Würzburg

Die Baskets und zwei Bonner Jung

Mit den Telekom Baskets Bonn trifft das aktuelle Geburtstagskind der Würzburger Basketballer, Florian Koch, auf einen Heimatverein. Warum er etwas gut zu machen hat.
Der gebürtige Bonner Florian Koch (am Korb) kam in der jüngeren Vergangenheit wieder besser in die Spur.
Foto: Heiko Becker | Der gebürtige Bonner Florian Koch (am Korb) kam in der jüngeren Vergangenheit wieder besser in die Spur.

Will man im Sport von einem Duell auf Augenhöhe sprechen - wenn nicht jetzt, wann dann? Der Tabellenvierzehnte der Basketball-Bundesliga empfängt am Sonntag (15 Uhr) den Fünfzehnten, und bei identischer Bilanz mit acht Siegen in den bisherigen 23 Saisonspielen steht s.Oliver Würzburg nur deshalb einen Rang vor den Telekom Baskets Bonn, weil sie das Hinspiel Anfang Januar nach sehr ausgeglichener Partie am Ende dann doch noch etwas überraschend hoch mit 89:77 gewonnen haben.

Trotz des Erfolgs haben die Baskets freilich keine besonders schönen Erinnerungen an das jüngste Treffen mit den Rheinländern, weil sie sich den Sieg durch den Kreuzbandriss ihres Centers Justin Sears, der sich damals nach monatelanger Verletzungspause gerade erst wieder herangekämpft hatte, ziemlich teuer erkauften. Inzwischen haben sich mit Brekkott Chapman (Achillessehne), dem nachverpflichteten Robert Lowery (Schulter) und Kapitän Felix Hoffmann (Oberschenkel) drei weitere Stützen im System von Trainer Denis Wucherer ins Lazarett abgemeldet, und ihre Zeit ist auch noch nicht reif: Vermutlich keiner der Dreien wird zwölf Stunden nach der Umstellung auf Sommerzeit sein Comeback geben können. Dafür stehen die Chancen nicht schlecht, dass Nils Haßfurther wieder wird mittun können, der wegen einer vergangenen Samstag beim 74:73-Sieg in Gießen erlittenen Gehirnerschütterung beim 72:82 gegen Ludwigsburg am Dienstag vorsichtshalber geschont wurde.

"Es ist ein Duell auf Augenhöhe, von daher ist vielleicht der nächste Heimsieg drin.“ 
Florian Koch, Baskets-Profi

„Um Bonn zu schlagen, müssen wir aus unseren Fehlern gegen Ludwigsburg lernen, als Team besser zusammenspielen und den Ball laufen lassen", sagt der in Würzburg "Bonner Jung" getaufte Florian Koch, der am Freitag just zwischen den Begegnungen gegen seine ehemaligen Arbeitgeber, seinen 29. Geburtstag feierte. "Es ist ein Duell auf Augenhöhe", glaubt Koch, "von daher ist vielleicht der nächste Heimsieg drin.“ Es wäre gerade einmal der zweite im elften Anlauf.

Der gebürtige Bonner Koch, der bevor er 2005 sich den Basketballern anschloss als Wächter im Fußballtor gestanden hatte und heute über den Dächern von Würzburg als Hobby Hühner züchtet, blieb den rheinischen Baskets zwölf Jahre lang treu und bestritt auch über 150 Bundesligapartien für seinen Heimatverein. Nach einem für ihn nicht sonderlich prickelnden Jahr in Ludwigsburg schloss er sich 2018 den unterfränkischen Baskets an und entwickelte sich zu einem wichtigen Pfeiler und treffsicheren Fernschützen in der Mannschaft. Vor allem diese Gabe ging im dann nach der Corona-Pause vor einem Jahr aber reichlich verlustig, wie er überhaupt bis etwa zur Mitte der Saison häufiger eher mit sich und seinem Spiel als mit den Gegnern zu kämpfen hatte. In der jüngeren Vergangenheit ging die Formkurve des 1,98 Meter großen Flügelspielers, der seit er in Würzburg ist, noch keine seiner inzwischen 78 Bundesligapartien für die Baskets verpasste, wieder nach oben.

„Für mich ist es immer wieder schön, wenn ein Stück Heimat zu mir kommt und ich die Jungs sehe und mit ihnen quatschen kann, auch wenn das natürlich während des Spiels keinen mehr interessiert“, sagt Koch vor dem Wiedersehen. Im Hinspiel, das im Übrigen die Entlassung von Bonns damaligem Trainer Igor Jovovic zur Folge hatte, war ihm kein einziges Pünktchen gelungen – das soll sich am Sonntag (die Partie wird im frei empfangbaren Fernsehen von Sport1 live übertragen) freilich tunlichst ändern.

Florian Koch erzielt in dieser Saison bisher durchschnittlich sieben Punkte pro Partie.
Foto: Heiko Becker | Florian Koch erzielt in dieser Saison bisher durchschnittlich sieben Punkte pro Partie.

Die Bonner, die nach der Verpflichtung von Will Voigt als Coach und Alex Hamilton als Spielmacher eine ziemlich starke Phase mit fünf Siegen aus sechs Spielen hatten, durften zwischenzeitlich tatsächlich mal wieder mit einer Play-off-Teilnahme liebäugeln – aber das hat sich bei den Rheinländern (wie bei den Baskets, die nach dem Überraschungserfolg in Crailsheim davon ein wenig träumen durften) inzwischen wieder erledigt, nach den Niederlagen gegen Bamberg, in München und dem Verlängerungs-99:102 zuletzt in Göttingen.

Die Bilanz spricht jedenfalls für die gastgebenden Baskets: Zehn der insgesamt 17 Bundesligapartien haben sie gewonnen, und der letzte Sieg der Bonner liegt fast zweieinhalb Jahre zurück. Und im Kampf um den Klassenerhalt wäre es freilich auch hilfreich, könnten Wucherer und seine Mannen am späteren Sonntagnachmittag dann die "Ode an die Freude" streamen, die vermutlich bekannteste Sinfonie, eben die Neunte, des wahrscheinlich berühmtesten Bonner Jung: Ludwig van Beethoven.

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