Zukunft des digitalen Zeitungslesens: Wann bieten wir Inhalte wo an?

von Manuel Scholze
vom 29. Sep. 2020

Nie waren die Informationsbedürfnisse und Vorlieben der Menschen unterschiedlicher. Während die einen zum Papier greifen, konsumieren andere Nachrichten nur noch über Instagram-Storys. Für Medienhäuser ist es schwieriger geworden, die vielen unterschiedlichen Mediennutzungsgewohnheiten zu befriedigen. Um den vielen Leserinnen und Lesern (im Folgenden „Leser“) gerecht zu werden, gibt es Menschen wie Jochen Breunig. Er kümmert sich um die digitalen Bedürfnisse des Lesermarkts.

„Ein Leser, der in der Straßenbahn über sein Smartphone kurz die Nachrichten checkt, erwartet von uns eher eine schnelle App mit den aktuellsten Nachrichten und Informationen. Ein Leser, der morgens am Frühstückstisch seine Zeitung aufschlägt, nimmt sich eher Zeit für tief recherchierte Inhalte, Hintergründe und Kommentare.“ Er möchte den Spagat schlagen und jedem Leser die richtige Information zur richtigen Zeit auf dem richtigen Kanal zur Verfügung stellen.

„Automatismen helfen uns zum Beispiel dabei, jedes Kundenanliegen schnellstmöglich zu bearbeiten.“
Jochen Breunig, Leiter Digitaler Lesermarkt

1.000 zusätzliche Hände oder eine gezielt eingerichtete Software

Wer davon ausgeht, dass jede Nachricht händisch platziert werden muss, um dieses Ziel zu erreichen, stellt schnell fest: das wäre bei der erforderlichen Menge an Individualisierung zum Scheitern verurteilt. Deshalb baut die digitale Zukunft auf Software, die ihren Leser immer besser kennen lernt, und so das Angebot mehr und mehr auf dessen Bedürfnisse optimiert. Ein Beispiel dafür ist die Funktion „Meine Themen“ der Main-Post. Leser stellen ihren Wohnort und präferierte Schlagworte ein und bekommen dazu passende Themen ausgespielt. Auch der Kundenservice profitiert von neuen Möglichkeiten: „Automatismen helfen uns zum Beispiel dabei, jedes Kundenanliegen schnellstmöglich zu bearbeiten.“

Warum der Leser der Mittelpunkt der Bemühungen ist

Knapp 30.000 Abonnenten nutzen das digitale Angebot der Main-Post bereits. Breunig sorgt dafür, dass es noch mehr werden und den Anliegen der aktuellen Digital-Abonnenten Gehör geschenkt wird. „Unser Erfolg hängt direkt von der Zufriedenheit unserer Kunden ab. Sie ist die entscheidende Basis für unsere Kundenbindung. Die Kundensicht steht bei unserer Produktentwicklung im Mittelpunkt. Und wir achten sehr genau auf Beschwerden und Reklamationen, um die Kundenzufriedenheit nachhaltig weiter zu verbessern.“

75 Jahre Main-Post       -  Ohne Digitalisierung geht auch bei der gedruckten Zeitung nichts mehr, betont Jochen Breunig, Leiter des digitalen Lesermarktes in der Main-Post.
Ohne Digitalisierung geht auch bei der gedruckten Zeitung nichts mehr, betont Jochen Breunig, Leiter des digitalen Lesermarktes in der Main-Post. Foto: Chris Weiß

Von klein auf war der heute 38-Jährige Fan der zunehmend digitalisierten Welt. Kein Wunder, dass sein Herz ab dem ersten Tag bei der Main-Post für die Online-Abteilung schlug: „Das war vor fast 20 Jahren und ich kann mich noch gut daran erinnern, dass sich ein paar Kollegen Sorgen um mich gemacht hatten, da aus ihrer Sicht digitale Nachrichten nicht zukunftsfähig sein können.“ Seitdem habe sich aber viel getan und die Sorge der Kollegen sei bereits kurze Zeit später komplett verschwunden.

Nicht alles ist bei Jochen Breunig digital

Online ersetzt für den Leiter des digitalen Lesermarkts nicht alles: Auch er greift gerne zu bedrucktem Papier und kann sich immer noch dafür begeistern, wie Druckmaschinen aus dem weißen Rohstoff ein farbiges Endprodukt herstellen. „Die Steuerung dieser Maschinen ist heute ebenfalls hochmodern und komplett digitalisiert.“ Denn auch hier gilt: Ohne Digitalisierung funktioniert in einem Medienhaus nichts mehr.

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