WÜRZBURG

Was Dirk Nowitzki über Werder Bremen weiß

Fußball: DFB-Akademie ·Leadership Festival·
Beim Leadership-Festival in der DFB-Akademie viel gefragt: Dirk Nowitzki (hinten), der sich in Leipzig mit dem ebenfalls aus Würzburg stammenden Frank Baumann über Werder Bremen unterhielt. Foto: Andreas Arnold, dpa

In der prekären Lage mal auf andere Gedanken zu kommen, kann nicht schaden. Den Besuch beim so genannten Leadership-Festival der DFB-Akademie Anfang der Woche in Frankfurt hatte Frank Baumann ungeachtet der Schaffenskrise bei Werder Bremen lange geplant. Und natürlich wusste der Geschäftsführer auch, dass im Kunsthaus Familie Montez Dirk Nowitzki auftreten würde. Baumann stammt wie die im April zurückgetretene Basketball-Ikone aus Würzburg, „ich habe ihn noch in der Bundesliga spielen sehen.“ Nowitzkis Vita kennt Baumann bis ins Detail: Berührungspunkte ergaben sich in Jugendzeiten zwangsläufig.

Was der 44-Jährige allerdings nicht wusste, dass die Legende der Dallas Mavericks ein familiäres Faible für die Grün-Weißen pflegte. „Mein Fußballinteresse hat in den 1980er Jahren angefangen, als ich mit meinem Vater geschaut habe. Werder Bremen ist dann Europapokalsieger der Pokalsieger geworden. Uli Borowka, Rune Bratseth, Frank Neubarth. Und Pannen-Olli (Oliver Reck, Anm. d. Red.) – die habe ich alle parat“, erzählte Nowitzki – und Baumann staunte. Es war die Epoche, in der Werder regelmäßig um Titel spielte und der Ausgang der Meisterschaft noch unvorhersehbarer wirkte als das Wetter.

Wenigstens die Sehnsucht nach Europapokalspielen wollten die Hanseaten in dieser Saison mal wieder bedienen, weshalb Baumann zusammen mit Trainer Florian Kohfeldt mutig einen internationalen Startplatz als Zielsetzung ausgab. Doch nach nur 14 Punkten an 14 Spieltagen herrscht Ernüchterung vor. Und nun steht die ungeliebte Dienstreise zum FC Bayern an diesem Samstag (15.30 Uhr) an: 20 Pflichtspiele haben die Bremer gegen die Münchner hintereinander verloren; die bislang letzte Niederlage, ein 2:3 im DFB-Pokalhalbfinale im Frühjahr, war wegen eines fragwürdigen Elfmeters besonders bitter.

„Wir fahren nach München, um etwas mitzunehmen“, hat Kohfeldt nun beteuert. „Du kannst jetzt den Kopf einziehen und hoffen, dass es irgendwie vorbeigeht oder aber du bist wirklich sauer und wandelst das in Energie um.“ Baumann empfindet es als positiv, dass Diskussionen über den Trainer an der Weser nicht geführt werden. Er stand selbst als Aktiver noch auf dem Rasen, als den Bremern der bislang letzte Sieg bei den Bayern gelang. Ein 5:2 gegen die damals von Jürgen Klinsmann gecoachten Münchner bedeutete im September 2008 den bislang letzten Bremer Paukenschlag. Ein solcher Spielfilm mit Toren von Markus Rosenberg (2), Naldo, Mesut Özil und Claudio Pizarro bei den späten Gegentreffern des heutigen Bremer Assistenztrainers Tim Borowski dürfte sich kaum mehr wiederholen.

Zuletzt leistete sich Werder einen Offenbarungseid gegen den SC Paderborn (0:1). In der Winterpause wolle man eventuell nachlegen. Zuvor sollte vor allem gegen die direkte Konkurrenz Mainz (17.12) und in Köln (21.12) gepunktet werden. Um im Sprachgebrauch von Dirk Nowitzki zu bleiben: Mindestens einen Drei-Punkte-Wurf soll es vor Weihnachten für Werder noch geben.

Der 21. Bayern-Sieg gegen Werder Bremen in Folge?

Nach zuletzt zwei Niederlagen will der FC Bayern an diesem Samstag gegen Bremen (15.30 Uhr) den Abwärtstrend stoppen. Coach Hansi Flick fordert drei Siege zum Abschluss der Hinrunde. Werder gewann nur eines der letzten zehn Punktspiele. Es wäre eine Riesen-Überraschung, sollte der FC Bayern nicht gewinnen: Die Münchner gewannen die letzten 20 Pflichtspiele gegen Bremen, darunter 17 in der Liga.

Kingsley Coman (Knie) und der gesperrte Javi Martínez verlängern Bayerns Ausfallliste. Alaba ist dagegen wieder fit. Bittencourt ist bei den Bremern nach einer Magen-Darm-Grippe fraglich. Ins Aufgebot zurückgekehrt ist nach langer Verletzung Fin Bartels. Der 32-jährige Offensivspieler hatte in den beiden letzten Spielzeiten nur Kurzeinsätze. (dpa)

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