öffentliche Schlammschlacht zwischen dem 26-Jährigen und seinem Heimatverein, der sich gegen die Vorwürfe zur Wehr setzte: "Dennis Schröder war frühzeitig über sein Management in alle Details der Personalentscheidung schriftlich und demzufolge nachweislich eingebunden", betonte Aufsichtsratschef Paul Anfang, den auch ein möglicher Rückzug Schröders nicht schreckte: "Wir können auf eine starke finanzielle Basis der Hauptsponsoren bauen, zu denen Dennis Schröder im Übrigen nicht gehört." Mitte Dezember hat der Klub Calins Kündigung zurückgenommen, welche Aufgabe er künftig übernehmen soll, ist bislang jedoch unklar. TEXT: STEFAN MANTEL

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