Fußball: Dritte Liga

Kickers verlieren gegen gnadenlos effektives Unterhaching

Die Würzburger Kickers kommen im Jahr 2018 in der Dritten Liga einfach nicht mehr richtig in Tritt. Nach der 2:3 (0:2)-Niederlage in Unterhaching verharren sie in der Tabelle auf dem neunten Rang. Sieben Punkte hinter dem Aufsteiger aus der Münchner Vorstadt. Am Ende wurmten vor allem die drei Gegentreffer die Kickers und ihren Trainer Michael Schiele. „Wir haben es dem Gegner zu einfach gemacht“, so der Rothosen-Coach.

Der Sportpark im Münchner Vorort Unterhaching hat, da gibt’s keine Frage – schon bessere Tage gesehen. Dort wo die kleine Spielvereinigung einst Christoph Daum und Bayer Leverkusen vermasselt hat, nagt der Zahn der Zeit. Die große Sitzplatztribüne auf der Gegengerade ist schon die ganze Saison gesperrt. Prickelnde Fußball-Atmosphäre kommt da nicht auf. Auch wenn man, wie der Unterhachinger Stadionsprecher an diesem Samstag, die Partie zwischen Oberbayern und Unterfranken geradezu krampfhaft zu einem Derby machen will.

Unterhachings Trainer Claus Schromm hatte die Partie gegen die Kickers im Vorfeld gar als „einen Höhepunkt im Jahresplan“ bezeichnet. Wie dem auch sei. Schromm hatte sich ein recht einfaches Konzept für diese Partie zurechtgelegt. Unterhaching wollte – so hatte es zumindest den Anschein – die Kickers einfach mal machen lassen und dann selbst eiskalt zuschlagen. Eine Taktik, die in der ersten Halbzeit perfekt aufging, auch wenn Schromm hernach feststellte, dass „wir in der ersten Hälfte schon Probleme hatten,“ sagte Schiele

Kickers können mit Ballbesitz zu wenig anfangen

Die Gegner scheinen, Würzburgs Schwächen in der Spielgestaltung erkannt zu haben und versuchen diese auszunutzen. Die Hausherren agierten wie ein Auswärtsteam, überließen den Rothosen meist den Ball und die Spielkontrolle. Die Gäste aber konnten mit ihrer Überlegenheit herzlich wenig anfangen, erspielten sich kaum Torchancen. „Bis zum Strafraum haben wir den Ball gut laufen lassen. Dann fehlte uns einfach der Punch“, stellte auch Kickers-Akteur Jannis Nikolaou fest.

Effektive Gastgeber

Die Hachinger dagegen waren bei ihren Vorstößen vor das Tor der Gäste schon deutlich gefährlicher. Dreimal kam der Ball in der ersten Halbzeit überhaupt auf den Würzburger Kasten. Das reichte den Oberbayern, um mit einer 2:0-Führung in die Pause zu gehen. Drittliga-Top-Torjäger Stephan Hain mit einem spektakulären Hinterkopfball (19.) und Jim-Patrick Müller nach einer flotten Kombination und guter Vorarbeit von Sascha Bigalke (43.) erzielten die Treffer im ersten Durchgang. In beiden Situationen waren die Torschützen im Würzburger Strafraum ungedeckt. „Da haben wir nicht gut verteidigt. Das ärgert mich.“

Und die Kickers? Deren Trainer Michael Schiele hatte nach dem 1:0 gegen Osnabrück kaum Anlass für Veränderungen bei seinem Team gesehen. Anthony Syhre ersetzte in der Dreierabwehrkette den gesperrten Maximilian Ahlschwede. Ansonsten blieb es bei der gleichen Startelf: Felix Müller schmorte erneut auf der Bank. Mit seinem bevorstehenden Wechsel nach Sandhausen habe dies freilich nichts zu tun, beteuerte der Kickers-Coach. Marco Königs durfte sich wieder als Stürmer neben Orhan Ademi beweisen. Das Spiel der Kickers war über lange Strecken aber schlichtweg zu statisch und uninspiriert, um den Hachinger Abwehrriegel zu knacken.

Kickers schaffen den Anschluss

So war’s dann auch bezeichnend, dass ein grober Klops der Gastgeber, den Kickers nach der Pause den Anschlusstreffer brachte: Bigalke spielte Königs den Ball in die Füße. Der Kickers-Angreifer behielt den Überblick, legte ab für seinen Kollegen Orhan Ademi und der schob von der Strafraumgrenze zum 1:2 ein (48.). Es war Ademis zehnter Saisontreffer. Kurz darauf forderten die Kickers nach einem vermeintlichen Foul an Simon Skarlatidis Elfmeter – vergeblich. Eine zumindest fragwürdige Entscheidung von Schiedsrichter Patrick Alt (Heusweiler).

Schiele: "Ein verdienter Sieg für Unterhaching"

Doch den Kickers gelang es nicht nachzulegen. Es blieb bei Ansätzen. Wirklich gefährlich waren die Bemühungen der Schiele-Elf selten. Und Finn Porath dämpfte die Würzburger Hoffnungen auf einen Erfolg im Münchner Süden mit seinem Treffer zum 3:1 in der 64. Minute umso mehr. Simon Skarlatidis sorgte mit seinem Tor zum 2:3 (79.) zwar noch für Spannung in er Schlussphase. Eine echte Ausgleichschance hatten die Kickers aber nicht mehr. „Ein war ein verdienter Sieg für Unterhaching“, fand am Ende auch Kickers-Coach Schiele.

Kickers bleiben im Niemandsland der Tabelle

In der Tabelle stehen die Kickers weiter im Niemandsland. „Wer sich deshalb nicht motivieren kann, ist bei uns vollkommen fehl am Platz“, sagte Patrick Göbel nach Schlusspfiff mit Entschlossenheit in der Stimme. Am kommenden Samstag kommt Aufstiegsanwärter Karlsruher SC an den Dallenberg.

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