Fußball: Dritte Liga

Würzburger Kickers: Was sich Trainer Schiele von Magath erhofft

Vor dem Drittliga-Neustart gegen Unterhaching steht bei den Rothosen der neue Fußball-Chef des Geldgebers im Mittelpunkt des Interesses.
"Ich habe nicht das Gefühl, dass da derzeit irgendetwas Negatives wäre", sagt Kickers-Trainer Michael Schiele, hier im Trainingslager in Spanien, über sein Verhältnis zu Flyeralarm-Fußball-Chef Felix Magath. Foto: Frank Kranewitter

Am Donnerstag-Vormittag deutete in der Flyeralarm Arena am Würzburger Dallenberg nichts darauf hin, dass sich etwas Besonderes tun könnte. Die Mannschaft war vor dem Training zusammengekommen, die Kickers hatten zum vor Drittliga-Spieltagen üblichen Medientermin geladen. Die Aufregung der letzten Tage, nach der Präsentation von Ex-Meistertrainer Felix Magath als Chef der neuen Unternehmenseinheit Flyeralarm Global Soccer beim Kickers-Sponsor, hat sich gelegt. Es kamen nur die üblichen Fragesteller. Nichts war zu spüren vom Aufbruch in eine neue Fußball-Zeit zwei Tage vor dem Heimspiel der Rothosen am Samstag (14 Uhr) gegen den bayerischen Liga-Rivalen SpVgg Unterhaching.

Magath? Nein, der habe sich beim Team noch nicht vorgestellt, berichtete Simon Rhein. Der vom 1. FC Nürnberg ausgeliehene zentrale Mittelfeldspieler war vom Verein diesmal für die Interviews auserkoren worden. "Ich war noch ein kleiner Junge, als er damals als Trainer deutscher Meister geworden ist", sagte der 21-Jährige. Er ist ein Spieler aus einer anderen Zeit, ausgebildet in den Leistungszentren in Leverkusen und später in Nürnberg, einer der nicht nur am Ball eine gewisse Eleganz an den Tag legt, sondern der auch geschliffen formulieren kann. "Ich denke, die Verantwortlichen erhoffen sich, dass seine Kompetenz und seine Strahlkraft den Verein aufs nächste Level heben", sagt er über Magath. Auf seine eigene Zukunft freilich hat das kaum einen Einfluss. Der Mittelfeldmann steht noch bis 2021 beim FCN unter Vertrag. Im Sommer werde man sehen, was der Club mit ihm vorhabe, so Rhein.

Simon Rhein über Felix Magath: "Ich war noch ein kleiner Junge, als er damals als Trainer deutscher Meister geworden ist." Foto: Silvia Gralla

Was die Kickers im Sommer mit ihm vorhaben, das ist freilich auch eine Frage, die Trainer Michael Schiele dieser Tage umtreiben dürfte. "Es sieht gut aus", sagt er unverdrossen, wenn es um das Thema Vertragsverlängerung geht. Offensichtlich hat nun aber Magath ein gewichtiges Wort mitzusprechen. "Diese zwei Personen müssen miteinander können", sagt Schiele, wenn er an die Zusammenarbeit zwischen Trainer und Flyeralarm Fußball-Boss denkt und fügt an: "Ich habe nicht das Gefühl, dass da derzeit irgendetwas Negatives wäre." Man sei schon jetzt häufig in Kontakt, so Schiele. Welche Anmerkungen Magath ihm nach den ersten Eindrücken im Trainingslager übermittelt hatte, das wollte er aber nicht verraten: "Das ist nichts, was wir preisgeben müssten."

Auf jeden Fall wird Magath am Samstag bei der Partie gegen Unterhaching ganz genau hinschauen. Das freilich sei ja noch nichts Besonderes, so Schiele: "Herr Magath saß auch beim Spiel in München vor der Winterpause auf der Tribüne." Nun tut er dies aber in anderer Position und womöglich gebe die Neuverpflichtung  des Hauptsponsors auch dem Team der Kickers "einen Push", hofft zumindest Schiele.

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Pressekonferenz mit Felix Magath

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Nach der, was das Punktekonto angeht, besten Drittliga-Vorrunde der Kickers, scheint man bei den Kickers so insgeheim auch noch höhere Ziele anzupeilen als einen einstelligen Tabellenplatz, von dem der Trainer öffentlich spricht. "Es ist zu früh, zu sagen: Wir wollen eine Aufholjagd starten", findet Mittelfeldmann Rhein, fügt aber an: "Wenn wir viele Punkte holen, ist noch alles drin."

Derzeit heißt die Realität allerdings Platz 13 und mit dem Tabellenfünften Unterhaching haben die Kickers einen Gegner vor der Brust, der ihnen in der Vorrunde eine Niederlage zugefügt hat, die keiner so leicht vergessen kann. In einer völlig verrückten Partie mit einer viertelstündigen Gewitter-Unterbrechung führten die Rothosen in der Münchner Vorstadt damals bis zur 88. Minuten mit 4:2 und verloren am Ende noch mit 4:5. "Ich hab's damals in der Sportschau gesehen und geschmunzelt", erzählt Rhein, der da noch nicht bei den Kickers spielte. Schiele fand's indes schon damals überhaupt nicht lustig: "Das hat sehr weh getan", sagt er über die Niederlage. Zeit also Revanche zu nehmen?

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SpVgg Unterhaching - FC Würzburger Kickers

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Auf jeden Fall wird Schiele sein Team nach den Eindrücken aus der Vorbereitung umbauen und auch verändern müssen. Mittelfeldmann Dave Gnaase geht derzeit an Krücken. "Halb so schlimm", gab der 23-Jährige am Donnerstag Entwarnung: Knochen und Bänder sind bei einem "unnötigen Foul" (Schiele) im nichtöffentlichen Testspiel gegen Zweitligist Jahn Regensburg (2:2) am vergangenen Samstag heil geblieben. Für das Unterhaching-Spiel wird es jedoch nicht reichen. Bei Daniel Hägele, nach einem Muaskelfaserriss aus dem Spiel beim FC Bayern II in der Vorbereitung selten auf dem Platz, ist Schiele indes guter Dinge: "Sein Einsatz wäre wichtig."

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