Würzburg

Weltmeister auf dem Main

Jubiläumstreffen: Helmut Greß lud jene Pararuderer nach Würzburg ein, die vor zehn Jahren Vierter bei den Paralympics in Peking geworden sind, nachdem sie zuvor die WM gewonnen hatten. Es wurde ein sportliches Treffen mit vergnüglichem Beiprogramm.
Para-Ruder-Nationalmannschaft       -  Die ehemalige deutsche Pararuder-Nationalmannschaft war am Sonntag in Würzburg auf dem Main unterwegs.
Foto: Volker Danzer, HMB Media | Die ehemalige deutsche Pararuder-Nationalmannschaft war am Sonntag in Würzburg auf dem Main unterwegs.

Es kommt wahrlich nicht alle Tage vor, dass sich in Würzburg auf dem Main Weltklasse-Sportler tummeln. Dass die Pararuder-Weltmeister von 2007 und Paralympics-Teilnehmer von 2008 am Sonntag dort ihr Boot übers Wasser gleiten ließen, hatte einen guten Grund, namentlich Helmut Greß von der Rudergemeinschaft Olympos Würzburg (ROW). Der ehemalige Trainer der deutschen Nationalmannschaft hatte sein damaliges Team zum Jubiläumstreffen in seine Heimatstadt eingeladen. Dort nutzten die gehbehinderte Kathrin Wolff, der unter einer beinbetonten spastischen Lähmung leidende Marcus Klemp, der unterschenkelamputierte Michael Sauer, die sehbehinderte Susanne Lacker und Steuermann Arne Maury die Gelegenheit, mit ihren ehemaligen Trainern Helmut Greß und Uli Schönbach in Erinnerungen zu schwelgen.

„Wir saßen schon gestern Abend zusammen und haben uns Bilder und Filme angeschaut“, erzählte Greß am Sonntagvormittag. Gerne denken er und seine Kameraden an die Weltmeisterschaft 2007 in München zurück – auch wenn die aus ihrer Sicht nicht ganz reibungslos verlaufen war. Souverän hatte der deutsche Vierer den Vorlauf gewonnen und sich direkt für das Halbfinale qualifiziert. Doch beim anschließenden Wiegen kam heraus, dass das Boot eineinhalb Kilogramm zu leicht war. „Das Boot war neu. Wir sind davon ausgegangen, dass das schon alles seine Richtigkeit hat und haben nicht noch einmal nachgewogen“, so Greß.

Aufgrund des Verstoßes wurden die Deutschen auf den letzten Rang im Vorrundenrennen zurückgestuft, die Qualifizierung fürs Halbfinale gestrichen. Doch hatten der Würzburger und sein Team Glück im Unglück, gab es doch die Möglichkeit, sich über den sogenannten Hoffnungslauf noch einmal für das Halbfinale zu qualifizieren. Nicht nur das gelang, sondern auch der Einzug ins Finale, wo die Deutschen auf der 1000-Meter-Strecke mit einer halben Bootslänge Vorsprung vor den hochfavorisierten Engländern ins Ziel glitten. „Damit holten wir die einzige Medaille für den deutschen Ruderverband“, ist Greß noch heute stolz auf die Leistung seiner Sportler.

Ein Jahr später, bei den Paralympischen Spielen in Peking, reichte die Zeit des 2007er Finallaufs „nur“ für den vierten Platz. „Nach der ersten Enttäuschung waren wir natürlich trotzdem stolz“, so Greß. Bei beiden Wettbewerben dabei war auch das Würzburger Pararuder-Urgestein Harald Wimmer. Der heute 78-Jährige holte mit seiner Partnerin im Doppelzweier im B-Finale den dritten Platz und landete damit insgesamt auf Rang neun.

Im Leistungssport aktiv ist von den damaligen Weltmeistern außer Marcus Klemp, der nach wie vor für die Nationalmannschaft antritt, keiner mehr. Dem Rudern treu geblieben sind aber alle. Mit Blick auf dessen Engagement für den Breitensport und Projekte wie das Flüchtlingsrudern lobt Uli Schönbach seinen Kollegen Greß: „Das Wertvolle sind doch Dinge, wie sie Helmut hier macht.“

Para-Ruder-Nationalmannschaft       -  Weltmeister unter sich: (von links) Trainer Uli Schönbach, die Ruderer Michael Sauer, Marcus Klemp, Arne Maury, Susanne Lackner, Kathrin Wolff und Harald Wimmer sowie Trainer Helmut Greß
Foto: Volker Danzer, HMB Media | Weltmeister unter sich: (von links) Trainer Uli Schönbach, die Ruderer Michael Sauer, Marcus Klemp, Arne Maury, Susanne Lackner, Kathrin Wolff und Harald Wimmer sowie Trainer Helmut Greß
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