VOLLEYBALL: 2. LIGA

TSV Eibelstadt: Vertrauen auf Ines Wilkerling und Bob, den Affen

Die Mannschaftsführerin ist die Erfahrenste beim Tabellenvorletzten. Wie sie den Spagat zwischen Volleyball und Studium schafft und warum sie an den Klassenerhalt glaubt.
Die Mannschaftsführerin des TSV Eibelstadt: Ines Wilkerling, Sächsin in Unterfranken, schafft den Spagat zwischen Drittliga-Volleyball und Zahnmedizin-Studium.
Die Mannschaftsführerin des TSV Eibelstadt: Ines Wilkerling, Sächsin in Unterfranken, schafft den Spagat zwischen Drittliga-Volleyball und Zahnmedizin-Studium. Foto: Kirsten Mittelsteiner

Mit einem Affen bestreiten die Volleyballerinnen des TSV Eibelstadt ihre Spiele in der Dritten Liga. Bob heißt er, seine Funktion: Maskottchen. Bob hat viel zu tun in diesem ersten Jahr in der Dritten Liga. Denn läuft es für die Sportlerinnen nicht wie gewünscht, ist er gefragt. "Unser Affe sitzt immer auf der Bank und unterstützt das Team mental", erzählt Ines Wilkerling. Die Mannschaftsführerin kann ein Lachen nur schwer unterdrücken. 

In dieser Saison lief es schon desöfteren nicht so, wie sich die Eibelstädterinnen das erhofft hatten. Aktuell stehen sie auf dem vorletzten Tabellenplatz. "Der Klassenerhalt ist möglich", ist Wilkerling dennoch überzeugt. "Es ist alles eng beieinander, und wir haben ein paarmal nur sehr knapp verloren." Gerade mal vier Punkte trennen den Neunten Eibelstadt vom Sechsten, nochmals vier Zähler mehr beträgt die Differenz zum Vierten. "Das ist alles machbar", findet die gebürtige Lichtensteinerin (Sachsen). Ihre grünen Augen blitzen angriffslustig.

Von Dresden in die Domstadt

Auf jeden Fall ist die 27-Jährige eine, die die Lage gut beurteilen kann, denn ihr Erfahrungsschatz in ihrer Sportart ist reich. Seit der zweiten Klasse pritscht und baggert sie. Zuerst nur, weil Freundinnen Volleyball spielten. Aber bald wurde eine echte Leidenschaft daraus, die Wilkerling in ihrem Leben auf gar keinen Fall mehr missen möchte.

Mit reichlich Ehrgeiz gesegnet, ging es für die Sächsin die sportliche Leiter schnell bergauf. Drei deutsche Jugendmeistertitel und die Berufung in die Jugendnationalmannschaft waren die Ausbeute in jüngeren Jahren. Ein Glücksfall für ihren Verein, dass Wilkerling das Studium der Zahnmedizin von Dresden in die Domstadt führte und schnell ihre Liebe zum Weinörtchen Eibelstadt und der dortigen Volleyballabteilung im TSV entbrannte. Das war 2016, noch in der Bayernliga.

Seitdem ist viel passiert. Aktuell agieren die Frauen nach zwei Aufstiegen in Folge in der dritten Bundesliga. An beiden Meisterschaften war Wilkerling maßgeblich beteiligt. Oft genug gilt sie als beste Spielerin, was zahlreiche Auszeichnungen nach den Partien zur MVP (wertvollste Spielerin) beweisen.

Schwäche für Gummibärchen

Von Aberglaube hält die eher bodenständig veranlagte Volleyballerin nicht viel. Statt auf Bob, das Maskottchen, verlässt sie sich lieber auf ihre eigenen Stärken, wozu eine große Portion Ehrgeiz gehört. Nur damit lassen sich Studium und hochklassiger Sport vereinen. Bei soviel Zielstrebigkeit ist eine kleine Schwäche verzeihbar: Gummibärchen. "Die gibt es jeden Tag", plaudert Wilkerling mit einem Grinsen aus dem Nähkästchen, "schon immer".

Figurtechnisch absolut kein Problem für die mit dem Gardemaß von 1,80 Metern ausgestattete, langbeinige Außenangreiferin und Diagonalspielerin, die über großes Spielverständnis verfügt. Das kommt nicht von ungefähr, gehörte sie doch mehrere Jahre zu Teams in der zweiten Bundesliga. Erst im Jugendstützpunkt beim VCO Dresden, danach beim Dresdner SSV. "Da habe ich gelernt, in brenzligen Situationen Ruhe zu bewahren", erklärt Wilkerling, die ihr Team oft als ruhender Pol auf dem Spielfeld zusammenhält. Da ist es ein großer Vorteil, dass ihr von Natur aus Nerven ähnlich wie Drahtseile gegeben sind.

Wiedersehen mit dem Ex-Verein

Auch abseits des Spielfelds hilft die Eigenschaft, sich nicht so schnell verrückt zu machen ungemein bei der Bewältigung von Studium und Sport. Im Augenblick liegt das Gewicht mehr auf dem Studium, denn Wilkerling steckt mitten in einer Klausurphase, was tagelange Lerneinheiten bedeutet. Da rückt der geliebte Volleyball, ohne den es auch im Sommer beim Beachen nicht geht, schon mal in den Hintergrund. Gelegentlich bedeutet das sogar: Spielverzicht.

Aber damit ist beim nächsten Heimspiel am Samstag, 8. Februar, um 16 Uhr in der Mainparkarena gegen ihren früheren Verein Dresdner SSV Schluss. Da zählt für Ines Wilkerling nur noch die für sie schönste Nebensache der Welt. Die Klausuren sind dann vorüber, sie kann befreit aufspielen. Und wer weiß, vielleicht wartet als Belohnung für ein gutes Spiel dann auch wieder die tägliche Ration Gummibärchen.

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