Würzburg

Coronavirus: Gibt es Spielabsagen bei den bayerischen Amateuren?

Die Regierung will Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern untersagen. Der BFV schließt Spielabsagen nicht aus, setzt aber auf Verschiebungen statt Geisterspiele.
Die Ausbreitung des Corona-Virus wirkt sich mehr und mehr auf den Fußball-Spielbetrieb aus, unser Bild zeigt eine Anhängerin des FC Chelsea am Sonntag in London. Der bayerische Fußballverband schließt bei Partien mit mehr als 1000 Zuschauern Absagen beziehungsweise Verlegungen nicht mehr aus.
Foto: Matt Dunham | Die Ausbreitung des Corona-Virus wirkt sich mehr und mehr auf den Fußball-Spielbetrieb aus, unser Bild zeigt eine Anhängerin des FC Chelsea am Sonntag in London.

Drohen aufgrund der steigenden Zahl von Infektionen mit dem Corona-Virus auch im bayerischen Amateurfußball Spielabsagen?  Am Montag hat auch der Bayerische Fußball-Verband (BFV) auf die gestiegenen Fallzahlen reagiert und schließt im Amateurbereich, das heißt für Partien ab der Regionalliga abwärts, Absagen und Verlegungen nicht mehr aus. "Wir müssen jetzt erst einmal abwarten", sagte BFV-Pressesprecher Fabian Frühwirth am Montagabend, nachdem bekannt geworden war, dass die bayerische Staatsregierung am Dienstag Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern untersagen will. Diese Regelung solle zunächst bis Karfreitag gelten, berichtete die Süddeutsche Zeitung auf ihrer Homepage. "Uns betrifft das natürlich auch, aber nicht in dem Ausmaß wie andere", erklärte Frühwirth. So habe es am vergangenen Spieltag nur eine Partie in der höchsten vom BFV betreuten Liga, der Regionalliga, gegeben. 1078 Besucher sahen die Begegnung zwischen Viktoria Aschaffenburg und Wacker Burghausen.

Keine Ansetzung von Geisterspielen

Der BFV selbst wird allerdings keine Partien absagen, sondern verweist auf die zuständigen Behörden. "Aus rechtlichen Gründen", wie Frühwirth betont: "Wir können das überhaupt nicht verfügen".  Der Verband bittet deshalb "Vereine, die am kommenden Spieltag mit einem Zuschaueraufkommen von mehr als 1000 Besuchern rechnen, sich mit dem zuständigen Gesundheitsamt bzw. den zuständigen Sicherheitsbehörden in Verbindung zu setzen". Die Behörden würden dann nach "Prüfung des Einzelfalls" entscheiden. Ob es bei diesem Vorgehen bleibt, darüber will sich der Verband am Dienstag noch einmal Gedanken machen.

"Eine Ansetzung sogenannter Geisterspiele steht für den bayerischen Amateurfußball nicht zur Debatte."
Bayerischer Fußball-Verband

Der Verband unterstützte damit schon vor Bekanntwerden der bayerischen Pläne den Vorschlag von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern vorerst abzusagen, gab aber gleichzeitig zu bedenken, "dass sich in einem Stadion die 1000 Besucher anders verteilen, als bei Veranstaltungen in kleineren, geschlossenen Räumen". Die Ansetzung von Geisterspielen steht für den Bayerischen Fußball-Verband aktuell jedenfalls nicht zur Debatte. Es sei schließlich denkbar, dass sich "die Lage so entspannt, dass die Spiele zu einem späteren Zeitpunkt wieder 'normal' durchgeführt werden können". "Wir sind auf jeden Fall für Verlegungen und gegen Geisterspiele", sagte Frühwirth.

Spielleiter sollen Verlegungen zustimmen

Stand Montag forderte der Fußballverband seine Klubs auch auf, abzuklären, ob es in ihren Teams Spielerinnen oder Spieler gibt, die in den vergangenen 14 Tagen aus einem Corona-Risikogebiet zurückgekehrt sind und appelliert an die Vereine, diese Akteure „weder bei Spielen noch im Trainingsbetrieb“ einzusetzen. Falls ein solcher Fall gegeben sei, könne der Klub sich mit dem Gegner "auf eine Spielverlegung verständigen" und weist die Spielleiter an, entsprechende Spiele neu zu terminieren. Im Fall eines Spielers mit diagnostizierter Corona-Infektion ist laut BFV "der Spielleiter zu informieren ist, der dann das betreffende Spiel verlegt."

Möglicher Verzicht auf Shake-Hands vor der Partie

Wo Spiele stattfinden, stellt es der Verband Spielern und Schiedsrichtern ausdrücklich frei, "auf das obligatorische Shake-Hands vor den Spielen zu verzichten", verweist zudem auf die Hygiene-Empfehlungen des Gesundheitsministeriums und empfiehlt den Fußball-Amateuren beispielsweise "das Fernbleiben vom Training und Spielen bei Erkältungssymptomen".

Dieser Artikel wurde am Montagabend 20:27 Uhr aktualisiert, nachdem bekannt gegeben worden war, dass die bayerische Staatsregierung am Dienstag Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern untersagen will.

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