BFV-EHRUNG

Stefan Reichwein: Aktiv mitgestalten statt verwalten

Stefan Reichwein. Foto: Alexander Rausch

Die Freude über die Ehrung zum Ehrenamtssieger des Kreises Würzburg war Stefan Reichwein ins Gesicht geschrieben, als er bei der hiesigen DFB-Sonderehrung auf die Bühne stieg. Vergangene Woche war der Vorstand des SV Kürnach für herausragende ehrenamtliche Arbeit in seinem Verein im Münchner GOP-Theater ausgezeichnet worden. Doch Reichwein widmete den Preis allen Anwesenden. Schließlich sei dieser nur ein Sinnbild für das unschätzbare Engagement aller Vereinsmitarbeiter und gebühre jedem Einzelnen.

Aktiv mitgestalten statt verwalten

Rührige Worte eines Mannes, der zunächst eigentlich gar nichts mit Fußball am Hut hatte: „Eigentlich komme ich vom Badminton und Fitness. Als dann unser Sportverein einen Vorsitzenden suchte, traute ich mir das Amt zu und wurde prompt gewählt.“ Zwar sei die Aufgabe deutlich aufwändiger als zunächst angenommen, dennoch mache sie Reichwein, der beruflich bei einem großen Mode-Unternehmen in der Region im strategischen Bereich arbeitet und eine eigene Abteilung leitet, Spaß.

Dabei beschreibt sich der dreifache Familienvater als Mensch, der nicht verwaltet, sondern aktiv mitgestaltet: „Ich wollte den Verein weiterentwickeln und nach vorne bringen.“ Das ist ihm besonders im Fußball gelungen. Die Grün-Weißen haben 14 Teams am Spielbetrieb gemeldet und kommen dabei nahezu ohne Spielgemeinschaften aus. Nur die erste Frauen-Mannschaft kämpft zusammen mit dem SV Heidingsfeld um Punkte. Reichweins Maxime ist dabei, vor allem auf den örtlichen Nachwuchs und auf Einheimische zu setzen. Geld wolle er für Spieler oder Trainer von außerhalb nicht ausgeben. Nur Marco Forner, der seit Sommer die Aktiven coacht, sei eine Ausnahme. Aber eine sehr positive, findet der Funktionär, der sehr angetan ist von der Arbeit des Übungsleiters.

Bei wichtigen Entscheidungen, wie eben Forners Verpflichtung, setzt Reichwein vor allem auf Kommunikation und versucht die Kompetenzen anderer bestmöglichst für den Verein zu nutzen. „Ich tausche mich regelmäßig mit den Abteilungsleitern oder Trainern aus, um optimale Lösungen für unseren Sportverein zu finden“, sieht sich der Vorstand vor allem als Moderator. Ein gemeinsames Ziel sei es, dass die Dorfjugend mit einem gewissen Leistungsanspruch in Kürnach Fußball spielen könne. Dabei sehe er den Sportverein auf einem sehr guten Weg.

Allerdings ist dieser vor allem für die Familie Reichweins kein leichter. Schließlich beschäftigt sich der Vorstand mehrere Stunden täglich mit dem Verein. „Der Zeitaufwand ist immens. Ohne den Rückhalt der Kinder und meiner Frau geht gar nichts. Sie halten mir den Rücken frei. Gemecker gibt es glücklicherweise selten“, ist Reichwein froh über das Verständnis esiner Familie. Denn auch sie hat einen großen Teil an dem Preis, den er vergangenen Samstag in München verliehen bekam.

Immenser Zeitaufwand

„Es war eine super Veranstaltung“, schwärmt der Kreissieger. Vor allem Verbandspräsident Reiner Koch und Felix Magath, den er als tollen Typen bezeichnet, hätten ihn beeindruckt. Magath sei näher an der Basis dran, als man vermuten könne, und überhaupt nicht abgehoben. Dass er diesen Moment überhaupt erleben durfte, hatte er seiner selbst installierten Ehrenamtsbeauftragten Denise Montedoro zu verdanken. Denn die schlug ihn ohne sein Wissen vor. „Ich bin natürlich stolz, den Preis bekommen zu haben, selbst wenn ich mich im Vergleich zu anderen eher als kleines Licht sehe“, meint Reichwein bescheiden. Ein absolutes Highlight war die Preisverleihung aber dennoch.

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