Würzburg

Felix Müller steigt in die zweite Liga auf

Fussball, 3. Liga, SC Preußen Münster - FC Würzburger Kickers       -  Felix Müller (im Zweikampf mit Münsters Jeron Al-Hazaimeh) wird die Kickers in Richtung Sandhausen verlassen.
Foto: Frank Scheuring/Foto2Press | Felix Müller (im Zweikampf mit Münsters Jeron Al-Hazaimeh) wird die Kickers in Richtung Sandhausen verlassen.

Die Fußballwelt drehte sich rasch weiter: Am Tag, nachdem die Siegesserie des FC Würzburger Kickers beim 0:1 in Münster recht unspektakulär zu Ende gegangen war, gab es gleich die nächste Meldung, die so manchem Anhänger der Rothosen das Wochenende etwas verdrießt haben dürfte. Am Samstagnachmittag veröffentlichte Zweitligist SV Sandhausen auf seiner Internetseite die Nachricht, dass man einen Spieler „mit Perspektive“ unter Vertrag genommen habe. Sein Name: Felix Müller, in dieser Saison gewiss der auffälligste Würzburger Offensivspieler und mit sechs Vorlagen und drei Treffern immerhin schon an neun Toren von 30 Kickers-Toren direkt beteiligt.

Ab Sommer wird Müller nun also für die Nordbadener auflaufen. Eine Ablöse gibt es nicht. Müllers Vertrag in Würzburg endet nach dieser Saison. Dass der Mittelfeldspieler, der am Samstag, also am Tag der Verkündung seines bevorstehenden Wechsels, 25 Jahre alt wurde, zu halten sein würde, hatte man bei den Kickers ohnehin nicht wirklich geglaubt. Zu verlockend war für den gebürtigen Rheinland-Pfälzer, die Aussicht auf den Sprung in die Zweite Liga.

Genau den hatte mancher ja auch den Kickers schon wieder zugetraut – nach beeindruckenden sieben Drittliga-Siegen am Stück. Aufgrund der Eindrücke vom Freitagabend muss man dazu aber klipp und klar feststellen: Vergesst es! Mit einer solchen Leistung braucht man nun wirklich nicht von einer furiosen Aufholjagd träumen. Die Kickers mühten sich auf dem unebenen Geläuf im Münsteraner Preußenstadion über 90 Minuten ab, ohne auch nur einmal wirklich Gefahr vor dem gegnerischen Tor heraufzubeschwören. Dass ein Distanzschuss von Simon Skarlatidis (70.) von Kickers-Trainer Michael Schiele noch als größte Chance herausgestrichen wurde, sagt schon viel. Im Strafraum selbst kamen die Kickers nie richtig zum Zug.

„So reicht es nicht“, sagte Felix Müller unmittelbar nach dem Wiedersehen mit seinem Ex-Verein. 2016 war Müller aus Münster nach Würzburg gewechselt. Dort aber reifte er erst zu jenem variablen Kicker, den nun die Sandhäuser unter Vertrag genommen haben, Am Freitag aber fand auch Müller kein Mittel, die Münsteraner Abwehr auszuhebeln. Die Gegner, stellte er fest, haben sich auf die Kickers und ihre unter Schiele entwickelten Stärken eingestellt. „Wir werden anders wahrgenommen“, sagte Müller: „Wir hatten schon in Bremen Probleme, weil der Gegner nun anders gegen uns agiert hat. Wir brauchen neue Lösungen.“

„Die Gegner spiegeln uns“

Tatsächlich hatte Münster nach dem 1:0, bei dem die Hauseherren den Ball in der 32. Minute nach einer Ecke mit ganz viel Willen gegen in dieser Phase handzahm agierende Würzburger ins Tor bugsiert hatten, zuvorderst Würzburgs Spiel zerstören wollen. „Die Gegner spiegeln uns“, ist Trainer Michael Schiele im Bezug auf die taktische Formation aufgefallen: „Kaum eine Mannschaft traut sich noch mit einer Viererkette gegen uns anzutreten.“ Münster agierte wie Bremen II mit einer Fünfer-Abwehrreihe und durch die konnten die Kickers eben nie hindurchschlüpfen.

Die Taktik ist das Eine, die individuelle Leistung etwas anders, und die war am Freitag bei den Kickers eben nicht in allen Fällen ausreichend. „Auf drei, vier Positionen haben wir schon bewiesen, dass wir es besser können“, sagte Schiele. Die beiden Angreifer dürfte er in seine Kritik mit eingeschlossen haben. Dass die Kickers dieser Tage im Sturm ein Problem haben, ist allzu offensichtlich. Ein einziges Törchen ist den Kickers, die Testspiele eingeschlossen, im Jahr 2018 bislang gelungen. Aus dem Spiel heraus gab es kaum Torchancen. Die beiden Sturmspitzen Orhan Ademi und Marco Königs versprühten in Münster keinerlei Gefahr, kamen kaum einmal an den Ball, und wenn, dann nicht in der für den Gegner gefährlichen Zone.

„Wir müssen uns wieder mehr Chancen herausarbeiten“, stellte Schiele ganz allgemein fest.

Personell nachlegen werden die Kickers aber bis zum Ende der Transferperiode in dieser Woche wohl nicht mehr. Die Planungen sind seit der Verpflichtung von Flügelspieler Fabio Kaufmann am Freitag abgeschlossen. Der Ex-Auer saß bereits am Freitag auf der Bank. Sein erster Einsatz ist aber erst einmal aufgeschoben. Womöglich sorgt er ja für jenes Überraschungsmoment, das den Kickers derzeit fehlt.

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