Warum im Job als Mediengestalter manchmal das Talent zum Zeichnen gefragt ist

von Denise Schiwon
vom 09. Jul. 2020

In der Schule bekommen Schüler dafür Strafarbeiten, im Job von Stefanie Rielicke und Tanja Erdmann wird es ausdrücklich verlangt: das Zeichnen. Beide Frauen arbeiten als Mediengestalterinnen bei der Main-Post in Würzburg. Tanja Erdmann ist seit fünf Jahren und Stefanie Rielicke seit zehn Jahren bei der Main-Post. Doch Zeichnen ist nicht die einzige Aufgabe in diesem Beruf.

Ein Mediengestalter für Digital und Print sorgt üblicherweise für die Gestaltung von Grafiken und Bildern beispielsweise für Webseiten oder Flyer. Digitales Arbeiten ist für Mediengestalter Alltag.

Abwechslungsreiche Arbeit im Print- und Online-Bereich

Dennoch haben Stefanie Rielicke und Tanja Erdmann unterschiedliche Aufgabenbereiche bei der Main-Post. Erdmann ist unter anderem für die Handelsblatt Fachmedien zuständig. Für die Fachzeitschriften in Bereichen wie Recht und Wirtschaft bereitet die 38-Jährige Artikel optisch auf. Aber auch in anderen Abteilungen der Main-Post unterstützt die Karlstadterin.

Die 29-jährige Stefanie Rielicke hingegen ist für Aufträge im Corporate Publishing zuständig. Corporate Publishing beschreibt sämtliche mediale Formate, mit denen Unternehmen Kontakt zu ihren Kunden aufnehmen, beispielsweise mit Kundenzeitschriften oder Webseiten. Zum Job der Würzburgerin gehören etwa das Umsetzen von Magazinen, Plakaten oder Online-Grafiken.

Trotz der unterschiedlichen Aufgaben haben die beiden Mediengestalterinnen durch ihr Zeichentalent eine große Gemeinsamkeit. Seit etwa einem Jahr fertigen sie Illustrationen für die Main-Post an. Aber warum werden in der Zeitung oder digital überhaupt Zeichnungen gebraucht?

„Es gibt Themen, die können einfach nicht mit Fotos bebildert werden.“
Tanja Erdmann und Stefanie Rielicke, Mediengestalterinnen bei der Main-Post

Warum Zeichnungen manchmal besser als Fotos sind

„Es gibt Themen, die können einfach nicht mit Fotos bebildert werden“, erklärt Rielicke. Das treffe beispielsweise für journalistische Artikel über Straftaten zu. „Außerdem sind selbst gezeichnete Bilder viel einzigartiger als Fotos aus einer Bilddatenbank“, fügt die 29-Jährige hinzu. Zusammengefunden haben die beiden kreativen Köpfe, als Zeichentalente für eine Super-Pano – eine Zeitungsseite im Poster-Format – gesucht wurden.

Der Auftrag: Das Panorama „entlang der Mainschleife“ zeichnen. Dieser Herausforderung haben sich Erdmann und Rielicke mit Freude gestellt. Tanja Erdmann ist neben ihrem Job als Mediengestalter auch Kinderbuchillustratorin. Dafür malt sie am liebsten bunt und fröhlich. Stefanie Rielickes Leidenschaft sind Porträts in schwarz-weiß.

„Wir haben unterschiedliche Stile, wodurch wir uns super ergänzt haben. Ich habe die Menschen gezeichnet, Steffi die Gebäude.“ Bevor Tanja Erdmanns Talent bei der Main-Post entdeckt wurde, hat sie ihre Arbeiten auf Instagram verbreitet. Ihre 29-jährige Kollegin präsentiert ihre Zeichnung ebenfalls gerne in sozialen Netzwerken.

Mitarbeiter bei der Main-Post       -  Tanja Erdmann (l.) und Stefanie Rielicke, Mediengestalterinnen bei der Main-Post, schaffen mit ihren Illustrationen einzigartige Produkte, digital wie gedruckt.
Tanja Erdmann (l.) und Stefanie Rielicke, Mediengestalterinnen bei der Main-Post, schaffen mit ihren Illustrationen einzigartige Produkte, digital wie gedruckt.

Genauso unterschiedlich wie ihre Stile und Zeichnungen sind auch die Werkzeuge der Mediengestalterinnen. Während Tanja Erdmann am liebsten klassisch mit Bleistift und Aquarellfarben malt, zeichnet Stefanie Rielicke vor allem digital mit einem iPad. „Am Anfang waren die Bilder sehr krakelig. Aber ich habe es immer wieder versucht, bis mir die Zeichnung gefiel. Heute möchte ich gar nicht mehr darauf verzichten“, erzählt die Würzburgerin.

Die Leidenschaft fürs Zeichnen wurde bei beiden Frauen schon im Kindesalter geweckt. Tanja Erdmann erinnert sich noch sehr gut daran, dass das nicht immer von Vorteil war: „Ich habe auch in der Schule gerne gezeichnet. Beim Zeichnen konnte ich mich im Unterricht besser konzentrieren. Leider habe ich oft Ärger dafür bekommen.“ Im Job ist das heute völlig anders. Statt Strafarbeiten gibt es für die Kunstwerke Lob und Wertschätzung.

Digitales Zeichnen: Vom Bleistift zum iPad

Kreativität ist für den Job des Mediengestalters also unerlässlich. Worauf kommt es noch an? „Man darf nicht stehen bleiben.“ Für diese Antwort muss Stefanie Rielicke nicht lange überlegen. „Ein Mediengestalter muss mit der Zeit gehen. Er muss sich beispielsweise immer wieder in neue Programme hineinfuchsen.“ Das stetige Lernen beschreibt auch Tanja Erdmann als zentral in dem Job: „Seitdem ich in dem Beruf arbeite, hat sich so viel verändert. Ich hätte in meiner Ausbildung zum Beispiel nie gedacht, dass man später mit dem iPad malen würde.“

Der Spaßfaktor kommt für die beiden Mediengestalterinnen bei der Arbeit ebenfalls nicht zu kurz. „Der Job ist sehr abwechslungsreich. Einmal gestalte ich eine Kundenzeitschrift, ein anderes Mal eine Online-Grafik.“ Stefanie Rielicke schätzt die Kombination aus Aufträgen für Online und Print. Ein weiterer Pluspunkt für Tanja Erdmann ist die Teamarbeit. „Die Kollegen sind einfach super. Jeder hilft jedem und die Aufgaben werden fair untereinander aufgeteilt.“ Das Fazit der 38-Jährigen ist deutlich: „Es ist definitiv kein langweiliger Bürojob.“

Fakten über Mediengestalter bei der Main-Post
Häufig gestellte Frage:
„Könntest du mir mal schnell ein Bild / ein Logo gestalten?“
Kraftstoff für die Kreativität:
Viel Tee oder Kaffee.
Lieblingsbeschäftigung neben dem Job:
Persönliche GIFs erstellen und im internen Chatprogramm versenden.
Frauenpower im Team:
Von 20 Mediengestaltern sind 16 weiblich.
Grüner Daumen:
Verschiedene Pflanzen werden gepflegt und machen das Büro grüner.

Der Autor

Denise Schiwon

Digital Managerin bei der Main-Post.

Denise Schiwon