Würzburg

Sexualisierte Gewalt? Wer folgt als Bundestrainer auf Lurz?

Nach den Vorwürfen mehrerer Schwimmerinnen im Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" war der Würzburger im Februar zurückgetreten. Seine Aufgaben werden auf andere Trainer verteilt.
Der DSV hat Stefan Lurz die Trainerlizenz entzogen, nachdem dem Würzburger sexualisierte Gewalt vorgeworfen worden war. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft.
Foto: Frank Peters, Witters | Der DSV hat Stefan Lurz die Trainerlizenz entzogen, nachdem dem Würzburger sexualisierte Gewalt vorgeworfen worden war. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Im Februar hatte ein Artikel im Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" die Schwimmwelt erschüttert. Darin beschuldigten mehrere Athletinnen den Würzburger Stefan Lurz, damals noch Bundestrainer Freiwasserschwimmen, der sexualisierten Gewalt. Der Bruder von Olympia-Medaillengewinner Thomas Lurz war daraufhin zurückgetreten, inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen ihn und der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) hat ihm die Trainerlizenz entzogen. Stellt sich die Frage, wie es weitergeht mit dem Bundesstützpunkt Würzburg und wer sich aktuell um die Freiwasser-Profis wie Olympiateilnehmerin Leonie Beck kümmert. Die war zuletzt gemeinsam mit Teamkollegin Lea Boy, aber ohne die Begleitung eines Trainers, zum Weltcup nach Doha gereist.

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Auf das Rennen vorbereitet hatte sie nach ihren Worten Nikolai Evseev, der bereits im September 2020 nach Würzburg gekommen war, um sich neben Lurz als Mitglied des Trainerteams um die Freiwasserschwimmer zu kümmern. "Seine Aufgabe bleibt unverändert", heißt es dazu auf Nachfrage dieser Redaktion beim DSV. Ferner teilte die Presseabteilung des Verbandes mit, dass Hans-Wolfgang Döttling bis auf weiteres die Aufgaben des Stützpunktleiters, die Lurz neben seinem Amt als Bundestrainer wahrnahm, in Würzburg übernimmt. Der Diplom-Sportwissenschaftler Döttling ist aktuell Chef des Bundesstützpunktes in Heidelberg. Insgesamt gibt es in Deutschland sieben solcher Standorte, an denen Athleten unter besten Trainingsbedingungen an die Weltspitze herangeführt werden sollen. Neben Würzburg (Freiwasser) und Heidelberg (Becken) sind dies Essen, Berlin, Hamburg sowie neu Magdeburg und Potsdam (alle Becken). 

Vitense und Depmeyer springen ein

Was das Amt des Bundestrainers betrifft, so will der DSV dieses ab 1. Januar 2022 ausschreiben. "Die Aufgaben des Bundestrainers übernehmen aktuell Hannes Vitense (Bundestrainer Teamcoach) und Constantin Depmeyer (Bundestrainer Freiwasser Nachwuchs)", heißt es auf Nachfrage dieser Redaktion beim Verband. Sie seien damit auch der direkte Ansprechpartner für die Kaderathletinnen und -athleten. Vitense, der unter anderem EM-Medaillen-Gewinnerin Annika Bruhn trainierte , bildet sei zwei Jahren gemeinsam mit Bernd Berkhahn eine Bundestrainer-Doppelspitze. Die beiden waren auf Henning Lambertz gefolgt. Als „Teamcoach“ sei Vitense verantwortlich für die Ausrichtung der Nationalmannschaft, während „Teamchef“ Berkhahn die Führung bei internationalen Top-Events übernehme, heißt es auf der Internetseite swimsportnews.de.

Harald Walter, Präsident des Bayerischen und Vizepräsident des Deutschen Schwimm-Verbands, habe nach Aussagen des DSV den Schwimmerinnen und Schwimmern in Würzburg zudem umfassende Unterstützung und die Möglichkeit zum Austausch angeboten. Er war direkt nach Bekanntwerden der  Vorwürfe gegen Lurz  in die Domstadt gefahren, um sich vor Ort ein Bild von der Situation zu machen, wollte sich danach jedoch öffentlich nicht äußern.

Laut DSV soll - in Abstimmung mit dem Bayerischen Landesschwimmverband - im Herbst eine weitere Landestrainerstelle in Würzburg geschaffen werden.

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