Fußball: Dritte Liga

Würzburger Kickers-Trainer Schiele nach Braunschweig? Was ist dran?

Im Umfeld eines Drittliga-Kontrahenten wird der Würzburger Chefcoach als Trainerkandidat genannt. Mehr als ein Gerücht?
Ein Kandidat bei Eintracht Braunschweig? Kickers-Trainer Michael Schiele.
Ein Kandidat bei Eintracht Braunschweig? Kickers-Trainer Michael Schiele. Foto: foto2press/Frank Scheuring

Es herrscht Ungewissheit bei Fußball-Drittligist Würzburger Kickers in diesen Tagen. Da ist zum einen die Frage, wie es mit der dritthöchsten Spielklasse des Landes überhaupt weitergeht, ob die Saison nun mit Geisterspielen beendet wird und was passiert, wenn dieser Plan des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nicht aufgeht. Und da ist immer noch die offene Personalie, die rund um die Rothosen schon seit Monaten die Gemüter erhitzt. Bleibt Trainer Michael Schiele über sein Vertragsende im Sommer hinaus? Oder hat der im Januar eingesetzte neue Fußball-Chef von Investor Flyeralarm, Felix Magath, ganz andere Pläne?

Funkstille in Sachen Vertragsverlängerung

Nach Informationen dieser Redaktion herrscht zwischen Klub und Cheftrainer in Sachen Vertragsverlängerung weiterhin Funkstille. In den letzten Wochen mussten im Hinblick auf einen möglichen Drittliga-Neustart zwar viele Gespräche geführt werden. Um die kommende Saison ging es dabei aber nicht. Auch in Sachen Kaderplanung tut sich nicht viel. Aufsichtsratsvorsitzender Daniel Sauer ist als Mitglied im Drittliga-Ausschuss des DFB vornehmlich mit dem Thema Saisonfortsetzung beschäftigt. Magath hält sich indes aus der öffentlichen Debatte völlig heraus.

Welche Pläne verfolgen Flyeralrm-Fußball-Boss Felix Magath (links) und Kickers-Aufsichtsratsvorsitzender Daniel Sauer?
Welche Pläne verfolgen Flyeralrm-Fußball-Boss Felix Magath (links) und Kickers-Aufsichtsratsvorsitzender Daniel Sauer? Foto: foto2press/Frank Scheuring

Nun ist ein neues Gerücht im Umlauf: Schiele soll bei Drittliga-Kontrahent Eintracht Braunschweig als Trainer für die kommende Saison im Gespräch sein. Der Vertrag von Marco Antwerpen, der erst im November die Nachfolge von Christian Flüthmann antrat, endet im Sommer. Die Ansprüche bei den ambitionierten Niedersachsen sind hoch. Antwerpen konnte diese bislang nicht erfüllen. Zuletzt wurde der einstige Trainer des Halleschen FC, Thorsten Ziegner, als Nachfolgekandidat genannt. Nun also auch Schiele. Das Online-Portal "regionalsport.de" berichtet, die Eintracht-Verantwortlichen seien zwar noch nicht offiziell mit Schiele in Kontakt getreten, der Kickers-Coach sei ihnen aber "einige Nachfragen in Sachen Trainingsmethodik und Menschenführung wert gewesen". Lose Anfragen gab es bei Schiele und seinen Beratern. Der 42-Jährige lässt sich von der Agentur von Andrea-Berg-Ehemann und SG-Sonnenhof-Großaspach-Mitgründer Uli Ferber vertreten, die vom Großaspacher Sportvorstand Joannis Koukoutrigas geleitet wird und bei der auch Nationalspieler Joshua Kimmich und Arsenal-Keeper Bernd Leno unter Vertrag stehen. Konkrete Gespräche sind daraus freilich noch nicht erwachsen. Die Klubs warten in der Corona-Zwangspause ab.

Gemeinsame Bekannte in Aalen

Schiele und Braunschweig - das könnte freilich passen. Der Fußballlehrer, der im Sommer 2017 zunächst als Assistent von Stephan Schmidt nach Würzburg kam und bereits im Oktober 2017 dessen Nachfolge als Chefcoach antrat, würde ins Anforderungsprofil der Braunschweiger passen. Der in der Dritten Liga ohnehin bestens vernetzte Eintracht-Sportdirektor Peter Vollmann war schließlich auch lange Zeit bei Schieles Heimatverein VfR Aalen. Aus dieser Zeit gibt es einige gemeinsame Bekannte. Gegen ein Schiele-Engagement in Niedersachsen sprechen freilich familiäre Gründe. Die Frau und die beiden Söhne des 42-Jährigen leben weiter in de Nähe von Aalen. Rasche Familienbesuche wäen von Braunschweig aus nicht mehr so leicht.

Die Spekulationen um Schieles Zukunft dürften freilich noch länger andauern. Die vom Kickers-Trainer selbst geäußerte Hoffnung, dass bis zu einem möglichen Re-Start der Saison Klarheit herrscht, dürfte sich nicht erfüllen.

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