FUSSBALL

Steffen Barthel: Vom WFV zum DFB und nach Gelchsheim

Fußball, Bayernliga, Würzburger FV - FC Viktoria Kahl
Der Deutschen Fußball-Bund hat einen wesentlichen Anteil daran, dass Steffen Barthel vom Bayernligisten Würzburger FV zum SV Gelchsheim in die Kreisklasse gewechselt ist. Foto: Heiko Becker

Die Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Frankfurt hat einen wesentlichen Anteil daran, dass Steffen Barthel vom Bayernligisten Würzburger FV zum kleinen SV Gelchsheim in die Kreisklasse gewechselt ist. Der 25-Jährige hat kürzlich eine Stelle zum Praktikum beim DFB bekommen, das bis Ende Juni dauern soll. Nicht allzu weit von seiner Bürotür ist die von Oliver Bierhoff. Ob er sich bereits Tipps beim Teammanger der Nationalmannschaft Bierhoff geholt hat? „Nein. Gesehen habe ich ihn schon mal, er ist aber selten da“, sagt Barthel über den DFB-Direktor auf seiner Etage.

Aufgaben beim DFB

Im Bereich der Trainerausbildung absolviert der Unterfranke sein Praktikum, das er als Student der Sportökonomie zu erfüllen hat. Eingeschrieben ist er an der Uni in Bayreuth, bis Jahresende sollen Studium samt Masterarbeit fertig sein. Nun kümmert sich Barthel beispielsweise mit um Trainerlizenzen und Trainerausbildung für Landesverbände. „Wir sind die Schnittstelle zwischen DFB und Landesverbänden, dass die Ausbildung umgesetzt wird“, erläutert er. Auch an Workshops oder Tagungen dazu darf Barthel teilnehmen.

Um näher am Praktikumsort zu sein, ist er vorübergehend in eine Wohngemeinschaft nach Frankfurt gezogen. Auch deswegen ergab sich der sportliche Wechsel. „Jeden Tag nach Würzburg zu fahren, das macht keinen Sinn, das wären mehr als zwei Stunden. Beim WFV hätte ich zwar bleiben können und wäre auch im Kader geblieben. Aber ohne Training habe ich nicht gerade viel Einsatzzeit.“ Also ist Barthel zumindest fußballerisch näher an seinem Zuhause, denn der aktuelle Tabellenführer der Kreisklasse 2 Würzburg, der SV Gelchsheim, ist sein Heimatverein.

Aufschwung beim Dorfverein

In Gelchsheim hat seit dieser Runde Steffens älterer Bruder Joachim den Trainerposten übernommen und damit auch für den Aufschwung des Dorfvereins gesorgt. Mit dem 29-Jährigen, der zuvor einige Zeit für die FG Marktbreit-Marinsheim in der Bezirksliga auflief, sind nämlich einige weitere Gelchsheimer zurückgekommen, die auswärts und höherklassig spielten. Unter anderem Alexander Hoos, der in Würzburg einige Jahre höherklassig in der Juniorenabteilung des WFV ausgebildet wurde. Oder dessen nicht mit ihm verwandter Namensvetter Philipp Hoos, der zuletzt ebenso in Marktbreit war, sowie weitere Einheimische. „Mein Bruder hat den Stein beim SV so ein bisschen ins Rollen gebracht, er war der wichtigste Baustein. Ohne ihn hätten wir den Kader sicherlich nicht, er zieht die Leute mit“, sagt Steffen Barthel.

Bisher funktionierte es gut: Gelchsheim steht mit nur einer Niederlage und zwei Unentschieden bei zwölf Siegen auf dem ersten Platz. In den Spielen der Vorrunde stand Steffen Barthel so oft es ging bei seinem Heimatverein an der Seitenlinie, um seinen Bruder von außen zu unterstützen.

Traum vom ersten Aufstieg

Das will der der torgefährliche Offensivmann ab dem 14. März auch aktiv auf dem Platz. „Darauf habe ich richtig Bock! Es ist eine junge Mannschaft, die sich weiterentwickeln kann. Qualität ist schon da, der Kader ist aber relativ dünn.“ Zum Training werde er wohl eher selten da sein, doch unter der Woche hält sich der Student beim Hessenligisten Rot-Weiß Walldorf fit. Bis zu dreimal die Woche wird dort trainiert.

Von der Fitness her dürfte Steffen Barthel also keine Probleme haben, wenn er künftig in der Kreisklasse wieder auf dem Feld im Ochsenfurter Gau, an der Grenze zum Badischen, steht. In Gelchsheim war er zuletzt bis 2013 aktiv, ehe ihn sein Weg über die FG Marktbreit-Martinsheim 2016 zum TSV Abtswind, schließlich zum Würzburger FV, zum ASV Rimpar und erst vor dieser Runde wieder zu den Zellerauern geführt hatte. Jetzt geht es wieder zurück zu den Wurzeln, um zum großen Wurf mit dem SV Gelchsheim auszuholen: erstmals in der Vereinsgeschichte in die Kreisliga aufzusteigen.

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