Fußball: Bayernliga

Würzburger Kickers: U-23-Abmeldung "ist eine ganz große Frechheit"

Nachdem die Kickers ihre Bayernliga-Mannschaft zurückgezogen haben, melden sich die Eltern betroffener Spieler zu Wort.
Würzburgs Rothosen werden in der neuen Saison nicht mehr in der Bayernliga an den Start gehen.
Würzburgs Rothosen werden in der neuen Saison nicht mehr in der Bayernliga an den Start gehen. Foto: Alexander Rausch

"Das ist eine ganz große Frechheit!" – Diese klaren Worte findet ein Vater, dessen Sohn schon einen Vertrag für die U23 des FC Würzburger Kickers unterschrieben hatte – kurz bevor bekannt wurde, dass die Verantwortlichen des Vereins aus finanziellen Gründen keine Mannschaft mehr in der Fußball-Bayernliga melden werden.

Die jungen Spieler traf diese Nachricht völlig unvermittelt. Viele hatten in Würzburg schon eine Wohnung gemietet und ihre berufliche Zukunft den sportlichen Anforderungen bei den Rothosen untergeordnet. Hinweise auf eine Abmeldung der Mannschaft gab es nicht. Im Gegenteil: die jungen Männer waren schon mit den Trainingsplänen für die Vorbereitung ausgestattet, als sie per E-Mail zu einem Treffen bestellt wurden. Bei diesem teilte ihnen Kickers-Vorstandsvorsitzender Daniel Sauer mit, dass es ihr Team in der kommenden Saison nicht mehr geben werde.

Für viele Spieler war Sauers Mitteilung wie ein Schlag ins Gesicht."Es ist doch unmenschlich, den Jungs etwas vorzumachen. Der Umgang hat mich schon sehr überrascht. Da wird bei den Kickers immer von Familie gesprochen und dann so was", hadert die Mutter eines Spielers mit dem Verein. Einige Eltern hatten sich nach der Berichterstattung über den Rückzug der Mannschaft mit dieser Redaktion in Verbindung gesetzt – mit der Bitte, ihre Namen nicht zu nennen.

Wie geht es weiter für die jungen Spieler?

Was für viele nicht nachvollziehbar ist, ist der Zeitpunkt, an dem die Abmeldung bekannt gegeben wurde. Zumal es künftig eine Kooperation der Rothosen mit dem Regionalliga-Aufsteiger TSV Aubstadt geben wird. "So etwas plant man doch nicht über Nacht", sagt eine Mutter. Für ihren Sohn und seine Kameraden ist die sportliche Zukunft ungewiss. Die meisten Mannschaften haben ihre Kaderplanung bereits abgeschlossen. Ob all die von den Kickers verpflichtenden Spieler noch unterkommen werden, ist fraglich.

Unerfreulich war die Nachricht vom Mannschaftsrückzug auch für den Bayerischen Fußball-Verband (BFV). Der hat die Bayernligen Nord und Süd inzwischen neu eingeteilt. Nach dem Rückzug der Kickers gehen in beiden Staffeln zur neuen Spielzeit anstatt der vorgesehenen 36 Teams jetzt 35 Mannschaften an den Start: Die Nord-Staffel mit 17 Teams, die Süd-Staffel mit 18 Mannschaften.

„Durch den späten Rückzug der Würzburger Kickers haben wir in diesem Jahr leider die Konstellation, dass wir in einer Staffel mit einer ungeraden Mannschaftszahl leben müssen. Das ist bedauerlich, aber leider nicht zu ändern. Nichtsdestotrotz gehen wir mit zwei sportlich attraktiven Spielklassen in die neue Saison, die beide zahlreiche Traditionsduelle garantieren“, wird Verbands-Spielleiter Josef Janker am Pfingstmontag in einer Mitteilung zitiert. Die beiden Bayernligen starten am Wochenende 13./14. Juli 2019 in die neue Saison. Der letzte Spieltag findet am 23. Mai 2020 statt.

Bayernliga Nord (17 Teams)
DJK Gebenbach, Würzburger FV, TSV Großbardorf, SV Seligenporten, SC Eltersdorf, SpVgg Bayern Hof, DJK Don Bosco Bamberg, TSV Abtswind, SpVgg Ansbach, DJK Ammerthal, ATSV Erlangen, 1. FC Sand, FC Eintracht Bamberg 2010, TSV Karlburg, FC Viktoria Kahl, ASV Cham, DJK Vilzing.

Bayernliga Süd (18 Teams)
SSV Jahn Regensburg II, SV Pullach, TSV 1865 Dachau, TSV 1874 Kottern, TSV Schwabmünchen, TSV 1861 Nördlingen, TSV 1860 München II, SV Kirchanschöring, TSV Schwaben Augsburg, SpVgg Hankofen-Hailing, FC Ismaning, FC Pipinsried, FC Ingolstadt 04 II, TSV 1880 Wasserburg, TSV 1882 Landsberg, SV Donaustauf, FC Deisenhofen, Türkspor Augsburg 1972.

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