Pflegeberufe: Was ist unter „Generalistik" zu verstehen? 
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Pflegeberufe: Was ist unter „Generalistik" zu verstehen? 

Pflegeberufe: Was ist unter „Generalistik" zu verstehen? 

Gegen Ende des zweiten Ausbildungsdrittels können Auszubildende eine Vertiefung ihres Berufs wählen. FOTO: GETTY IMAGES

Durch das Berufsbild Pflegefachfrau oder Pflegefachmann werden die Berufe der Altenpflege, der Gesundheits- und Krankenpflege und der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege zusammengeführt.

Die Auszubildenden werden dazu befähigt, Menschen aller Altersstufen zu pflegen. Dies wird als Generalistik in der Pflege" bezeichnet. Der mit der generalistischen Ausbildung eröffnete Zugang zu den verschiedenen Tätigkeitsfeldern der Pflege - von der Akutpflege über den ambulanten Bereich bis hin zur Langzeitpflege - ermöglicht es den Pflegefachpersonen, ihre Berufstätigkeit noch besser an ihre eigene persönliche Entwicklung und Lebenssituation anzupassen.

In der generalistischen Ausbildung werden durch die Wahl der Ausbildungseinrichtung und des Vertiefungseinsatzes in einem Pflegebereich besondere Kenntnisse für dieses Pflegesetting erworben. Unabhängig vom Vertiefungseinsatz kann eine generalistisch ausgebildete Pflegefachperson prinzipiell in jedem Versorgungsbereich arbeiten.

Vertiefung kann am Ende der Ausbildung gewählt werden

Mit der Vereinbarung des Vertiefungseinsatzes ist ein Wahlrecht für Auszubildende verknüpft, von dem diese gegen Ende des zweiten Ausbildungsdrittels Gebrauch machen können. Bis dahin haben sie alle die Gelegenheit, verschiedene Pflegebereiche kennenzulernen und ihr Wahlrecht auf diesen Erfahrungen zu stützen.

Auszubildende, die einen Vertiefungseinsatz in der Kinderkrankenpflege oder in der  Langzeitpflege vereinbart haben, können wählen: Ist im Ausbildungsvertrag ein Vertiefungseinsatz in der pädiatrischen Versorgung vorgesehen, so können Auszubildende für das letzte Ausbildungsdrittel den gesonderten Abschluss ,,Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/-in" wählen.

Entsprechendes gilt, wenn ein Vertiefungseinsatz in der stationären Langzeitpflege oder der ambulanten Akut- und Langzeitpflege mit Ausrichtung auf die Langzeitpflege vereinbart ist.

Teilzeitausbildung ist auch möglich

Dann können Auszubildende für das letzte Ausbildungsdrittel ,,Altenpfleger/-in" den Berufsabschluss  wählen. Nehmen sie ihr Wahlrecht nicht wahr, so setzen sie ihre generalistische Ausbildung weiter fort.

Die Ausbildung nach dem Pflegeberufegesetz (PfIBG) dauert drei Jahre als Vollzeitausbildung. Als Teilzeitausbildung dauert sie bis zu fünf Jahre. Der Anteil des theoretischen und praktischen Unterrichts an einer Pflegeschule umfasst dabei laut Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe (PflAPV) mindestens mindestens 2100 Stunden. Der praktische Ausbildungsteil beinhaltet mindestens 2500 Stunden in stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen.

Die Ausbildung kann durch die Anrechnung einer anderen Ausbildung oder durch gleichwertige Teile um bis zu zwei Drittel verkürzt werden. Hierfür muss ein Antrag bei der zuständigen Landesbehörde gestellt werden. BIBB

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