Fußball: Dritte Liga

Vincent Müller hält den Sieg der Würzburger Kickers fest

Schaut her! Kickers-Keeper Vincent Müller bejubelt den Heimsieg gegen 1860 München. Foto: foto2press/Frank Scheuring

Erleichterung bei den Würzburger Kickers. Die Rothosen haben mit dem 2:1-Sieg gegen 1860 München einen deutlichen Satz weg von der Abstiegszone gemacht. Die 0:3-Niederlage in Magdeburg scheint bei Kickers-Trainer Michael Schiele keine allzu großen Zweifel an seinem Personal aufgeworfen zu haben. Zum vierten Mal in Folge schickte er die gleiche Mannschaft auf das Feld.

Eine entscheidende Änderung gab es dann aber doch: Der Kickers-Trainer hatte tatsächlich den Torwart-Wechsel vorgenommen, der sich unter der Woche bereits angekündigt hatte. Vincent Müller, 19 Jahre alt, in der letzten Saison noch für das U-19-Team des 1. FC Köln aktiv, stand erstmals in einem Ligaspiel im Kasten der Rothosen. Eric Verstappen, im Sommer noch als Stammkeeper mit einem frischen Zweijahresvertrag ausgestattet, saß indes erstmals in dieser Spielzeit bei einem Punktspiel auf der Ersatzbank. Eine gewiss mutige Entscheidung Schieles, die er am Tag vor der Partie dem Keeper mitgeteilt hatte. "Man hat im Training gemerkt, dass er den Platz im Tor nach der Pokalpartie nicht mehr hergeben will," so Schiele.

Vor allem fußballerisch, so die Analyse, ist Müller begabter als Verstappen. Mit seinen Pässen sollte er der Akteur sein, der den Spielaufbau einleitete. Ein Vorhaben, das deutlich zu erkennen war. Nun ist es aber die erste und wichtigste Aufgabe eines Torhüters seinen Kasten sauber zu halten. Und auch Müller konnte nicht verhindern, dass die Rothosen auch im 15. Pflichtspiel dieser Saison einen Gegentreffer kassierten. Die Null sie stand auch diesmal nicht. Eine Mitschuld am Gegentreffer ist dem Debütanten freilich nicht.

Allzu viel hatte Müller im ersten Durchgang auch gar nicht zu tun. Einmal pflückte er eine Flanke
herunter. Mehr gab's nicht zu halten. Und trotzdem war es einmal ganz knapp gewesen für die Hausherren. In der 16. Minute nämlich, als 1860-Akteur Benjamin Kindsvater Kickers-Linksverteidiger Robert Herrmann austanzte und den Ball aus elf Metern an den Pfosten des Kickers-Kastens setzte. Es war die beste Torchance in einer Anfangsphase, die die Gastgeber eigentlich beherrscht hatten, in der die Schiele-Elf vor dem gegnerischen Tor aber keinen Weg zum Abschluss fanden.

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Die Stimmen der Fans nach dem Spiel gegen 1860 München

Gerade als die Rothosen etwas ihren Schwung verloren hatten, fiel, aus dem sprichwörtlichen Nichts, der Führungstreffer für die Kickers. Herrmann, erneut offensiv mit deutlich besseren Aktionen als in der Verteidigung, flankte, Angreifer Luca Pfeiffer kam nicht richtig an den Ball, aber Mittelfeldmann Dave Gnaase schienen die Münchner übersehen zu haben. Der Kickers-Akteur brauchte sich für seinen Kopfball nicht einmal strecken und platzierte den Ball im Kasten der Gäste (23.).
Die erhoffte Führung für die Kickers, die den Rothosen Sicherheit geben sollte. Tatsächlich ließen die Gastgeber den Ball nun oft recht gefällig durch die Reihen laufen. Außer bei einem Versuch von Patrick Sontheimer aus 18 Metern wurde es vor dem Pausenpfiff aber nicht mehr wirklich gefährlich für die Münchner.

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Kickers: Trainer Schiele: "Ich wusste, dass wir ein Gegentor kriegen"

Die Partie vor 8356 Zuschauern unter dem Flutlicht am Dallenberg lebte in erster Linie von der Spannung, für die schon alleine die Tabelensituation sorgte. Mit einem Dreier konnten die Gastgeber um gleich vier Ränge an den Löwen vorbei auf Platz zwölf springen. Ein Unterfangen, das kurz nach dem Seitenwechsel deutlich schwieriger zu werden schien. Wieder erwies sich die linke Abwehrseite als Schwachstelle der Kickers. Die Hereingabe nutzte Sascha Mölders aus kurzer Distanz freistehend zum Ausgleich (47.). "Wir wussten, dass wir heute nicht zu Null spielen würden. Wir haben gesagt: Wir kriegen so oder so ein Tor", sagte Schiele nach der Partie: "Wir mussten eben zwei oder drei schießen." 

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Würzburger Kickers: Die Torschützen zum 2:1 über 1860 München im Interview

Die Partie sollte, so hatte Kickers-Coach im Vorfeld gemutmaßt „durch Kleinigkeiten“ entschieden werden. Es war dann aber doch in ziemlich dicker Klops der Löwen-Abwehr, der die Rothosen entscheidend in Führung brachte. Simon Rhein hatte den Ball in Richtung Gäste-Tor geschlagen, als 1860-Akteur Leon Klaasen den Ball zu Torhüter Hendrik Bonmann zurückköpfen wollte. Das Spielgerät kam aber nicht beim Keeper an, sondern landete im Fuß von Kickers-Flügelflitzer Fabio Kaufmann, der Bonemann umspielte und zum 2:1 einschob (62.).

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FC Würzburger Kickers - TSV 1860 München

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Ein Treffer der die Löwen so richtig anstachelte. Das Geschehen auf dem Rasen-Viereck am Dallenberg wurde nun zunehmend hektisch und ruppig. Nun hatte auch Müller die Chance sich auszuzeichnen: In der 70.Minute hatte der Ex-Schweinfurter Marius Willsch geflankt, ehe Mölders den jungen Kickers-Keeper mit einem Kopfball zu einer sehenswerten Flugeinlage zwang.
Die Spannung sollte aber noch zunehmen. Verantwortlich dafür war auch die Hinausstellung für Kickers-Angreifer Pfeiffer, der sah in einer Szene gleich zweimal Gelb. Nämlich zum einen für ein grobes Foul an Tim Rieder, zum anderen weil er im anschließenden Handgemenge seinem Gegenspieler leicht ins Gesicht griff. Rieder fiel auch sogleich spektakulär zu Boden und kassierte selbst Gelb.

Auf Kurs Mittelfeldplatz: (von links) Patrick Sontheimer, Dave Gnaase, Albion Vrenezi und Fabio Kaufmann freuen sich übe... Foto: foto2press/Frank Scheuring

Müller gegen Mölders auf dem Posten 

Hernach war es tatsächlich Müller, der der Sieg festhielt, als in bei einem Mölders-Schuss aus 13 Metern zur Stelle war. "Das Schöne ist, dass wir heute einmal ein Spiel gewonnen haben, das ausgeglichen war, in dem wir kaltschnäuziger waren als der Gegner. Das hat richtig gut getan. Es war ein geiler Sieg", freute sich Torschütze Fabio Kaufmann am Ende.

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