Würzburg

Erfolgreich mit der Bayernauswahl

Julian Koch (links) und Nicolas Pfarr (rechts) haben mit der U17-Bayernauswahl den zweiten Platz bei der süddeutschen Meisterschaft erspielt. Durch die Sportförderung des Deutschhaus Gymnasiums Würzburg konnten sie zu den Trainings und zum Turnier fahren.
Foto: Pfarr | Julian Koch (links) und Nicolas Pfarr (rechts) haben mit der U17-Bayernauswahl den zweiten Platz bei der süddeutschen Meisterschaft erspielt.

Fußball in der Bayernauswahl spielen, freitags schon zum Training fahren und das alles mit der Schule unter einen Hut bringen? Für Julian Koch und Nicolas Pfarr kein Problem. Die beiden gehen auf das Deutschhaus Gymnasium Würzburg (DHG) – und werden dort auch sportlich gefördert.

Die 17-Jährigen waren dieses Jahr mit der Bayernauswahl bei der süddeutschen Meisterschaft in Ruit bei Stuttgart, wo sie sich mit ihrem Team den zweiten Platz holten. Laut Lehrer und Fußballverantwortlichem Anton Kramer sind sie damit zwei der wenigen DHG-Schüler, die mit der Auswahl zu einem großen Turnier gefahren sind. „So zeigt sich für uns als Schule, dass unsere Förderung etwas bringt“, sagt er.

Kooperation mit den Vereinen

Besagte Förderung ist vor allem eine Kooperation zwischen der Schule und den Vereinen FC Würzburger Kickers und Würzburger FV, bei dem sowohl Julian als auch Nicolas vor ihrem Wechsel gespielt haben. Julian spielt in der U 17 des FC Würzburger Kickers, Nicolas beim FC Schweinfurt 05. Das Kooperationsprogramm ist aus einem Modellversuch heraus entstanden. Julian ist seit der neunten Klasse am Deutschhaus Gymnasium, Nicolas seit der siebten.

In der Mittelstufe gingen beide in die Sportklasse. „Das ist eine Klasse, in der nur Schüler sind, die eine Sportart leistungssportlich betreiben“, sagen sie. In der entsprechenden Sportart bekommen die Kinder in den Jahrgangsstufen acht bis zehn dreimal die Woche vormittags ein zusätzliches Training. Die Inhalte sind mit den Vereinen abgesprochen.

„Ich bin Torwart und habe an der Schule erst gelernt, auf dem Feld mitzuspielen, wie es ein moderner Torwart machen muss“, sagt Julian. Nicolas findet: „Das Athletiktraining hat mir geholfen. Dafür ist im Verein manchmal keine Zeit.“ Außerdem seien die Gruppen für die verschiedenen Sportarten klein und das Training so individueller.

Mittlerweile sind die Zwei in der elften Klasse. In der Oberstufe gibt es keine zusätzlichen Trainingseinheiten mehr, dafür aber das sogenannte eigenverantwortliche Arbeiten (evA). „Die Schüler können sich in manchen Kursen so die Arbeit freier einteilen“, erklärt Kramer. Für Julian und Nicolas heißt das zum Beispiel, dass sie Phasen des evA auch im Verein ableisten. Die Fußballprüfung am Ende: für die beiden wohl kein Problem.

Die Kombination aus Vereinstraining und Förderung an der Schule brachte die 17-Jährigen schließlich in die Bayernauswahl: Julian als ersten Torwart und Nicolas als Kapitän. Beide haben vorher schon Regionalauswahl gespielt, doch der zweite Platz bei den süddeutschen Meisterschaften war für sie eine neue Erfahrung. Die Trainings und Sichtungen, bei denen die zwei sich für den Sechzehner-Kader qualifiziert haben, waren an fünf Wochenenden: immer freitags. Für solche Sportevents werden die Schüler freigestellt.

Großer organisatorischer Aufwand

„Wenn wir dadurch Unterricht versäumen, hilft uns die Schule auch beim Nachholen“, erzählen die Jungen. Außerdem gebe es für die Teilnehmer der Sportförderung montags und freitags keine Tests, und Prüfungen würden mit dem jeweiligen Spiel- oder Wettkampfplan abgestimmt. „Organisatorisch ist das ein großer Aufwand, der ohne das Kollegium nicht gestemmt werden könnte“, sagt Kramer.

Julian und Nicolas kommen schulisch gut mit. Sie konnten die Erfahrung mit der Auswahl genießen. Für sie das schönste bei dem großen Turnier: der Teamgeist und die Mannschaftschemie. „Wir sind richtig zusammengewachsen, das hat man auch auf dem Feld gemerkt“, sagt Nicolas. Komisch könne es allerdings werden, wenn er und Julian nächste Saison gegeneinander spielen. Schließlich sind sie gute Freunde. „Aber das spornt nur noch mehr an“, findet Julian.

Die Sportklasse des Deutschhaus Gymnasiums kennen beide aus ihren Vereinen. Julian fährt jeden Morgen aus Wernfeld nach Würzburg. Die weite Anreise nimmt er gerne in Kauf. „Durch das zusätzliche Training und das leistungsförderliche Umfeld am DHG entwickeln die Spieler eine ganz andere Motivation für den Sport“, findet Kramer.

Trotz allem: Die Schule steht laut Kramer an erster Stelle. Wer schulisch die Leistungen nicht bringt, muss auch in der Sportförderung kürzer treten. „Die Belastung ist schon ziemlich hoch für die Schüler“, so Kramer. Letztlich wolle das Gymnasium nur helfen, Schule und Leistungssport unter einen Hut zu bringen.

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