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Rimpar und die Liga: Ein Überflieger, 17 Ausfälle und falsche Tests

Handball, Zweite BundesligaWilhelmshavener HV – DJK Rimpar Wölfe(Samstag, 19.30 Uhr, Nordfrost-Arena)
Die Zweitliga-Handballer der DJK Rimpar Wölfe waren bisher nur von einer coronabedingten Spielverlegung betroffen. Am Samstag reisen sie zu ihrer zweitweitesten Ausswärtspartie beim Tabellnachbarn Wilhelmshavener HV. 
Foto: Silvia Gralla | Die Zweitliga-Handballer der DJK Rimpar Wölfe waren bisher nur von einer coronabedingten Spielverlegung betroffen.

Corona erschwert nicht nur einen geregelten Spielbetrieb, sondern sorgt auch für sportliche Überraschungen. Wölfe-Gegner Wilhelmshaven kämpft indes gegen die Insolvenz.   

Handball, Zweite Bundesliga
Wilhelmshavener HV – DJK Rimpar Wölfe
(Samstag, 19.30 Uhr, Nordfrost-Arena)

Dass die zehnte Saison der eingleisigen Zweiten Handball-Bundesliga keine normale werden würde, war schon vor dem ersten Anwurf am 2. Oktober ohne hellseherische Fähigkeiten abzusehen gewesen. Nun läuft die von der zweiten Corona-Welle geprägte Runde seit sieben Wochen. Die Rimparer Wölfe (9. Platz/6:6 Punkte) müssen an diesem Samstag beim Wilhelmshavener HV (10./6:6) erneut ohne die verletzten Julian Sauer und Lukas Siegler auskommen. Nach der vermeidbaren Niederlage zuletzt beim VfL Lübeck-Schwartau und vor der zweitweitesten Auswärtsfahrt an die Nordsee blicken wir auf bisherige Besonderheiten in der Liga.

17 Verlegungen

Eigentlich steht an diesem Wochenende der neunte Spieltag an. Doch die Maximalzahl von acht Partien hat erst einer der 19 Klubs absolviert: der Dessau-Roßlauer HV (3./12:4). Demgegenüber steht die SG BBM Bietigheim (15./2:4), die bislang erst dreimal auflief. Auch das für Mittwochabend angesetzte Match der Schwaben wurde wegen eines Corona-Falls in den eigenen Reihen abgesagt. Das Rimparer Heimspiel gegen den VfL Gummersbach wurde schon vor Saisonstart wegen eines kollidierenden Hallentermins um eine Woche auf den 25. November verschoben. Insgesamt wurden bis dato 55 der 72 angesetzten Partien auch tatsächlich absolviert - das sind immerhin rund drei Viertel. Die restlichen 17 wurden in aller Regel coronabedingt verlegt. "Wir sind bislang gut durchgekommen und hatten noch keinen Corona-Fall", sagt DJK-Trainer Ceven Klatt.

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Vier falsch-positive Tests

Die Wölfe waren bislang nur von einer Verlegung betroffen. Das Spiel beim TuS Fürstenfeldbruck soll am Mittwoch, 9. Dezember, nachgeholt werden. Im Nachhinein hätte es nicht zu der Absage am 24. Oktober kommen müssen. Kurz vor dem Gastauftritt der DJK in Oberbayern wurden beim TuS vier Corona-Fälle vermeldet. Bei der Nachuntersuchung entpuppten sich jedoch alle als falsch-positiv. Der Aufsteiger durfte seinen Trainingsbetrieb wieder aufnehmen und feierte am vergangenen Samstag gegen den HC Elbflorenz seinen ersten Saisonerfolg. Nachdem tags zuvor auch der TV Emsdetten erstmals gewann, gibt es keine sieglose Mannschaft mehr in der Liga.

Ein sportlicher Überflieger

Das Überraschungsteam der Liga ist bislang definitiv der Dessau-Roßlauer HV. Sechs ihrer acht Duelle haben die Sachsen-Anhaltiner gewonnen. Durch den 32:26-Erfolg vom Mittwochabend ausgerechnet gegen den Wilhelmshavener HV und die parallele Niederlage des ASV Hamm-Westfalen ist die Sieben von Uwe Jungandreas derzeit alleiniger Tabellenführer. Dessau ist zudem am 29. November der übernächste Heimgegner der Wölfe. Auch der HSV Hamburg (8:2) und EHV Aue (6:2) sind neben Titelkandidat Gummersbach (10:2) stark aus den Startlöchern gekommen.

Ein Isolvenzkandidat 

Es war ein Paukenschlag kurz vor dem Saisonauftakt: Der samstägliche Kontrahent der Rimparer ist seit Mitte September von der Pleite bedroht. Im Oktober stellte der Verein einen Insolvenzantrag, es soll aber weitergehen. Vorausgegangen war das Auffliegen eines mutmaßlichen Anlagebetrugs in Millionenhöhe. Darin soll der ehemalige WHV-Geschäftsführer und Sponsor des Vereins involviert sein. Im Zuge der Ermittlungen wurden die Vereinsbüros durchsucht.

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In sportlicher Hinsicht ist durch den Insolvenzantrag ein Vier-Punkte-Abzug vorgesehen. Der WHV steht aktuell punktgleich mit den Wölfen auf dem zehnten Platz. Zwei Spieler sind den Niedersachsen bislang abhanden gekommen: Der neue vormalige Erstliga-Akteur Juan de la Pena wechselte zum 1. Oktober nach Bietigheim, der Slowene Tim Rozman zum Bundesliga-Aufsteiger TuSEM Essen. Wilhelmshavens Kader gilt dennoch als absolut zweitligatauglich.

Viele Geisterspiele

Während zu Saisonbeginn noch eine geringe Zahl an Fans in die Hallen durfte, finden seit dem Lockdown-Monat November nur noch Geisterspiele statt. Die Rimparer konnten zweimal vor ein paar hundert Zuschauern Publikum spielen. So auch der WHV, der nun gegen die Unterfranken sein erstes Geisterspiel bestreitet. Letztmals spielte das Team von Trainer Christian Köhrmann am 24. Oktober. Zweimal war der Klub vom Jadebusen zuletzt von coronabedingten Spielabsagen betroffen.

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