FUSSBALL: LANDESLIGA

Thomas Kaiser jubelt derzeit nur in einem TV-Werbespot

Fußball, Landesliga, TG Höchberg - TSV Kleinrinderfeld
Thomas Kaiser ist in der vierten Saison Trainer des Fußball-Landesligisten TG Höchberg. Foto: Heiko Becker

Landesliga Nordwest
FC Geesdorf – TG Höchberg
(Samstag, 14 Uhr)

Thomas Kaiser ist ein Trainer, der gerne über den Tellerrand hinausschaut. Vor fünfeinhalb Jahren hat der 41-Jährige unter Peter Neururer beim VfL Bochum hospitiert, im Jahresheft seiner TG Höchberg nimmt er schon mal potenzielle Sponsoren in die Pflicht – und seit Mai ist er in einem TV-Werbespot einer großen amerikanischen Kreditkartenfirma zu sehen. Dort jubelt Kaiser im Berliner Olympiastadion inmitten von Fußballfans mit einer Fanta in der Hand.

Seit sechs Spielen sieglos

Die aktuelle Situation beim Fußball-Landesligisten kann bei ihm hingegen keine Ekstase aufkommen lassen. Nach dem Auftakterfolg ist die TGH (13./6) seit nunmehr sechs Spielen sieglos – und steht nur ganz knapp vor der Gefahrenzone. „So eine Negativphase hatten wir lange nicht mehr. Wir waren aufgrund der super Rückrunde und der Vorbereitung auch etwas erfolgsverwöhnt“, sagt Kaiser, der in der vierten Saison in der Marktgemeinde tätig ist.

Nach der Niederlage in Fuchsstadt Ende Juli sei man in ein Fahrwasser gekommen, dass „wir von der Körpersprache her und durch fehlendes Selbstbewusstsein schon etwas gelitten haben. Das zeigt, dass Fußball zum großen Teil Kopfsache ist“, unterstreicht der dreifache Familienvater aus Aschfeld (Lkr. Main-Spessart). Die jungen Spieler würden sich da natürlich ein paar Gedanken mehr machen, als wenn?s gut laufe.

Nun müssen die Kracken ausgerechnet zu den Senkrechtstartern des FC Geesdorf (3./16). Deren neuer Spielertrainer Jannik Feidel war in der Rückrunde der Saison 2016/17 ein halbes Jahr unter Kaiser in Höchberg aufgelaufen, ehe er zum FC Schweinfurt 05 und später zur Kickers-U-23 weiterzog. „Es freut mich für Jannik, dass er in die Trainerschiene reingekommen ist und dort bislang erfolgreich arbeitet. Wenn wir uns am Samstag sehen, gibt es sicherlich eine herzliche Begrüßung“, so Kaiser.

Danach wird in dem 350-Einwohner-Örtchen in der Nähe von Wiesentheid kein Platz mehr für Sentimentalitäten sein. Während der Tabellendritte seinen vierten Heimsieg im vierten Spiel anpeilt, wollen die Höchberger ihren ersten Auswärtserfolg in dieser Saison landen. „Unsere Aufgabe ist es, dass wir uns gute Phasen erarbeiten und dem Gegner nicht so viele Räume geben, um seinen Spielwitz zu entfalten“, erklärt Kaiser und bekräftigt: „Wir werden sicherlich nicht wie das Kaninchen vor der Schlange dorthin fahren.“

Geesdorf hat einen Knipser

Geesdorf hat, was den Kracken derzeit abgeht: einen echten Knipser. Schon 16 Mal hat Vincent Held getroffen – und dabei sogar ein Tor des Monats erzielt. Zum Vergleich: Bei der TGH hat noch kein Spieler mehr als einen Treffer auf dem Konto. Beim jüngsten Heim-1:1 gegen den ASV Rimpar profitierte der Landesliga-Dino von einem Eigentor unmittelbar vor dem Abpfiff.

„Ich glaube schon, dass so ein Ausgleich in letzter Sekunde den Glauben vermittelt, dass immer etwas möglich ist – ganz egal, wie ein Spiel läuft. Eine einzige Szene kann aber nicht unbedingt eine Wende herbeiführen“, sagt Kaiser, der felsenfest davon überzeugt ist, dass es in den nächsten Wochen für seine TGH wieder besser laufen werde. „Die Instrumente in so einer Phase sind nach meiner Einschätzung ein guter Teamgeist und harte Arbeit.“ Das seien zwei unerlässliche Komponenten, wenn eine Mannschaft nicht so erfolgreich spiele, wie sie es selbst gerne hätte.

Dabei hätte die Runde im Jahr des 100. Vereinsbestehens nicht besser enden können. Neun Siege in Serie hatte der Vorstadt-Klub im Endspurt geschafft – und damit sogar an die Tür zur Bayernliga Nord geklopft. „Dieser Erfolg, übrigens mit dem jüngsten Team der Gruppe, war nicht nur die Bestätigung der guten Vorsaison, sondern ein weiterer Beweis dafür, dass Werte wie Teamgeist, Opferbereitschaft und Nachhaltigkeit bei uns nachhaltigen Bestand haben“, schrieb Kaiser im kürzlich veröffentlichten, erwähnten TGH-Jahresmagazin. Hoffnung könnte zudem machen, dass die Höchberger auch vor einem Jahr alles andere als glorreich gestartet sind, ehe sie ab Ende März die beeindruckende Siegesserie hingelegt haben.

Die weiteren Spiele

ASV Rimpar (17./5) – SV Euerbach/Kützberg (18./5)

TSV Kleinrinderfeld (16./6) – FC Coburg (11./7)

TSV Unterpleichfeld (1./19) – Alemannia Haibach (7./10)

TSV Lengfeld (8./10) – Vatan Spor Aschaffenburg (2./17)

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