Fußball: Dritte Liga

Warum Leroy Kwadwo den Kickers am Samstag fehlt

Die Würzburger sind das statistisch beste Drittliga-Team der letzten Wochen. Trotzdem gibt es auch abseits des Feldes viele Themen rund um den Dallenberg.
Er muss eine Gelbsperre absitzen. Leroy Kwadwo, der nach den rassistischen Beleidigungen gegen ihn in Münster zuletzt im Blickpunkt stand. Foto: foto2press/Frank Scheuring

Nur eine Niederlage haben die Drittliga-Fußballer der  Würzburger Kickers in den letzten sieben Partien kassiert. Nimmt man nur diesen Zeitraum zum Maßstab, sind die Rothosen sogar Tabellenführer. Kein Drittliga-Team hat in den letzten sieben Spielen besser gepunktet, keines hat seit Anfang Dezember mehr Tore erzielt als die Mannschaft von Trainer Michael Schiele – nämlich 19 Stück. Und auch nur Waldhof Mannheim und die SpVgg Unterhaching haben seitdem noch einen Treffer weniger kassiert als die Kickers (sechs). Trotzdem ist das Geschehen auf dem Platz vor dem Heimspiel des Tabellenelften gegen die Eintracht aus Braunschweig, die als Fünfter derzeit drei Punkte hinter einem Aufstiegsrang liegt,  an diesem Samstag (14 Uhr) nicht das einzig interessante Thema am Dallenberg.

Nach Rassismus-Eklat von Münster: Kwadwo fehlt gelbgesperrt

Als das Kickers-Team am Dienstag nach zwei trainingsfreien Tagen wieder zusammenkam, habe man sich in der Spielersitzung noch einmal mit den rassistischen Beleidigungen gegen Kickers-Linksverteidiger Leroy Kwadwo in Münster beschäftigt, berichtet Trainer Schiele. "Er fühlt sich einigermaßen gut", sagt der Trainer über Kwadwo, der in dieser Woche bislang aber nicht mit den Kollegen auf dem Trainingsplatz stand. Eine Vorsichtsmaßnahme, wie es vom Verein heißt, weil sich Kwadwo beim Spiel in Münster eine Blessur zugezogen hatte. Am Samstag gegen Braunschweig wird er ohnehin nicht auflaufen dürfen. Der 24-Jährige hatte am vergangenen Freitag bereits in der Anfangsphase der Partie bei den Preußen die fünfte Gelbe Karte dieser Saison gesehen. Nach seinem Auftritt im "Sportstudio" des ZDF war Kwadwo in der vergangenen Wochen vom Verein von weiteren Interview-Wünschen befreit worden. 

Option gezogen: Sontheimer bleibt eine Rothose

Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann die Kickers von der mit Zweitligist SpVgg Greuther Fürth vertraglich vereinbarten Möglichkeit Gebrauch machen und Patrick Sontheimer fest verpflichten würden. Am Freitag ist es nun passiert. Den 21-jährigen Allgäuer kann man nun also von der Liste mit den Leihspielern im Kickers-Kader streichen. Darauf stehen nun noch Robert Herrmann (Erzgebirge Aue), Albion Vrenezi (Jahn Regensburg), Simon Rhein (1. FC Nürnberg) und Jonas David (Hamburger SV). Sontheimers Vertrag am Dallenberg läuft bis zum Sommer 2021. Als er vor etwas mehr als einem Jahr nach Würzburg kam, spielte für den Mittelfeldmann "der Micha" eine entscheidende Rolle. Kickers-Trainer Schiele kennt Sontheimer schon aus Zeiten, als der 41-Jährige bei Zweitligist Fürth als Assistent des damaligen Cheftrainers Stefan Ruthenbeck tätig war. "Er ist im Umgang mit den Spielern immer sachlich, hat aber dabei auch die nötige Lockerheit", schwärmt Sontheimer von seinem Coach: "Es macht Spaß, mit dem Trainerteam zu arbeiten." 

Er bleibt eine Rothose: Die Würzburger Kickers haben die Möglichkeit Patrick Sontheimer, bislang von Greuther Fürth ausgeliehen, fest zu verpflichten, genutzt. Der Vertrag des Mittelfeldmanns läuft bis 2021.  Foto: Frank Scheuring

In Braunschweig aussortiert: Kein Wiedersehen mit Ademi

In seiner Zeit in Würzburg polarisierte Stürmer Orhan Ademi wie nur wenige andere Spieler. Zwar war er in den vergangenen beiden Saisons mit zwölf (2017/18) und elf Toren (2018/19) jeweils der beste Goalgetter der Rothosen gewesen, trotzdem rieben sich die Zuschauer an ihm und seiner Spielweise. In Braunschweig galt er als zusätzliche Alternative im ohnehin bereits namhaft besetzten Sturm. Nachdem die Niedersachsen im Winter mit Marvin Pourié den Drittliga-Torschützenkönig der vergangenen Saison aus Karlsruhe verpflichteten, wurde Ademi abgeschrieben. Der Schweizer könne gehen, hieß es von der Eintracht. Einen neuen Klub hat der Stürmer, dessen Vertrag noch bis 2021 läuft, aber nicht gefunden. War eine Rückkehr nach Würzburg ein Thema? Es gab Kontakt, sagt der Kickers-Coach. Eine Verpflichtung stand aber nicht zur Debatte, so Schiele, der Ademi nicht nur aus seiner Zeit in Würzburg, sondern auch aus gemeinsamen Tagen beim VfR Aalen kennt.

Beim Braunschweiger 5:2 im Hinspiel wurde Orhan Ademi, der sich hier gegen die Kickers-Akteure Hendrik Hansen (vorne) und Sebastian Schuppan durchsetzt, noch eingewechselt. Inzwischen spielt der einstige Rothosen-Spieler bei den Niedersachsen keine Rolle mehr. Foto: foto2press/Frank Scheuring

Gnaase auf der Bank: Schiele hat die Wahl

Mit Daniel Hägele fällt der Vize-Kapitän der Kickers wie schon in Münster aus. Der 31-Jährige hat erneut muskuläre Probleme in der Wade. Er hatte bereits einen Großteil der Wintervorbereitung verpasst, weil er sich im letzten Spiel 2019 beim FC Bayern II (0:0) einen Muskelfaserriss zugezogen hatte. Ihn dürfte erneut U-20-Nationalspieler David in der Innenverteidigung ersetzen. Auf der Bank wird indes der von einer Syndesmoseverletzung genesene Dave Gnaase Platz nehmen. Im zentralen Mittelfeld ist Simon Rhein neben Sontheimer gesetzt. Wer gegen die Eintracht, die Schiele eher defensiv eingestellt erwartet, neben Domnic Baumann stürmt, ist auch noch offen: Maximilian Breunig oder Luca Pfeiffer.

Video

Kickers TV: Der Vorbericht zum Spiel gegen Eintr. Braunschweig

Noch immer keine Entscheidung: Trainerfrage weiter offen

Die Tage ziehen ins Land, im Fall von Sontheimer haben die Kickers Nägel mit Köpfen gemacht, die Trainerfrage für die nächste Saison bleibt indes weiter offen. "Nichts Neues", so Schieles kurzer Kommentar zum Stand der Dinge.

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