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Rimparer Wölfe: Doch kein Geisterspiel gegen den Spitzenreiter

Es ist eine Überraschung: Die Stadt Würzburg erlaubt den Handballern 500 Fans gegen den ASV Hamm-Westfalen. Warum Roland Sauer die große Politik trotzdem kritisiert.
Ganz leer müssen die Ränge in der s.Oliver Arena an diesem Mittwoch nicht bleiben: 500 Zuschauer dürfen rein, wenn die DJK Rimpar Wölfe den Tabellenführer ASV Hamm-Westfalen empfangen.
Foto: Frank Scheuring | Ganz leer müssen die Ränge in der s.Oliver Arena an diesem Mittwoch nicht bleiben: 500 Zuschauer dürfen rein, wenn die DJK Rimpar Wölfe den Tabellenführer ASV Hamm-Westfalen empfangen.

Handball, 2. Bundesliga
DJK Rimpar Wölfe - ASV Hamm Westfalen
(Mittwoch, 20 Uhr, s.Oliver Arena)

Das war nicht zu erwarten: Die Zweitliga-Handballer der DJK Rimpar Wölfe (6:2 Punkte) dürfen ihr zweites Heimspiel der Saison an diesem Mittwoch mit 500 Zuschauern bestreiten – für diese gilt allerdings auch am Sitzplatz auf der Tribüne Maskenpflicht.

Obwohl die Corona-Inzidenz in der Stadt Würzburg laut Robert Koch-Institut am Montag bei 48,5 und im Landkreis bei 38,8 lag und somit der Warnwert überschritten wurde, bekam Wölfe-Geschäftsführer Roland Sauer am Montagnachmittag die Genehmigung vom Ordnungsamt. Ab einer Inzidenz von 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen müssen Fans draußen bleiben, hatte es vor Saisonstart noch geheißen.

Nun also die Überraschung für den Tabellenfünften, der gerade in diesem Spiel die Unterstützung gut gebrauchen kann, denn Spitzenreiter ASV Hamm-Westfalen (6:0) kommt.

Sauer gibt trotz der guten Nachricht und dem im ersten Heimspiel offensichtlich überzeugenden Hygiene- und Betriebskonzept zu, dass er "genervt" ist: "Es macht so keinen Spaß. Man kann sich nicht mehr auf den Sport konzentrieren, sondern nur noch darum, unter welchen Bedingungen er stattfindet. Und da gibt es null Planungssicherheit und keinerlei Verbindlichkeit."

Sauer schimpft über die Politik und dankt der Stadt

Die Pflöcke, die die große Politik eingerammt hat als Rahmen – sprich: den Warn- und den Grenzwert von 35 und 50 – würde der 65-Jährige am liebsten eigenhändig rausreißen. Zumindest klingt er so, wenn er sich darüber in Rage redet, warum er auf "absoluten Zahlen" beruhende Beschlüsse für eindimensional hält. "Mir fehlt da die Intelligenz und das Bewusstsein. Man muss doch prüfen, wie die steigenden Corona-Zahlen zustande kommen – ob da ein einzelnes Ereignis dahintersteckt, bei dem sich viele infiziert haben oder was sonst", moniert er unter anderem.

Seine Kritik will Sauer im Zusammenschluss mit den anderen Hallen-Mannschaftssportarten, deren Saisons erst beginnen, auch "demnächst bei einem Termin mit Innenminister Herrmann vorbringen". Einstweilen ist er froh über die Entscheidung der Würzburger Behörde. "Die Stadt ist bewusst und pragmatisch rangegangen, dafür bedanken wir uns ausdrücklich."

Unabhängig vom Spiel am Mittwoch prüfen die Rimparer grundsätzlich, ob sie im Falle künftig drohender Geisterspiele durch einen Umzug in die Dreifachsporthalle der Marktgemeinde ihre Kosten reduzieren könnten. Für die Miete in der s.Oliver Arena, den Aufbau des Bodens, Schiedsrichter und Zeitnehmer falle ein "mittlerer vierstelliger Betrag pro Spieltag an". 

Lob von Ceven Klatt für Hamms Trainer Michael Lerscht

Die Gäste aus Hamm spielten in ihrer Westpress Arena bisher vor leeren Tribünen. Doch zumindest sportlich ließen sie sich davon nicht beeindrucken. Während die Wölfe zuletzt einen 32:25-Derbysieg beim TV Großwallstadt feierten, bezwangen die Westfalen im Topduell den Meisterschaftsmitfavoriten VfL Gummersbach mit 27:25. Sören Südmeier sicherte dem hochkarätig besetzten Kader am Ende beide Punkte. Den Spielmacher nennt Rimpars Coach Ceven Klatt erst recht angesichts der Verletzung von Merten Krings "den Dreh- und Angelpunkt" beim ASV: "Ihn müssen wir so weit wie möglich aus dem Spiel nehmen."

Die "beste Verpflichtung" bei den Gästen sieht Klatt auf der Trainerbank: Dort kam sein früherer Teamkollege Michael Lerscht vom TuS Ferndorf, mit dem Klatt immer noch befreundet ist. "Ihn zu holen, war vielleicht der entscheidende Schritt in die erste Liga." Wie er seinen geschätzten Kumpel in der englischen Woche mit drei Partien in acht Tagen ärgern will? "Wir haben einen Plan", verspricht Klatt, der zumindest einen kurzen ersten Einsatz von Kapitän Patrick Schmidt in Aussicht stellt. "Und wir hoffen auf die Unterstützung des Publikums."

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