Kreative Perfektionisten: So arbeiten Mediengestalter bei der Main-Post

von Jeruscha Jakob
vom 31. Mär. 2020

 „Wenn ich vorher schludrig bin, muss ich die Suppe danach wieder auslöffeln“, beschreibt Darja Winter ihren Job bei der Main-Post. Denn es kommt auf Genauigkeit und akribisches Arbeiten an. Und auf Perfektionismus, der in diesem Beruf unverzichtbar ist. Und genau das sind ihre Stärken. Die 23-Jährige hat 2016 ihre Ausbildung zur Mediengestalterin Digital und Print bei der Würzburger Medienakademie wüma begonnen und drei Jahre später erfolgreich als Kammersiegerin abgeschlossen. Seitdem ist sie bei der Main-Post im Bereich Handelsblatt Fachmedien, in der Abteilung Magazine und Gestaltung, tätig.

Ihr Kollege Peter Brosch ist bereits seit Anfang der 90er Jahre in der Branche. Als sogenannter Schriftsetzer hat er damals beim Vogel-Verlag in Würzburg gelernt, war viele Jahre selbstständig und beschloss 2012, sich fest an die Main-Post zu binden. Mittlerweile ist er Objektverantwortlicher für den Bereich Handelsblatt Fachmedien.

Mediengestalter: Kreativität trifft auf Konverter-Kritik

„Unsere Arbeit ist der Beweis, dass sich Print und Digital nicht gegenseitig ausschließen“, so der 49-Jährige. „Sondern sie funktionieren in einer Symbiose sehr gut miteinander.“. Brosch und seine Kollegin Winter erhalten täglich unzählige Projekte von Redakteuren verschiedener Ressorts oder externen Spezialisten. In den Publikationen geht es um Themen wie Steuerrecht, Finanzen und Controlling oder Management und Führung. Die vorbereiteten Word-Dokumente werden von den zwei Mediengestaltern im Bearbeitungsprogramm In-Design „schick gemacht“.

Da geht es dann um kleinteilige Arbeiten wie 150 verschiedene Absatz- und 90 Zeichenformate. „Wenn ein Leerzeichen falsch formatiert ist, steigt der Konverter aus“, erzählt Peter Brosch. Und alle zwei bis drei Wochen erhält Darja Winter eine sogenannte Konverter-Kritik: „Da steht dann zum Beispiel drin, wo man ein Leerzeichen vergessen hat oder etwas falsch formatiert wurde“.

Darja Winter und Peter Brosch sind kreative Perfektionisten und arbeiten als Mediengestalter bei der Main-Post.
Darja Winter und Peter Brosch sind kreative Perfektionisten und arbeiten als Mediengestalter bei der Main-Post. Foto: Chris Weiß

Wer in diesem Job also keine gesunde Portion Perfektionismus mitbringt, der ist schnell auf verlorenem Posten. Der Job wird trotz den vielen detaillierten Vorgaben nicht langweilig. Peter Brosch und Darja Winter füllen nämlich noch ein weiteres kreatives Arbeitsfeld aus: Sie gestalten Projekte für die Marketingabteilung. Flyer, Plakate, Messeausstattungen wie Beachflags oder Küchenschürzen und über 1000 weitere Werbemittel warten darauf von den beiden kreativen Perfektionisten mit Liebe zum Detail designt zu werden.

„Der Job bei der Main-Post ist einfach facettenreich“

Und genau das schätzt Darja Winter auch an ihrem Job. „Wir haben so viele Produkte und Arbeitsweisen, die jeden Tag etwas Neues bieten“, erzählt sie begeistert. „Der Job bei der Main-Post ist einfach facettenreich. Ich kann mich ständig in neue Projekte reindenken und diese mitgestalten“. Das hat sie vor allem den Arbeitsvorgängen im Team zu verdanken. Denn jeder im Bereich Handelsblatt Fachmedien arbeitet tagsüber an vielen verschiedenen Projekten mit. Als Teamgefüge beschreibt Peter Brosch diesen Job und betont: „Kommunikation und Teamarbeit – sowohl nach innen als auch nach außen – finde ich sehr wichtig und spannend“. Denn jeden Tag haben die beiden Mediengestalter mit verschiedenen Menschen zu tun. Deshalb sollte, laut ihren Einschätzungen, jeder der sich für diesen Job interessiert eine gute Portion Kommunikations- und Teamfähigkeit sowie Leidenschaft für detailliertes Arbeiten mitbringen.

Peter Brosch ist überzeugt: „Wenn einem die Kommunikation tagsüber schon keinen Spaß macht und man deshalb abends mit Familie und Freunden auch nicht mehr viel reden möchte, dann hat man seinen Beruf verfehlt“. Trotz allem ist natürlich auch ein gewisser Ausgleich zum Job wichtig. Er sei seit vielen Jahren als DJ unterwegs, denn dafür würde man schließlich nie zu alt werden. Eigentlich wollte er sich 2017 in die musikalische Rente verabschieden, doch die Turntables lassen ihn einfach nicht los. „Wir sind wie die Rolling Stones damals“, erklärt er sich. „Erst spielt man den letzten Gig, dann den allerletzten Gig und so weiter“. Nach wie vor zieht es ihn neben der Arbeit in die Clubs der Stadt.

Seine Kollegin Darja Winter zieht es dagegen nach Feierabend gerne auch mal hinter die Spielekonsole. „Ich habe ein ungewöhnliches Hobby für eine Frau in meinem Alter: Gaming“, erzählt sie lachend. Egal ob Nintendo, Playstation oder PC: Hier findet sie ihren Ausgleich und da gehört sich zu verzocken auch mal dazu. Und am nächsten Tag ist sie dann wieder voller Leidenschaft und Konzentration an ihrem Schreibtisch in der Main-Post zu finden.

Daten und Fakten
  • 13 Fachzeitschriften produziert der Bereich Handelsblatt Fachmedien
  • Über 10 000 Seiten pro Jahr gehen anschließend in die Datenbank
  • Über 1000 Werbemittel erhalten ein ansprechendes Design
  • Voraussetzung für den Beruf als Mediengestalter Digital und Print: Mittlere Reife
  • Hier geht es zur zur Wüma

Der Autor

Jeruscha Jakob

Digital Managerin bei der Main-Post.

Jeruscha Jakob