FUSSBALL

WFV-Kickers: Rothosen feiern verdienten 2:1-Erfolg

Prächtige Kulisse, starke Würzburger Kickers und ein zum wiederholten Male enttäuschender Würzburger FV: Die Rothosen vom Dallenberg gewannen am Mittwochabend das Stadt-Derby der Fußball-Bayernliga hochverdient mit 2:1 (1:0) und stürzten den weiterhin punktlosen Rivalen von der Mainaustraße vor 3023 Zuschauern in eine handfeste Krise.
Glückwünsche für den Derby-Sieg: Die Roten (in der Mitte Sebastian Fehrer, rechts Dominik Schlessmann) feierten den Erfolg an der Mainaustraße freudig mit ihren Fans.
Glückwünsche für den Derby-Sieg: Die Roten (in der Mitte Sebastian Fehrer, rechts Dominik Schlessmann) feierten den Erfolg an der Mainaustraße freudig mit ihren Fans. Foto: FOTO FABIAN FRÜHWIRTH

Die Lockerheit wohnt am Würzburger Dallenberg. Anders lässt sich der gestrige Auftritt der Kickers in der Zellerau nicht erklären. Erst 45 Minuten vor dem Anpfiff – an den Kassen war da für die strömenden Besucher-Massen Schlangestehen längst zum Geduldsspiel geworden – reisten die Gäste zur Sepp-Endres-Sportanlage. Sie wirkten locker. So, als gebe es diesen Lokalschlager jedes Wochenende. Auf der anderen Seite sah das ganz anders aus: Die Nervosität war dem WFV-Tross deutlich anzumerken, schon eine Stunde vor dem Anpfiff trabten die Gastgeber über den satten Rasen.

Kickers-Chancen im Minutentakt

An der Rollenverteilung sollte sich auch während der Partie nichts ändern. Der Aufsteiger vom Dallenberg gab den Ton an und die Richtung vor. Der WFV hatte alle Füße voll zu tun, um den Kontrahenten in Schach zu halten, was letztlich in die Hose ging: Dominik Schlessmann (2.), Christian Salwiczek (3.) und Daniel Drenkard (7.) hatten in den ersten sieben Minuten beste Gelegenheiten, das Derby frühzeitig für sich zu entscheiden. Doch vor dem Kasten versagten die Nerven, fehlte das Quäntchen Glück oder aber es stand WFV-Keeper Ralf Scherbaum im Weg. „Wir waren völlig von der Rolle“, erkannte auch FV-Coach Michael Hochrein: „Das ganze Spiel war eine Enttäuschung.“ Bis sich die Überlegenheit auch im Ergebnis widerspiegelte, dauerte es 22 Minuten: Der überragende Andreas Kirchner spielte den Doppelpass mit Pascal Kamolz, als wäre es das Einfachste dieser Fußball-Welt. Die Abwehr der Zellerauer war mit diesem Mittel in den Tiefschlaf versetzt worden – Kirchner traf zum überfälligen Führungstreffer.

Fotoserie

WFV-Kickers

zur Fotoansicht


Und es sollte so weitergehen. Die Kickers kontrollierten das Geschehen und gaben das Heft nur zweimal ansatzweise aus der Hand. FV-Neuzugang Perparim Gashi setzte einen Freistoß neben den von Stefan Zimmerhakl gehüteten Kickers-Kasten (39.), und Dominic Vierheilig versuchte es vergebens aus spitzem Winkel (44.). „Wir schaffen es einfach nicht, unsere Ideen vom Kopf bis in den Fuß zu transportieren“, schimpfte Hochrein über den desolaten Auftritt seiner teils doch arg überforderten Schützlinge.

Fotoserie

WFV-Kickers II

zur Fotoansicht


Nur nach der Pause drohte die Partie in den ersten zehn Minuten zu kippen. Gäste-Keeper Zimmerhakl wollte einen von Daniel Drenkard unglücklich geklärten Ball nicht festhalten, den Abpraller netzte Norbert Ferstl zum glücklichen Ausgleich ein (56.). „In diesem Moment dachte ich, es könnte noch etwas werden“, hatte Hochrein auf Besserung gehofft, aber die Rechnung ohne seine Kicker gemacht. Als die Partie für vier Minuten vom starken Referee Markus Pflaum unterbrochen worden war, weil aus dem Block der Gäste Becher aufs Feld geflogen waren und bengalische Feuer entzündet wurden, hatte der WFV nichts mehr hinzuzusetzen. Die Kickers demonstrierten weiterhin ihre glasklare Überlegenheit und kamen durch den agilen Tobias Riedner nach 77 Minuten zum verdienten Siegtreffer. Wieder war es ein Doppelpass, der die WFV-Abwehr matt setzte. Riedner, Kirchner, Riedner – 2:1. Fußball kann bisweilen so einfach sein.

Kein Kommentar von Mauder

Nach dem Schlusspfiff eines einseitigen Derbys kochten derweil die Emotionen hoch. Auch auf dem Weg in die Kabine soll es gar zum Handgemenge gekommen sein. Kickers-Coach Rüdiger Mauder jedenfalls erschien nicht zur Pressekonferenz und ließ über den Stadionsprecher ausrichten, ihm habe die Vorberichterstattung dieser Zeitung auf das Derby nicht gefallen. Er blieb fern und Aussagen zum verdienten Erfolg seiner Eleven schuldig. Die Kickers reisten so kurzfristig auch wieder von der Mainaustraße ab, wie sie gekommen waren. Ohne zu duschen, traten sie die Heimreise an.

WFV: Scherbaum – Götzfried, Jäger (82. Luisi), Reitmaier – Ostheimer, Rausch, Ferstl, Wirsching (73. Hochrein) – Vierheilig, Desic (46. Christ), Gashi.
Kickers: Zimmerhakl – Göbel, Schlessmann, Salwiczek, Eichler – Kirchner, Riedner (79. Rösch), Fehrer, Drenkard – Kamholz (89. Zierold), Droszcz (62. Stahl).
Tore: 0:1 Kirchner (22.), 1:1 Ferstl (56.), 1:2 Riedner (77.). Schiedsrichter: Pflaum (Dörfleins). Zuschauer: 3023.

Weitere Artikel

Schlagworte

Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!