TISCHTENNIS

Versbachs Asse erwarten den Spitzenreiter

Tischtennis

3. Bundesliga Süd

SB Versbach – NSU Neckarsulm

(Samstag, 14 Uhr, Sportbund-Halle)

Paul Fuchs war hinter dem Tresen bei Versbachs Tischtennis-Heimspielen eigentlich nicht wegzudenken. Dort verkaufte der Tausendsassa seit langem Kuchen, Getränke oder Brötchen. Letztere belegte Fuchs sogar mit viel Liebe selbst. Seit 1957 war der Wahl-Maidbronner Mitglied beim Sportbund, spielte bis zuletzt noch aktiv in der sechsten Mannschaft. Kurz vor Weihnachten starb Fuchs mit 72 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit. Seine Frau Gudrun verriet kürzlich, dass seine letzte Sorge auf der Palliativstation gewesen sei, wer denn künftig für die Brotzeit beim Tischtennis sorgen werde.

Paul Fuchs, der Abteilungsleiter ehrenhalber war, machte kein großes Aufheben um seine Verdienste und passte damit gut zum Versbacher Drittliga-Team, das ebenfalls reich an Erfahrung, aber vom Grundtenor zurückhaltend ist. An diesem Samstagnachmittag empfängt der Sportbund (7./7:13) nun den noch immer verlustpunktfreien Klassenprimus Neckarsulm (1./22:0) zum ersten Heimspiel in der Rückrunde.

Ein Ehepaar schlägt für den Sportbund auf

"Wir rechnen uns schon etwas aus. Das ist aber nichts für die Zeitung", sagt Versbachs Spieler Felix Bindhammer vor dem wohl ungleichen Duell. Das 1:6 im Hinspiel in Neckarsulm sei schließlich eine klare Angelegenheit gewesen. Der zweifache Vater holte Ende Oktober gegen den tschechischen Blockspieler Josef Braun den einzigen Punkt für die Gäste. "Gegen Josef habe ich vorher in sieben oder acht Anläufen noch nie gewonnen", berichtet der 36-Jährige, dessen Frau Sandra für die erste Versbacher Frauen-Mannschaft in der Oberliga an der Platte steht.

Das Aushängeschild des souveränen Spitzenreiters ist aber nicht Braun, sondern Abwehrspieler Florian Bluhm. Er wird deutschlandweit aktuell auf Position 20 geführt und ist mit seiner bisherigen 17:4-Bilanz einer der besten Spieler in der Liga. Hinzu kommen zwei junge Linkshänder. "Dadurch sind sie in den Doppeln hervorragend aufgestellt", so Bindhammer. Dass die Schwaben allerdings nicht unbezwingbar sind, zeigen ihre drei knappen 6:4-Erfolge.

Frisches Selbstvertrauen

Das Selbstvertrauen ist nach der dürftigen Ausbeute zum Jahresende jedenfalls zurück bei den Versbachern. Am Tag vor Dreikönig bezwangen sie den direkten Konkurrenten Grünwettersbach II mit 6:1. "Da lief es richtig gut für uns. Wir waren voll fokussiert", sagt Bindhammer, der seit diesem Schuljahr als Lehrer an der Wolffskeel-Realschule tätig ist. Das sei beim Gegner womöglich nicht der Fall gewesen. Am Tag davor hatte der Karlsruher Stadtteil-Klub fast schon sensationell die deutsche Pokalmeisterschaft geholt. Die Reserve war ebenfalls zum Zuschauen mit nach Neu-Ulm gefahren.

Wie dem auch sei: Der zweite Auswärtssieg war für Versbach jedenfalls unheimlich wichtig. Ein weiterer Erfolg könnte bereits zum Klassenverbleib reichen. "Wir wollen uns aber nicht auf die Spiele konzentrieren, wo wir uns berechtigte Chancen ausrechnen dürfen", unterstreicht Bindhammer, "sondern in jedes Match so gehen, als könnte man dort an einem guten Tag etwas mitnehmen."

So werden die Versbacher auch gegen die Neckarsulmer Sport-Union, die unbedingt zurück in die zweite Liga möchte, viel Gegenwehr leisten. Paul Fuchs schaut bei diesem Vorhaben vielleicht vom Himmel aus zu. Hinter dem Verkaufstresen in der Sportbund-Halle wird er jedenfalls nicht mehr stehen.

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