Fußball: Dritte Liga

Würzburger Kickers: Rivalen zwischen den Pfosten

Vincent Müller und Eric Verstappen streiten sich um den Posten als Nummer eins im Kasten des Fußball-Drittligisten. Beide vereint die Liebe zum Karneval.
Fototermin im Team-Hotel: Kickers-Keeper Vincent Müller (links) scheint derzeit im Kampf um den Stammplatz im Kasten gegenüber Eric Verstappen im Vorteil. Foto: Frank Kranewitter

Sie sind beide Freunde des Frohsinns. Eric Verstappen und Vincent Müller feiern gerne Fasching. Oder besser gesagt: Karneval. Das liegt an ihrer Herkunft. Müller stammt aus Köln, Verstappen aus Venlo. Und das ist so etwas wie das Köln der Niederlanden - die Karnevalsmetropole im Nachbarland. Sie verstehen sich, die beiden Kickers-Keeper - und sind eben doch Rivalen. „Ich hoffe natürlich, gegen Unterhaching wieder im Tor zu stehen“, sagt Verstappen. So wie beim 1:1 gegen die zweite Mannschaft des FC Bayern in München vor der Winterpause. Da hatte Verstappen den erkrankten Müller vertreten und ein starkes Spiel gemacht.

Für Trainer Michael Schiele ist der 19-jährige Müller aber die Nummer eins im Kasten. „Ich habe darauf gehofft. Dass es tatsächlich so gekommen ist, ist schön für mich. Das liegt auch daran, dass ich ein sehr großes Vertrauen vom Trainer und vom ganzen Team spüre“, fasst der Torhüter, der im Sommer vom 1. FC Köln nach Würzburg wechselte, sein erstes halbes Jahr bei den Kickers zusammen. Am elften Spieltag hatte Müller Verstappen im Kasten der Kickers abgelöst und bis zum Spiel in München den Posten zwischen den Pfosten nicht mehr räumen müssen. Dabei hatte sich Müller den Schritt nach Würzburg nicht leicht gemacht. "Es war nicht leicht für mich, Köln zu verlassen. Aber für meine Entwicklung war es der richtige Schritt", sagt er heute. Müller ist Ur-Kölner. Mit sechs Jahren begann er das Fußallspielen beim 1. FC. Mit zwölf Jahren stand er erstmals im Tor, durchlief beim Geißbock-Klub alle Jugendteams, immer mit dem Ziel Profifußball vor Augen. Den Sprung hat er nun in Würzburg geschafft, aber das Kölner Stadion bleibt für ihn ein Sehnsuchtsort: "Es ist noch immer ein Traum in diesem Stadion, in dem ich immer als Zuschauer war, einmal zu spielen."

Mit 19 Jahren ist er im Kickers-Tross neben Stürmer Maximilian Breunig und dem als dritten Keeper mitgereisten Nachwuchs-Torwart Nicolas Wilhelm einer der Jüngsten. Zu Beginn seiner Zeit in Würzburg wollte er keine allzu große Klappe riskieren, erzählt Müller: „Am Anfang war ich noch etwas vorsichtiger. Ich bin ja noch immer einer der Jüngsten im Kader. Da ist man automatisch etwas ruhiger. Inzwischen gehe ich schon deutlich mehr aus mir heraus. Wir haben viel Spaß im Team.“

Verstappen indes ist nun fast genau ein Jahr eine Rothosen. Zum Trainingslager im vergangenen Winter nach San Pedro del Pinatar war er als Testspieler mitgereist, kurz darauf unterschrieb er einen Vertrag. "Das war ein Jahr, in dem sich richtig viel für mich verändert hat. Ich habe mein Profidebüt gegeben, und ich habe meine Freundin kennengelernt. Natürlich habe ich auch den Platz als Nummer eins, den ich zu Saisonbeginn hatte, verloren. Aber ich darf nicht vergessen, wie alles begonnen hat. Ich kam als Nummer drei", sagt er rückblickend: "Ich fühle mich hier wohl."

Mit Depay beim PSV Eindhoven

Und die Situation kennt Verstappen schon aus seiner Karriere: "Meine Geduld wurde auf eine harte Probe gestellt", erzählt er. Immer wieder musste er sich hinten anstellen, hoffen, an einem anderen Keeper vorbeizukommen. Auch beim PSV Eindhoven, wo er zuvor in der Jugend unter anderem mit dem heutigen niederländischen Nationalspieler Memphis Depay zusamengespielt hatte. "Der beste Fußballer, mit dem ich auf dem Platz stand", schwärmt Verstappen noch heute. Wenn es aber um Torhüter ging, da ging sein Blick schon immer über die Grenze: "In den Niederlanden gab es nur wenige moderne Torwarttrainer. Das war die alte Garde. Ich habe immer zu den deutschen Torhütern aufgeschaut."

Nun muss er sich also wieder neu beweisen, im Training Biss zeigen, versuchen, den Rivalen zu verdrängen. Kollegial gehe es dabei zu, man unterstütze sich, betonen beide. Aber spielen kann eben nur einer.

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