Basketball: EM 2021

Warum Maxi Kleber sich auf die Heim-EM so freut

Was der in Diensten des NBA-Klubs Dallas Mavericks stehende Würzburger Basketballer sich von der EM 2021 verspricht - und wieso die WM in China nun so wichtig ist.
Hier im Trikot der Dallas Mavericks - aber Maximilian Kleber ist auch stolz darauf, das Leibchen der deutschen Nationalmannschaft zu tragen.
Hier im Trikot der Dallas Mavericks - aber Maximilian Kleber ist auch stolz darauf, das Leibchen der deutschen Nationalmannschaft zu tragen. Foto: Lm Otero

"Geiler geht's gar nicht", sagt Maximilian Kleber am Telefon, als er gerade am Flughafen Dallas/Forth Worth eincheckt, um "in die Heimat" zu fliegen. Dorthin, "wo die Familie ist".  Kleber hat unlängst einen zweistelligen Millionenvertrag beim NBA-Klub Dallas Mavericks unterschrieben, und am Tag, an dem bekannt wurde, dass Deutschland die Basketball-Europameisterschaft 2021 wird ausrichten dürfen, flog der gebürtige Würzburger nach Hause. Zuvorderst, weil sein bester Kumpel heiratet und er natürlich zur Feier musste. Aber neben vielen anderen Terminen hat es sich dann eben auch noch ergeben, dass es ganz gut reinpasst in seinen Terminkalender, dass der 27-Jährige beim Benefiz-Fußballspiel (18 Uhr, live Sport 1) seines ehemaligen Arbeitskollegen Dirk Nowitzkizu Ehren der verunglückten Formel-1-Legende Michael Schumacher am Sonntag in Leverkusen vorbeischaut. Und mitspielt. Neben allerlei anderer Sport- und Gesellschaftsprominenz.

Basketball-Deutschland ist glücklich - und der Jubel ist riesengroß, bisweilen überschwänglich: Zum fünften Mal (nach 2015, 1993, 1985 und 1971) darf der Deutsche Basketball Bund (DBB) eine Europameisterschaft ausrichten. "Eine bessere Werbung gibt es nicht für den Basketball in Deutschland", sagt Kleber, der zwar seine Brötchen in den USA verdient, in der stärksten Liga der Welt - aber stets "sehr stolz ist, das Trikot der Nationalmannschaft zu tragen", wie er immer wieder betont.

"Wir wissen, dass wir ein gutes Team haben."
Maximilian Kleber, Basketball-Nationalspieler

Die aktuelle Generation der deutschen Basketball-Elite um Kleber, seinen NBA-Kollegen Dennis Schröder und Daniel Theis oder Nationalmannschaftskapitän Robin Benzing - alle sind restlos begeistert von dem Zuschlag, den der Vorstand des Kontinentalverbands Fiba Europe am Montagnachmittag im Luxushotel Bayerischer Hof in München verkündet hat. Das Turnier soll vom 2. bis 19. September 2021 mit 24 Teams stattfinden, die auf vier Gruppen aufgeteilt werden. Eine Vorrunde (mit der deutschen Mannschaft als gesetzter Gastgeber natürlich) wird in Köln ausgespielt, die weiteren drei Vorrunden werden in Tschechien, Georgien und Italien ausgetragen. Das Finalturnier ab dem Achtelfinale im K.o.-Modus dann in Berlin.

"Wir wissen, dass wir ein gutes Team haben", sagt Kleber. Er weiß, dass die Erwartungen an seine Generation nicht gering sind. Ist da eine Medaille nicht schon fast Pflicht? "Das ist im Vorfeld immer sehr schwierig vorherzusagen. Auch sehr tagesformabhänging", sagt Kleber. „Wir freuen uns alle riesig auf dieses besondere, einzigartige Event“, sagt DBB-Präsident Ingo Weiss. „Unsere Nationalmannschaft tritt vor heimischer Kulisse gegen europäische Top-Gegner an, das werden für unsere vielen Basketballfans Leckerbissen vom Feinsten.“

„Großartig! Ich erinnere mich noch sehr gerne an die EM 2015 in Berlin mit der einzigartigen Atmosphäre. Wenn ich jetzt zusätzlich noch an die Lanxess Arena in Köln und dann an die Finalrunde in Berlin denke, dann ist die Vorfreude schon jetzt riesengroß. Da möchte ich unbedingt mit dabei sein“, sagt Robin Benzing. Der Kapitän der Basketball-Nationalmannschaft, in der Bundesligasaison 2017/18 in Diensten von s.Oliver Würzburg und derzeit bei Besiktas Istanbul unter Vertrag, blies ins selbe Horn wie Bundestrainer Henrik Rödl.

"Olympische Spiele . . . Dort einmal einzumarschieren, das wäre toll. Aber: Eins nach dem anderen!"
Maximilian Kleber, Basketball-Nationalspieler

„Ich durfte 1993 als Spieler bei der EM und 2015 als Co-Trainer mit dabei sein. Es gibt nichts Größeres, als mit der Nationalmannschaft vor den eigenen Fans um Titel zu kämpfen“, sagte Rödl, der 1993 den einzigen deutschen EM-Titelgewinn als Spieler feierte. „Diese EuroBasket 2021 in Deutschland hat sich unsere tolle Basketball-Generation verdient“, meinte der 178-fache Nationalspieler, der seit 2017 hauptverantwortlich die Geschicke der Nationalmannschaft leitet.

Rödls Mannschaft ist als Gastgeber automatisch dabei – wird die Qualifikation, die im Februar nächsten Jahres beginnt und über drei sogenannte Fenster mit sechs Partien pro Teilnehmer geht, außer Konkurrenz aber mitspielen. „Wir werden alles geben, um Basketball-Deutschland zu rocken und vor den eigenen Fans um eine Medaille zu kämpfen. Ich freue mich jetzt schon sehr darauf“, sagte laut einer Mitteilung des Deutschen Basketball Bundes (DBB) der für Oklahoma Körbe werfende NBA-Profi Dennis Schröder.

Nun geht's erst mal zur WM nach China

Der Deutsche Basketball Bund ist nach 2015, 1993, 1985 und 1971 zum fünften Mal EM-Ausrichter. Vor vier Jahren scheiterte das deutsche Team angeführt von  Dirk Nowitzki knapp in der Vorrunde von Berlin, der gebürtige Würzburger trat anschließend aus der Nationalmannschaft zurück. 

Nun steht für die DBB-Auswahl aber erst einmal die WM in China (31. August bis 15. September) an. Als eines der beiden besten europäischen Teams würde dort die direkte Qualifikation für Olympia 2020 in Tokio gelingen. "Olympische Spiele . . . Dort einmal einzumarschieren, das wäre toll", sagt Maximilian Kleber. Aber: "Eins nach dem anderen!" Sagt er auch. Die deutschen Basketballer holten in der Ära Nowitzki noch WM-Bronze 2002 und EM-Silber 2005 – spätestens in zwei Jahren, vielleicht in der Ära Kleber, soll die Medaillenbilanz aufgehübscht werden.

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