Der Verband zieht eine Mauer um die Fußball-Kreise

Schweinfurt (hst) Am 30. Juni haucht er sein Leben aus, der bisherige Fußball-Kreis Schweinfurt. Mit 390 Vereinen war er der größte in Deutschland und größer als vier Landesverbände des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Durch die Strukturreform des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) ist damit Schluss. Ab 1. Juli entstehen aus dem alten Gebilde die Kreise Schweinfurt und Rhön - mit jeweils eigenen Spielklassen und Funktionären.
Damit gibt es im Fußball-Bezirk Unterfranken künftig vier Kreise: Aschaffenburg (ca. 130 Vereine, 122 im Spielbetrieb Männer), Würzburg (220/188), Schweinfurt (230/199) und Rhön (160/126). Mit der Selbstständigkeit der Rhön und der Möglichkeit einer individuelleren Betreuung der Vereine durch den neuen Kreisspielleiter Michael Ritter (Bad Kissingen) und den Kreisjuniorenleiter Rudolf Müller (beide Bad Kissingen) verband Bezirksvorsitzender Rolf Eppelein bei einer Pressekonferenz in Schweinfurt eine Hoffnung: Die vergleichsweise geringste Beteiligung am Spielbetrieb im Bezirk möge sich steigern.

Eppelein verwies auch darauf, dass der gekappte Kreis Schweinfurt - mit Rainer Hagen (Niederwerrn) als Spielleiter und Jürgen Pfau (Frankenwinheim) als Juniorenleiter - der größte in Unterfranken bleibe und mit 230 Vereinen an der vom BFV genannten Höchstgrenze liege.

Anders als bisher soll sich die Zuordnung der Vereine in die Fußball-Kreise ab der neuen Saison an der Zugehörigkeit zu den politischen Landkreisen orientieren. Das bedeutet zum Beispiel: alle Vereine der Landkreise Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld spielen in der Kreisliga, den Kreisklassen und den A-Klassen des neuen Fußball-Kreises Rhön, alle Vereine aus den Landkreisen Würzburg und Main-Spessart auch im Fußball-Kreis Würzburg. Bisher war das anders, gab es den "kleinen Grenzverkehr". Die DJK Schwebenried, die DJK Gänheim und die DJK Altbessingen (alle Lkr. MSP) waren und sind ebenso in Schweinfurter Klassen zu Hause wie FV Opferbaum, ASV Untereisenheim, SC Obereisenheim oder SG Gramschatz/Hausen (alle Lkr. Würzburg).

"Wir sind uns bewusst, dass wir gewachsene Strukturen zerreißen. Aber neue Mischungen können auch interessant sein", sagt Eppelein. Eine Möglichkeit bleibt den von der Neustrukturierung betroffenen Vereinen: bis 31. Mai einen begründeten Antrag auf Eingliederung in den Nachbar-Fußballkreis stellen. Die Hürde dabei: der Umzug gilt auch für die Jugend-Mannschaften. Getan hat das bisher die DJK Weichtungen (Lkr. Bad Kissingen), die weiter in einer A-Klasse des Fußball-Kreises Schweinfurt spielen will.

Ob die Anträge dann auch angenommen werden, steht in den Sternen. "Ich will als Dienstleister antreten", versichert der neue Schweinfurter Kreisspielleiter Hagen, "ich werde keinem Verein sagen: 'Du musst'. Aber es wird Härtefälle geben." Und sein Bezirksvorsitzender merkt an, ihm sei es lieber, Vereine würden vom ohnehin großen Kreis Schweinfurt in andere Kreise übersiedeln. Aber man werde alle betroffenen Vereine noch einmal direkt ansprechen. Eppelein lässt allerdings auch durchblicken, dass die Spielklassen-Pyramide im Kreis Schweinfurt künftig unter den beiden Kreisligen vier Kreisklassen haben sollte. Bisher sind es fünf . . .

Für den Junioren-Bereich brächten die kleineren Kreise Schweinfurt und Rhön Vorteile, meint Bezirks-Juniorenleiter Karl-Heinz Wilhelm. "Fahrten von Wiesentheid nach Mellrichstadt gehören der Vergangenheit an."

Aufgeteilt wie bisher bleibt der Landkreis Kitzingen. Die nördliche Teil spielt in den Fußball-Kreis Schweinfurt, der größere südliche in den Würzburger Kreis.

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