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Half der FC Bayern den Kickers?

SC Paderborn - FC Bayern München       -  Mit 0:6 verlor der SC Paderborn im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen den FC Bayern München. In dieser Szene kämpfte Paderborns Lukas Boeder (Mitte, rechts) mit Thomas Müller um das Spielgerät.
Foto: Friso Gentsch, dpa | Mit 0:6 verlor der SC Paderborn im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen den FC Bayern München. In dieser Szene kämpfte Paderborns Lukas Boeder (Mitte, rechts) mit Thomas Müller um das Spielgerät.

Platz eins ist der SC Paderborn erst einmal los. Weil das Auswärtsspiel der Ostwestfalen in Meppen am vergangenen Wochenende ausfiel, konnte der 1. FC Magdeburg vorbeiziehen und steht nun wieder an der Spitze des Tableaus der dritten Fußball-Liga. So geht's also für die Würzburger Kickers am Samstag (14 Uhr, live im WDR) zum Tabellenzweiten. „Eine sehr große Aufgabe“, wie Rothosen-Trainer Michael Schiele findet.

Dabei könnte man auf die Idee kommen, dass die Paderborner nach dem 0:6 im DFB-Pokal-Viertelfinalspiel gegen den FC Bayern, jener Partie auf das alle rund um den Klub so sehr hingefiebert hatten, aus dem Takt gekommen ist. Schließlich folgte eine 0:1-Niederlage gegen Schlusslicht Rot-Weiß Erfurt. „Wir hoffen mal, dass das ein kleiner Knacks war“, sagt Schiele mit Blick auf die letzten Spiele des Aufstiegsaspiranten. Torhüter Leopold Zingerle und Abwehrspieler Sebastian Wimmer werden gegen die Würzburger in jedem Fall fehlen. Sie sahen gegen Erfurt Rot und wurden jeweils für ein Spiel gesperrt.

22 Treffer mehr als die Kickers

„An jedem normalen Tag gewinnen wir gegen Erfurt“, gibt sich Paderborns Trainer Steffen Baumgart unverdrossen selbstbewusst. Und er hat auch Grund dazu, glaubt Kollege Schiele. Der Sport-Club, der in den letzten Jahren eine rasante Berg- und Talfahrt vollführte, in nicht einmal zwei Jahren von Platz eins der ersten Liga bis auf einen Abstiegsrang in Liga drei purzelte und nur dank der Lizenzverweigerung für 1860 München nun nicht in der Regionalliga spielt, besitzt die torhungrigste Offensive aller Drittligisten. 55 Treffer hat das Baumgart-Team in 24 Partien erzielt, das sind satte 22 mehr als die Kickers in 25 Spielen. „Sie dürfen nicht ins Rollen kommen“, so Schiele: „Sonst kann es böse werden.“

Die Statistik kann den Kickers aber auch Mut machen. Denn mit Dennis Srbeny hat einer der effektivsten Paderborner Offensivakteure den Klub im Winter verlassen. Der 23-Jährige war im vergangenen Sommer ablösefrei vom BFC Dynamo nach Paderborn gewechselt. Bis zur Winterpause war er an 20 Treffern beteiligt (neun Tore, elf Vorlagen). Für 1,5 Millionen Euro Ablöse wechselte er nach einem halben Jahr in Ostwestfalen zum englischen Zweitligisten Norwich City. Ein klasse Geschäft für die Paderborner, die 3,3 Millionen Euro Schulden drücken. „Er hat den Unterschied gemacht“, findet auch Schiele mit Blick auf Srbeny. Hinzu kommt, dass Paderborns Top-Torjäger Sven Michel (zehn Saisontreffer) seit Ende Oktober auf einen Treffer wartet. „Wir müssen alle mehr Geduld haben“, sagte SCP-Trainer Baumgart bei der Pressekonferenz am Donnerstag, als er auf die Niederlage gegen Erfurt angesprochen worden war.

Die Kickers trauen sich durchaus zu, den Tabellenzweiten zu piesacken. Dafür freilich müssten die Würzburger ihre Torchancen effektiver nutzen als in den vergangenen Wochen – oder „das Ding irgendwie über die Linie bringen“, wie Trainer Schiele es ausdrückt. Dabei müssen auch die Kickers diesmal ohne ihren in der Vorrunde auffälligsten Offensivmann auskommen. Felix Müller ist gelbgesperrt. Wer für ihn in die Mannschaft rücken könnte? Diese Frage lässt Schiele noch unbeantwortet. Ein Kandidat ist Winter-Neuverpflichtung Fabio Kaufmann, der bislang auf drei Kurzeinsätze kam. Kein Thema ist indes eine Startelf-Rückkehr für Emanuel Taffertshofer, der noch immer mit den Folgen eines grippalen Infekts zu kämpfen hat. Florian Kohls und Hendrik Hansen, die sich in der Sommervorbereitung schwer verletzt hatten und seit ein paar Wochen im Mannschaftstraining sind, sollen zunächst bei der zweiten Mannschaft Spielpraxis sammeln.

In einer Personalie hat sich Schiele festgelegt: Sebastian Schuppan kehrt nach seiner Gelbsperre in die Abwehrkette zurück, und Kapitän Sebastian Neumann, den muskuläre Probleme plagten, wird die Defensive wieder organisieren. „Es ist an der Zeit, auswärts mal wieder etwas mitzunehmen“, sagt Schiele.

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