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390. Sebastianifest in Lengfurt am 3. Juli 2022

Antreten (mit Exerzieren) der Sebastiani-Wehr Lengfurt, auf dem Marktplatz im Altort, mit Hauptmann Oskar Aschauer. FOTO: RAYMOND ROTH

Zum 390. Mal begeht man in Lengfurt das Fest des Hl. Sebastian. Corona hatte im Januar verhindert, dass das Fest am Namenstag des Heiligen gefeiert werden konnte, jetzt wird der 3. Juli zum Festsonntag. Das Festprogramm wurde demzufolge geändert, da es an diesem Tag nahtlos mit einer Veranstaltung der Musikkapelle Lengfurt (MKL), die seit über zwei Jahrzehnten bei der äußeren Feier des Festes mitwirkt, verbunden ist.

Am Sonntag wird im Rahmen des Festgottesdiensts, der als Familiengottesdienst gehalten wird, die neue blau-weiße Fahne der Sebastiani-Brüderschaft geweiht. Die alte Fahne war über 50 Jahre „aktiv“, sie war an den Befestigungen brüchig geworden und auch sonst in einem schlechten Zustand. Man hat das Bild des Hl. Sebastian behutsam von der alten Fahne entfernt und auf die neue Fahne, die im übrigen wie eine „strahlend runderneuerte“ alte Fahne aussieht, aufgebracht.

Die Bevölkerung des Ortes und viele auswärtige Besucher werden dabei sein, wenn rund 80 Soldaten, Feldwebel und Offiziere nach dem Gottesdienst unter Führung von Hauptmann Thomas Hahmann durch den Altort Lengfurt marschieren, musikalisch flankiert von der MKL. Ein Novum: nach dem Antreten und Exerzieren wird das traditionellen Fahnenschwenken durch Fähnrich Rüdiger Schreck zu den Klängen von „Über den Wellen", gespielt von der MKL Lengfurt, schon am Vormittag stattfinden; viele Besucher werden dann den Marktplatz zum absoluten Lengfurter Orts-Mittelpunkt machen.

Das Fest geht auf ein Gelübde aus dem Pestjahr 1632 zurück und ist bis auf wenige Unterbrechungen immer festlich begangen worden. Anlässlich einer Cholera-Epidemie Mitte des 19. Jahrhunderts hat man sich dann erst wieder „richtig“ daran erinnert, es wieder in größerem und würdigerem Rahmen zu begehen.

Gehröcke und Vorderlader-Gewehre mit Bajonett (die man am Kriegsende nur mit Mühe vor den US-Besatzungstruppen, wenn auch von diesen unbrauchbar gemacht, hatte retten können) prägen das Bild der Mannschaften der Sebastiani-Wehr. Diese tragen als Kopfbedeckung einen Zylinder; die Offiziere, mit Streifen und Epauletten an den Gehröcken als Zeichen ihres Ranges und statt eines Gewehrs einen Säbel (mit Portepee) mit sich führend, tragen einen Schiff-Hut.

Trommelklänge werden diesmal erstmals am Sonntagvormittag zu hören sein, auch die Schüsse mit der Kanone werden einem leicht veränderten Plan folgen. Viele nicht mehr in Lengfurt wohnende, aber der Sebastiani-Wehr angehörige ehemalige Lengfurter werden ihrer Verpflichtung nachkommen, die Einhaltung des Gelübdes in Lengfurt zu begehen.

Das ansonsten übliche abendliche Konzert findet (wenn man es so sehen will), diesmal in der Dreschhalle in Form des musikalischen Frühschoppens der MKL statt. Dort werden von 11 bis 18 Uhr insgesamt sechs verschiedene Orchester der MKL ihr Können zeigen. ay

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