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Darmspiegelung: So läuft die Untersuchung

Im Zuge der Krebsvorsorge wird bei einer Patientin eine Darmspiegelung ausgeführt, die man über den Monitor betrachten kann. FOTO: PATRICK PLEUL/DPA  

Der Patient liegt in bequemer Seitenlage auf einer Untersuchungsliege. Neben ihm steht der Arzt, in der Hand einen etwa anderthalb Meter langen flexiblen Schlauch von etwa einem Zentimeter Durchmesser: das Koloskop. An dessen Ende befindet sich neben einer Lichtquelle eine winzige Videokamera.

Dauer der Untersuchung rund 20 Minuten

Der Arzt schiebt es behutsam in den After des Patienten ein und bis zum Übergang zwischen Dick- und Dünndarm vor. Wird es langsam wieder herausgezogen, betrachtet der Arzt per Monitor die Darmwand des Patienten. Dieser spürt von der etwa 20-minütigen Untersuchung nichts – er hat vorher ein leichtes Narkosemittel bekommen und schläft. Entdeckt der Mediziner Polypen oder andere auffällige Stellen, kann er sie gleich entfernen.

Das ist wichtig, „weil aus den oft gutartigen Gebilden mit der Zeit bösartige Tumore werden können und der Patient somit Darmkrebs hat“, erläutert Prof. Thomas Seufferlein, Vorstandsmitglied der Gastro-Liga und am Universitätsklinikum Ulm tätig. Schon Vorstufen können mit einer Spiegelung erkannt und beseitigt werden. Diese Untersuchung dient aber nicht nur der Krebsvorsorge, sondern erfolgt auch bei Verdacht auf Darmerkrankungen.

Vollkorn ist vor der Untersuchung tabu

„Der Darm muss absolut sauber sein“, so Seufferlein. Dafür muss sich der Patient drei bis sieben Tage vor der Untersuchung strikt an die vorgegebenen Ernährungsregeln halten. Was Körner, Kerne und Schalen enthält, darf nicht gegessen werden.

„Sie blockieren den Arbeitskanal und erschweren so die Untersuchung“, erklärt Prof. Alexander Meining von der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Tabu sind etwa Vollkornprodukte, Mohn, Sesam, Trauben, Tomaten und Kiwis.

Am Tag vor der Spiegelung muss der Patient seinen Darm reinigen. Nach einem leichten Frühstück und gegebenenfalls einem leichten Mittagessen darf er nur noch Tee, Wasser, klare Fruchtsäfte oder Brühe zu sich nehmen. „Wichtig ist, viel zu trinken, weil dadurch der Darm gut durchgespült wird“, so Dagmar Mainz, Vorstandsmitglied im Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen Deutschlands.

Am Nachmittag oder Abend vor der ambulanten Untersuchung werden ein bis zwei Liter einer abführenden Lösung getrunken. Das auch am Untersuchungstag selbst. Etwa eine halbe Stunde nach der Spiegelung darf der Patient wieder etwas essen. tmn


Darmkrebs ist oft heilbar

Wenn die Erkrankung im frühen Stadium festgestellt wird, steht in der Regel eine Operation an. Frühes Stadium bedeutet, dass der Krebs noch nicht in andere Organe gestreut hat, wie das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) erläutert. Der Darmkrebs ist in diesem Fall oft heilbar.

Chemotherapie oder Bestrahlung

Bei dem Eingriff werden der betroffene Darmabschnitt sowie umliegendes gesundes Gewebe entfernt. Je nachdem, ob sich der Tumor im Dick- oder Enddarm befindet und wie weit fortgeschritten der Krebs ist, kommen laut ÄZQ unter Umständen Chemotherapie sowie Bestrahlung infrage.

In einigen Fällen benötigen Patienten nach dem Eingriff einen künstlichen Darmausgang (Stoma) – dauerhaft oder vorübergehend. Vielen Betroffenen seien Reisen, Sport und körperliche Arbeit aber nach einiger Zeit wieder möglich, betont das ÄZQ.

Folgebeschwerden dauern oft Monate oder Jahre an

Auch wenn der Schließmuskel erhalten bleibt, kann es sein, dass Patienten nach der Operation Probleme mit dem Stuhlgang haben. Das ÄZQ rät hier zu Geduld: Es könne Monate oder sogar Jahre dauern, bis sich die Beschwerden bessern. Helfen können Beckenbodentraining oder Krankengymnastik.

Auch die seelische Belastung während oder nach einer Darmkrebserkrankung kann erheblich sein. Die Betroffenen sollten ihre Ärzte darauf ansprechen und unbedingt psychoonkologische Hilfe in Anspruch nehmen. tmn

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