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Würzburgs Basketballerinnen sind auf dem Weg zum Spitzenteam

Der Tabellendritte ist mit einem im Vorfeld nicht erwarteten Heimsieg ins neue Jahr gestartet: Gegen Spitzenreiter Bamberg zeigten die Sharks einen leidenschaftlichen Auftritt, der belohnt wurde.
Der Zug zum Korb ist immer ihre erste Option: Raziyah Farrington im Duell mit der Bambergerin Renata Pudláková.
Foto: Patrick Wötzel | Der Zug zum Korb ist immer ihre erste Option: Raziyah Farrington im Duell mit der Bambergerin Renata Pudláková.

Der Tabellendritte der Zweiten Basketball Bundesliga ist mit einem im Vorfeld nicht erwarteten Heimsieg ins neue Jahr gestartet: Gegen Spitzenreiter DJK Don Bosco Bamberg zeigten die QOOL Sharks Würzburg einen kämpferischen und leidenschaftlichen Auftritt, der mit einem 77:73-Erfolg belohnt wurde.

Dass die Würzburgerinnen ihre Aufgaben in der Verteidigung als Team lösen, ist nicht neu. Gegen Bamberg gelang ihnen das zum ersten Mal auch konsequent in der Offensive – gleich vier Spielerinnen punkteten zweistellig. Die mannschaftliche Geschlossenheit war der entscheidende Unterschied zu den beiden relativ deutlichen Auswärtsniederlagen, die die Truppe von Headcoach Thomas Glasauer vor der Winterpause bei den beiden Aufstiegsfavoriten in Bamberg und Bad Homburg hinnehmen musste.

Nicht nur die Amerikanerinnen kamen zum Zug

„Die Mädels haben an sich geglaubt und entscheidende Sachen besser gemacht“, sagte Glasauer: „Wir haben im Angriff viel freier gespielt, nachdem Bamberg im Hinspiel jeden unserer Spielzüge vorausgeahnt hat. Dadurch haben wir es geschafft, dass nicht nur unsere Amerikanerinnen den Ball in den Korb werfen.“ Das dynamische US-Duo erzielt bisher im Schnitt mehr als die Hälfte der Würzburger Punkte und besteht aus der erstliga-erfahrenen Spielmacherin Paige Bradley und Raziyah Farrington, die in Würzburg ihre erste Saison außerhalb ihres Heimatlands spielt.

„Es war schon als Kind mein Traum, irgendwann in Europa zu spielen. Ich kann immer noch nicht wirklich glauben, dass das passiert ist“, erzählt die 22-Jährige, die schon als Kleinkind zum ersten Mal einen Basketball in die Hand bekam. Sie kommt aus Chapel Hill in North Carolina, hat schon als Jugendliche dreimal das Finale der Highschool-Meisterschaft in ihrem Bundesstaat erreicht und 2014 den Titel geholt.

Beste Werferin im Uni-Team

Entscheidend für den Schritt nach Übersee war das letzte College-Jahr an der Uni von Charleston in West Virginia, an der sie Politikwissenschaften und Strafrecht studiert hat und mit 23 Punkten pro Spiel die mit Abstand beste Werferin des Teams war: „Wir hatten eine richtig gute Saison und haben nur ein paar Spiele verloren. Das hat mir geholfen, die nötige Aufmerksamkeit zu bekommen. Ich hatte schon viel Gutes über Deutschland gehört, deshalb hat das Angebot aus Würzburg gepasst“, sagt die 1,73 Meter große Amerikanerin.

Ihre größte Stärke im Angriff ist der Zug zum Korb, obwohl sie dort regelmäßig auf teilweise deutlich größere und schwerere Gegenspielerinnen trifft. Das klappte bis zu den Partien in Bamberg und Bad Homburg trotzdem häufig sehr gut, inzwischen haben sich die Gegner aber besser darauf eingestellt: „Das bedeutet für mich, dass ich mein Spiel anpassen muss. Ich werde immer zum Korb ziehen, aber ich arbeite auch daran, von außen besser zu treffen.“

Auch der Gewöhnungsprozess an die physischere Spielweise und die etwas anderen Regeln in Europa ist noch nicht abgeschlossen. Ohnehin sieht Farrington ihre erste Profi-Saison vor allem als Lehrjahr auf dem Weg zu ihrem Ziel, irgendwann einmal in einer der europäischen Top-Ligen zu spielen. Wo die Reise der Sharks in dieser Saison hingehen soll, ist nach mehr als der Hälfte der Punkterunde auch klar: „Wir wollen am Ende unter den besten vier Mannschaften sein.“

Das würde Heimvorteil zumindest in der ersten Play-off-Runde bedeuten. In ihrer Entwicklung zu einer echten Spitzenmannschaft haben Raziyah Farrington und die Sharks im Spiel gegen Bamberg auf jeden Fall einen wichtigen Schritt gemacht.

Die Statistik des Spiels

Basketball: 2. Bundesliga QOOL Sharks Würzburg – DJK Don Bosco Bamberg 77:73 (18:21, 23:17, 19:18, 17:17)

Für Würzburg spielten: Paige Bradley 17 Punkte/3 Dreier (8 Assists), Marja Wahl 11, Alex Daub 10/2, Raziyah Farrington 10, Franziska Riedmann 8/1, Franziska Kirchhoff 7/2, Theresa Muck 7 (10 Rebounds), Chiara Dröll 5/1, Jelena Bozic 2, Paula Wenemoser.

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